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(4) Anlage 2 - Sieste_Geschäftsbericht_2011-2013 final

                                    
                                        Anlage 2 zu GD 292/15

Was können Eltern tun, um das Selbstbewusstsein
ihrer Kinder zu stärken?

Was können Eltern tun, um das Selbstbewusstsein
ihrer Kinder zu stärken?

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2011 – 2013

Drei-Jahres-Bericht

Inhalt

Einführung

Einführung

1

Aktuelle Mitarbeiterinnen und ReferentInnen im Frauennetz West e.V.

2

Frauennetz West e.V.

3

Vernetzung

5

Die Arbeit des Mädchen- & Frauenladen Sie‘ste

6

Gesundheitsprävention – „Gesund sind wir stark!“

11

Berichte von den Präventionsangeboten

14

Finanzielle Situation

18

Personelle Situation

20

Perspektiven

20

Das Frauennetz West e.V. ist seit mehr als 23 Jahren in der Ulmer Weststadt aktiv und eröffnete im Dezember 1991 den Mädchen- & Frauenladen „Sie´ste“. Das Sie´ste ist mit seiner gemeinwesenorientierten
Arbeit für Mädchen und Frauen im Stadtteil zu einer konstanten Einrichtung geworden. In den letzten drei Jahren sind zu den regelmäßigen
Treffs weitere Angebote für Mädchen und Frauen dazu gekommen.
Außerdem konnten wir unsere Mitgliederzahl in diesem Zeitraum
mehr als verdoppeln, auf derzeit 64 Mitgliedsfrauen.
Die Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass ein engagierter Stamm von
Mitarbeiterinnen, Honorarkräften und Ehrenamtlichen seit Jahren im
Sie‘ste kontinuierlich mitarbeitet. Neben der Unterstützung durch die
Stadt Ulm erhalten wir zusätzliche Spendengelder, die unsere vielfältige
Arbeit erst ermöglichen. Das Projekt Gesundheitsprävention für Benachteiligte wurde drei Jahre über die „Soziale Stadt“ im Rahmen der
Sanierung der Weststadt gefördert und wird seit 2011 mit Geldern
der Stadt Ulm, von Stiftungen und
Firmen und weiterer Sponsoren
durchgeführt. Wir erhielten zusätzliche Unterstützung vom Landesprogramm Stärke, dem Bundesamt
für Migration und dem Landessportbund „Integration durch Sport“.
Ein herzliches Dankeschön geht an
alle Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helferinnen, ohne die
das breite Angebot im Sie`ste nicht
entwickelt und durchgeführt
werden könnte.
Rukiye Kaplan | Alexandra Mathiesen | Sigrid Räkel-Rehner

1

Aktuelle Mitarbeiterinnen und ReferentInnen
im Frauennetz West e.V.
Vorstandsfrauen:
Charlotte Blass | Christl Flaig (Kassenführung) | Rukiye Kaplan
Sigrid Räkel-Rehner | Gabriele Ringelstetter-Talpa
Birgit Reiß (Kassenprüfung)
Geschäftsführende Tätigkeit und Beziehungsarbeit:
Rukiye Kaplan | Sigrid Räkel-Rehner | Alexandra Mathiesen
Mädchenarbeit
Hausaufgabenbetreuung
Angelika Häussler (Leitung)
Betreuerinnen: Lisa Sterzik | Charlotte Blass | Hanne Kumpf-Kuse
Aysun Turan | Inge Hoffman
Schülerinnen und Studentinnen: Betül Avci | Melanie Wagner
Cancu Tunc | Jana Kiefer | Almira Zukancic | Lea Ganser
Gülcin Kömecoglu
Mädchencafé Christl Flaig | Angelika Häussler
Musikgruppe Uta Vorwerk
Starke Mädchen Treff Iris Rittker (Leitung)
Gülcin Kömecoglu | Lea Ganser
Frauenarbeit
Frauenfrühstück Christl Flaig | Alexandra Mathiesen
Internationales Frauencafé Rukiye Kaplan
PC Kurs Charlotte Blass (Leitung) | Elke Ruff
Kre-Aktiv AG Corinna Blum (Leitung)
Alphabetisierungskurs Handan Etgü
Deutschkonversationskurs Sieglinde Hegelau-Lipp
Folklore-Gruppe | Junge Frauengruppe Özlem Hoyrat
Raumpflegerin, Kinderbetreuung, Vertretung Ayfel Simsek
Papierhandwerkerin | Gertrud Maier
Computernetzwerk | Eberhardt Lorenz
Wir haben unzählige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die viele Stunden
mit einbringen und ohne die der Mädchen- & Frauenladen Sie`ste nicht
bestehen könnte. Die Auflistung dieser ehrenamtlich engagierten Frauen
wurde aus Platzgründen nicht mit aufgenommen. Die Unerlässlichkeit
ihrer Mithilfe soll aber an dieser Stelle dennoch betont werden.

2

Gesundheitsteam
Sigrid Räkel-Rehner (Koordination) | Rukiye Kaplan (Koordination)
Gabriele Ringelstetter-Talpa | Hatice Sirin
ReferentInnen und Kursleiterinnen Gesundheitsförderung
Sevil Adali | Fachärztin für Allgemeinmedizin
Rabia Akca | Diätassistentin
Rebekka Antoniadou | Sporttrainerin
Suzan Atabey | Apothekerin
Ulrike Bahmer | Hauswirtschaftsleiterin
Dr. Inga Beekes | Gynäkologin
Sandra Buchholz | AOK
Silvia Delfmann | Manuela Fessler | Fußballtrainerinnen
Sofia Ferreira | Yoga-Leiterin und Sportlehrerin
Frau Heine | Psychomotoikerin
Dr. Nurcan Incekara | Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. Ulrike Jöstingmeier | Fachärztin für Nuklearmedizin und Rehatechnik
Michael Johne | Apotheker
Canan Karakus | Gabriele Ringelstetter-Talpa | Hatice Sirin
Anita Kehrle | Sport- und Rettungssanitäterin
Hildegard Klitzke | Ärztin
Anita Laib-Koenemund | Diplom-Pädagogin
Dr. Ingrid Krickl-Kohler | Gynäkologin
Gabriele Kupferschmid-John | Diplom-Pädagogin
Susanne Mayer | Sport- und Gymnastiklehrerin
Dr. Helga Mohs-Jahnke | Ärztin für Allgemeinmedizin
Bettina Müller | Diplom-Psychologin
Barbara Münch | Medienpädagogin
Dagmar Ohlhauser | Fachärztin für Nuklearmedizin
Sabine Osterlehner | Finanzberaterin und Versicherungsfachfrau
Hedwig Pogadl | Familienhebamme
Sigrid Räkel-Rehner | Ernährungsmedizinische Beraterin
Christa Ranz-Hirt | Frauenselbsthilfe nach Krebs
Regine Reisinger | Diplom-Heilpädagogin
Ursula Ritter | Diplom-Tanzlehrerin
Nadja Schmechting | Physiotherapeutin
Dr. Zehra Tumani | Fachärztin für Psychiatrie
Claudia Weissinger-Sonntag | Psychotherapeutin

Frauennetz West e.V.
Das Frauennetz West e.V. ist Trägerin des Mädchen- & Frauenladens
Sie´ste und konnte im Oktober 2011 sein 20 jähriges Jubiläum feiern.
Unsere Hauptaufgabe ist es, die Angebote im Sie´ste zu planen, zu
organisieren und durchzuführen. Besonderer Wert wird bei den Angeboten auf die Belange, Wünsche und Bedürfnisse der Frauen und Mädchen
im Stadtteil, insbesondere derer mit nicht deutscher Herkunft, gelegt.
Im Frauennetz betätigen sich die Frauen ehrenamtlich. Es finden
monatliche Sitzungen statt, an denen alle interessierten Mitgliedsfrauen teilnehmen.
Seit 2012 sind wir als Verein Mitglied in der Kulturloge und konnten
so kulturelle Angebote für mehr Frauen und Familien mit geringem
Einkommen zugänglich machen.
Ein weiterer Schwerpunkt im vergangenen Jahr war die Öffentlichkeitsarbeit. Hier verstärkten wir unsere Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Internationale Stadt und dem Leiter derselben, Herrn Saliou
Gueye.
Neben der Teilnahme an den Tagen der Begegnung und dem Fest der
Kulturen beteiligten wir uns ebenso am West-Fest, an Fußballfreundschaftsturnieren, an der Freiwilligenmesse, am Internationalen Frauentag, an den 1. Mai-Veranstaltungen, der Infobörse des Bildungsnetzwerks Ulm / Neu-Ulm und vielen mehr.

Jedes Jahr steht mindestens ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm. Letztes Jahr organisierte das Frauennetz West zusätzlich eine
viertägige politische Bildungsfahrt nach Berlin auf Einladung der
Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz, an der insgesamt 20 Frauen
teilnahmen, davon 11 mit internationalen Wurzeln.
In den letzten drei Jahren gab es mehrmals eine enge Zusammenarbeit
zwischen der Kunstschule für Kinder, Kontiki Ulm, und dem Mädchen- &
Frauenladen Sie`ste. Unter anderem wurden gemeinsame Film- und
Kunstprojekte durchgeführt.
Wir hatten in den drei Jahren wie
bereits in den vorangegangenen
einen Verkaufsstand beim „Markt der
kleinen Dinge“ im Haus der Begegnung. Dieser wurde gestaltet von den
Frauen der Kre-Aktiv AG und Gertrud
Mayer, die ihre Handarbeiten, Kunsthandwerke und Papierarbeiten zum
Verkauf anboten. Seit 2012 trugen
auch Frauen des internationalen Cafés
mit weiteren Handarbeiten dazu bei.
Der Großteil der Einnahmen kamen
dem Sie`ste als Spende zugute.
Alexandra Mathiesen

Außerdem konnten wir Frau Bürgermeisterin Iris Mann als Schirmherrin
für unsere Mädchen-Fußballmannschaft gewinnen. Die Mädchen treffen
sich seit letztem Jahr immer vor den Spielen im Sie’ste zur Lagebesprechung und zu gemeinsamen Festen.
Im März 2013 wurde unserer Gründungs- und Vorstandsfrau Rukiye Kaplan
das Bundesverdienstkreuz für ihr außergewöhnliches Engagement
für das Zusammenleben verschiedener Kulturen verliehen. Rukiye Kaplan
betonte, wie wichtig der Mädchen- & Frauenladen Sie`ste für diesen
Verdienst war.

3

Frauennetz West e.V.
Vernetzung und Kooperation
Mädchen- & Frauenladen Sie´ste

Gesundheitsförderung „Gesund sind wir stark“

Inseltreff Weststadt

AG West

Türkisch-Deutsche
Frauenfreundschaftsgruppe

AOK

Landratsamt Alb-Donau-Kreis
Fachdienst Gesundheit
Fachdienst Landwirtschaft

AWO

Inseltreff Weststadt

Albrecht Berblinger Grundschule

Borreliose Selbsthilfegruppe

Jörg-Syrlin-Grundschule

AG West

Caritas

Kiga Haus Nazareth

AK Mädchen

Canapé Café

Kiga Heilig Geist

AK Tatmotiv Ehre

Kinderschutzbund

Kiga Sonnenhalde

8.-März-Gruppe

Deutsches Rotes Kreuz

Kiga St. Elisabeth

Ulmer Frauenforum

Diakonie

Landesmedienzentrum BW

Koordinierungsgruppe Sozialraum

DITIB

Lebenshilfe Donau / Iller

vh Ulm

DLRG

Paritätische Sozialdienste

ZAWiW

ESC Ulm

Schule für Diätassistenz

LAG Mädchen

Frauenselbsthilfegruppe
nach Krebs

SC Türkgücü
vh Ulm

Freiberufliche Fachfrauen

West-Apotheke
Westbad

4

Vernetzung
Über die aktuelle Arbeit des Frauennetzes in verschieden Gremien gibt
das Schaubild auf der Seite 4/5 einen Überblick. Das Schaubild zeigt,
wie umfangreich unser Netzwerk ist.
Durch das Projekt Gesundheitsprävention wurden die Kontakte zu den
Migrantenvereinen, den Sportvereinen und zu den Einrichtungen im
Stadtteil noch erweitert. Die Vernetzung und Kooperation der Gesundheitsprävention ist in einem separaten Schaubild dargestellt.
Die Zusammenarbeit mit den Vernetzungspartnern war sehr positiv.
Besonders zu erwähnen ist hier die kontinuierliche, gute Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Inseltreff Weststadt und der Kontaktstelle
Migration. Das Sie’ste wurde gerne genutzt als Treff zahlreicher Arbeitsgruppen unserer Kooperationspartner, u.a. vom AK Mädchen, Tatmotiv
Ehre, den Sprecherinnen und Arbeitskreisen des Ulmer Frauenforums,
Sitzungen der IG Kinder und Jugendliche West, der KGSR West, der
RPG-West, Kooperationspartner/innen der Gesundheitsförderung.
Bis 2010 gab es eine Personalunion mit der AG-West, da eine Mitgliedsfrau des Frauennetz West e.V. im geschäftsführenden Vorstand
vertreten war.
Das Frauennetz West e.V. ist Mitglied in der AG-West und wird durch
Inge Hoffmann vertreten. Daraus resultiert ein regelmäßiger Austausch
von Informationen und Ressourcen. Dies zeigt sich in gemeinsamen
Aktionen wie z.B. Vorträge zur Gesundheitsprävention im Weststadthaus
oder Mithilfe und pädagogische Angebote für Kinder beim West-Fest.
Seit einem Jahr ist der Mädchen- & Frauenladen Sie´ste Mitglied der
Kulturloge. Als Kulturlogenhelferin ist unsere Mitgliedsfrau Hatice Sirin
zuständig. Die Karten für die Veranstaltungen werden durch sie über
den Kulturserver bestellt. Bisher wurden schon mehrere Veranstaltungen
von Frauen und Mädchen besucht, die internationale Wurzeln haben.
Auch im Ulmer Frauenforum arbeiten wir in zahlreichen Arbeitskreisen
und in der Funktion als Sprecherin mit. Mit Rukiye Kaplan war von 2010
bis 2013 die erste Migrantin im Sprecherinnengremium vertreten.
			
Rukiye Kaplan | Sigrid Räkel-Rehner

„AK-Tatmotiv Ehre“ und „Netzwerk Recht & Würde für
Mädchen und Frauen“
Der „AK-Tatmotiv Ehre“ entstand als Reaktion auf die Ausstellung im
Ulmer Rathaus 2005. Ziel ist, Zwangsverheiratung und Gewalt von Mädchen und Frauen in Ulm abzuwehren. Der „AK-Tatmotiv Ehre“ brachte
während eines Projektes „Stärke vor Ort“ 29 Institutionen und einzelne
Personen in Ulm, die mit Mädchen und Frauen zu tun haben oder sie
beraten, in einem Netzwerk zusammen. Der Zusammenschluss nennt sich
„Netzwerk Recht & Würde für Mädchen und Frauen“. Die TeilnehmerInnen
am Netzwerk können sich durch eine Email-Liste gegenseitig informieren
oder Hilfeanfragen über diese an die anderen TeilnehmerInnen stellen.
Zu Beginn hat der „AK-Tatmotiv Ehre“ alle Grund- und Realschulen in Ulm
besucht und Informationen zu Zwangsverheiratung und über Anlaufstellen
für das Problem an die Lehrerkollegien weitergegeben, was immer wieder
zu Anfragen von LehrerInnen führt. Das Netzwerk trifft sich wenn möglich
2mal im Jahr. Die Treffen dienen dazu, Erfahrungen und Informationen
auszutauschen und sich auch persönlich kennenzulernen. Das zweite
Treffen wird wenn möglich zur Fortbildung genutzt. Es gab zwei große
Fortbildungen, eine mit einer Dozentin von Terres des Femmes und
eine mit Fatma Bläser, einer selbst betroffenen Frau, die die Beratungsstelle Hennamond gegründet hat. Diese beiden Veranstaltungen
waren offen für LehrerInnen und wurden mit Projektgeldern finanziert.
Ein weiteres Treffen für das Netzwerk wurde vom Verein für internationale Jugendarbeit (ViJ) finanziert und von einer Teilnehmerin des AK
organisiert. Das letzte Treffen im Herbst 2013 musste wegen Krankheit
leider ausfallen.
Die Betreuung des „Netzwerk Recht & Würde für Mädchen und Frauen“
wird von Mitgliedsfrauen des Frauennetzes West e.V. immer ehrenamtlich
geleistet. Aus Datenschutzgründen konnte keine Statistik darüber geführt
werden, wie vielen betroffenen Mädchen und Frauen durch das „Netzwerk Recht & Würde für Mädchen und Frauen“ geholfen werden konnte.
In den gemeinsamen Treffen wurde beim Meinungsaustausch festgestellt,
dass es immer wieder Anfragen und Hilfemöglichkeiten gab und das
Weiterbestehen dieses Arbeitskreises nach wie vor notwendig ist.
				
Inge Hoffmann | Rukiye Kaplan

5

Die Arbeit des Mädchen- & Frauenladen Sie‘ste
Hausaufgabenbetreuung
Zum Angebot Hausaufgabenbetreuung waren zwischen 12 und 14
Mädchen angemeldet, wobei 4 Mädchen nicht ganzjährig dabei waren.
Angesprochen sind seit 2012 nicht nur Mädchen der Klassenstufen 1 – 4,
sondern zusätzlich auch der Klassen 5 – 6. Die Zahl der teilnehmenden
Mädchen ist auf maximal 12 beschränkt. Die Hausaufgabenbetreuung
findet Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag für jeweils 90 Minuten
statt. Ausgenommen sind die Schulferien. Die Mädchen werden in dieser
Zeit von einer Erwachsenen und einer Schülerin höherer Klassenstufe
unterstützt.
In konzentrierter, ruhiger Atmosphäre, mit gutem Umgang und gegenseitiger Rücksichtnahme erledigen die Mädchen ihre Hausaufgaben.
Bleibt noch Zeit übrig, wird durch Lesen, Übung der Schreibschrift oder
zusätzlichen Matheaufgaben Defiziten vorgebeugt oder versucht, schon
vorhandene Lücken zu füllen. Durch den Kontakt zu den LehrerInnen
haben wir erfahren, dass ein wichtiger Erfolg unserer Arbeit darin
besteht, dass die Schülerinnen nun regelmäßig ihre Aufgaben ordentlich und vollständig machen. Trotz der Ganztagsentwicklung an den
umliegenden Schulen, war das Angebot im Sie’ste gut besucht, so dass
es weiterhin Sinn macht, diese kleine, individuelle und für die Eltern sehr
kostengünstige Möglichkeit aufrecht zu erhalten.
Fazit: Dieses Sie’ste Angebot gibt
Mädchen mit vorwiegend internationalen Wurzeln die Möglichkeit,
in einem geschützten Raum Hilfestellung zu bekommen, wobei sie
Schritt für Schritt lernen, die Herausforderungen des Schulalltags
so selbstständig und so erfolgreich wie möglich zu bewältigen.
Hervorgehoben an dieser Stelle sei
auch der wachsende vertrauensvoll Umgang mit den Eltern dieser
Mädchen.
Angelika Häussler

6

Kooperation mit der Albrecht-Berblinger-Grundschule
1. Halbjahr 2013/2014 – Zum Schuljahresbeginn im September 2013
ist die Mädchen AG in Kooperation mit der ABGschule angelaufen.
Im ersten Halbjahr nahmen daran 11 Mädchen der Klassenstufe 1 teil.
Nach der ersten Kennenlernzeit, in der vorwiegend gespielt und gemalt
wurde, steht nach Absprache mit der Direktorin, Frau Gröner, die Hausaufgabenbewältigung im Vordergrund (30 – 40 Minuten). Unterstützung
bekommen die Kinder dabei von einer pädagogischen Fachkraft und
einer Jugendbegleiterin.
Im zweiten Teil des Nachmittags steht immer ein Thema im Vordergrund.
Zurzeit beschäftigt sich die Gruppe mit den beiden Janosch-Figuren
„Tiger und Bär“. In ihrem Lebensalltag haben die beiden so manches zu
erfahren und zu erleben, das die Lebenssituation der Mädchen spiegelt
und zur Auseinandersetzung mit sozialem Verhalten und zum einfühlsamen
Miteinander Vorbild gibt. Manchmal, wenn es die Zeit noch zulässt, wird
noch zum Thema gemalt, mit den beiden Handpuppen gespielt oder ein
passendes Ausmalbild mit nach Hause gegeben.
Dieser gemeinsame Abschluss vermittelt Freude, Entspannung und ein
gutes Zusammengehörigkeitsgefühl.
Anfangs war diese Gruppe sehr stark von Unruhe und Lautstärke geprägt, jetzt jedoch, durch den klaren Ablauf, finden die Kinder mehr und
mehr zur Konzentration und daraus resultierend zu Freude am gemeinsamen Tun und Erleben.
Beim gemeinsamen Hin- und Rückweg von und zur Schule befinden
sich die Mädchen in Begleitung von zwei Sie’ste-Mitarbeiterinnen.
					 Angelika Häussler

Das Mädchencafé
Das Mädchencafé wurde im 3-Jahresvergleich durchschnittlich von
9 Mädchen, minimal 4 bis maximal 26 Mädchen besucht. Die Mädchen
waren im Alter von 6 – 12 Jahren und hatten meist einen Migrationshintergrund, z.B. aus der Türkei, Bosnien, Portugal, Kosovo, Italien etc.
Sie kamen u.a. aus der Albrecht-Berblinger-, der Jörg-Syrlin- und der
St.Hildegard-Grundschule. Da oft schon Mädchen aus der 1. Klasse zu
unserem Treff kamen, hatten diese die Möglichkeit, das Mädchencafé
bis zur 5. Klasse zu besuchen. Dies traf bei vielen Mädchen zu, bis sie in
weiterführende Schulen wechselten und durch vermehrten Nachmittagsunterricht und schulische Anforderungen nicht mehr so häufig zum
Treff kommen konnten. 2011 fand ein Projekt zum Thema Ernährung
„Esspedition mit Pipi“ des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis an 5 Nachmittagen statt. Zum Abschlussfest waren auch die Eltern eingeladen und
genossen einstudierte Zirkusvorführungen und selbstgemachte Leckereien.
Im Anschluss an das Projekt gestalteten wir noch ein Kochbuch mit
vielen Rezepten.
Im Mädchencafé wurden die unterschiedlichsten Spiele gespielt und neu
gelernt. Es wurde sehr viel Kreatives aus verschiedenen Materialien hergestellt, z.B. in einem Kunstprojekt über 12 Monate zum Thema Malerei
und Skulpturen von Niki de Saint-Phalle und Friedensreich Hundertwasser.
Die daraus entstandenen Kunstwerke wurden Ende 2012 im Sie´ste über
einen längeren Zeitraum ausgestellt, worauf die Mädchen und auch
deren Mütter bei der Ausstellungseröffnung sehr stolz waren. Um diese
schönen „Werke“ für alle länger in Erinnerung zu behalten, haben wir
mit den Mädchen zusammen einen Geburtstags-Kunstkalender hergestellt, den die Mädchen zum Abschluss bekommen haben und der im
Sie´ste käuflich zu erwerben ist.
Die Mädchen haben sehr gerne gekocht und gebacken. Sie halfen mit
Begeisterung auch beim Tischdecken und dekorieren. Bei gutem Wetter
nutzten wir den Sonnenscheinspielplatz und hatten dort viele schöne
Nachmittage, auch oft mit einem kleinen Picknick. Im Jahreslauf waren
die Highlights unsere Faschingspartys, die Sommerausflüge, auf Wunsch
der Mädchen auch Besuche im Westbad, und natürlich unsere besinnlichen Jahresabschlussfeste.
				 Christl Flaig | Angelika Häussler

Internationales Frauencafé
Unser internationales Frauencafé ist ein Treff vorrangig für unsere türkischen Besucherinnen und besteht seit der Gründung des Sie’stes.
In der Weststadt ist das internationale Frauencafé schon zu einer festen
Institution geworden und eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen zu
Gesundheit, Schule, Erziehung, Kommunalpolitik, Religion, Ausländerpolitik, Stadtteilarbeit, Sport und Vereine und zur Zukunftsperspektive
hier lebender Migrantinnen und ihrer Familien geworden.
Neben regem Austausch zu obigen Themen wurden in regelmäßigen
Abständen Referentinnen eingeladen. Oft kamen die Anregungen zu
diesen Themen auch von den Besucherinnen. Somit fanden Gesprächsrunden statt, die sich am Bedarf der Besucherinnen orientierten und
guten Anklang fanden.
Durch hier gesammelte Erfahrungen und gewonnene Stärke haben
einige Frauen auch in anderen Eirichtungen Verantwortung übernommen.
Zu den Aktivitäten 2013 zählten u.a. ein vierzehntägig stattfindender
gemeinsamer Kunstmalkurs, ein Ausflug der Gruppe in das Theater
Blaubeuren sowie ein gemeinsamer Ausflug ins Landesmuseum nach
Stuttgart.
Viele der regelmäßigen Besucherinnen sind Mitgliedsfrauen im Frauennetz
West e.V. geworden. Sie identifizieren sich mit den Zielen des Vereins
und vertreten das Sie´ste auch nach außen. Die Besucherinnen waren
an Veranstaltungen zum 8. März, dem internationalen Frauentag, sowie
bei Demonstrationen Gegen Rechts und der 1. Mai Veranstaltung aktiv.
Sie zeigen vielfältiges Interesse an der Geschichte und Kultur Ulms und
Deutschlands und fühlen sich in Deutschland angekommen. Somit leben
die Frauen und ihre Familien nicht parallel zur Gesellschaft, sondern
inmitten der Gesellschaft. Für sie ist Deutschland zur neuen Heimat für
sich selbst und ihre Familien geworden.
					
Rukiye Kaplan

7

Frauenfrühstück
Das Frauenfrühstück wurde im 3-Jahresdurchschnitt wöchentlich von
12 Frauen besucht. Die Frauen waren zwischen 35 – 65 Jahre alt und
etwa die Hälfte hatte einen Migrationshintergrund.
Im Rahmen der Gesundheitsförderung fanden verschiedene interessante
Vorträge während des Frauenfrühstücks statt, z.B. zum Thema Vorsorgevollmacht, Diät, Brustkrebsvorsorge, Homöopathie und Ernährung.
Die meisten Frauen waren Stammbesucherinnen, jedoch fanden über
die Vorträge auch neue Besucherinnen den Weg zu uns. Die Frauen
diskutierten lebhaft über die unterschiedlichsten Themen, die ihre
Lebenswelt betreffen, erfuhren in der Frühstücksrunde Aufmerksamkeit
für ihre Fragen und bei Bedarf auch Unterstützung und Hilfe für ihren
Alltag. Unser Ziel war und ist es, den Frauen beim Frauenfrühstück Raum
und Zeit für ihre Belange zu geben und den Austausch zwischen den
Kulturen zu fördern.
Am 8. März fanden im Rahmen des Internationalen Frauentages 2012 und
2013 sehr gut besuchte ausgedehnte Frühstücke mit über 60 Frauen aus
verschiedenen Einrichtungen und Privatfrauen bei uns statt und dort
wurde eng aneinandergerückt zu den unterschiedlichsten Themen
diskutiert und miteinander „gefeiert“.
Auch die kreative Seite konnte durch Malerei und Töpfern während des
Frauenfrühstücks ausgelebt werden. Es entstanden dabei einige schöne
Töpferwaren, die beim „Markt der keinen Dinge“ im Haus der Begegnung
verkauft werden konnten. Die Frauen waren stets hilfsbereit und unterstützten uns gerne beim Herrichten oder Aufräumen, worüber wir uns
sehr freuten, es ergaben sich doch dort manchmal noch intensivere
Gespräche außerhalb der großen Runde.
			
Christl Flaig | Alexandra Mathiesen

8

Mädchentreff „Starke Mädchen“
Das Sie´ste bietet seit September 2011 einen Mädchen-Lerntreff für
13 – 17jährige an, der seit Oktober 2012 aufgrund des hohen Bedarfs
nicht mehr nur einmal, sondern zweimal in der Woche stattfindet.
Der Mädchentreff beinhaltet einen Lerntreff, der neben der Erledigung
von Hausaufgaben, Lernen auf Klassenarbeiten und Lernen im Allgemeinen
eine Anlaufstelle, Beratung, Schnittstelle zu anderen Institutionen, ein
Gesprächs- und Aktionsforum für Mädchen ist. Ebenso bildet der Treff eine
Anlaufstelle für ratsuchende Eltern in Schul- und Erziehungsfragen.
Geleitet wird der Treff von der Diplom-Sozialpädagogin (FH) Iris Rittker.
Unterstützt wird diese von einer Studentin türkischer Herkunft und zusätzlich seit Mai von einer Abiturientin, beide wohnhaft im Ulmer Westen.
Im Jahr 2013 stieg die Teilnehmerinnenzahl von 21 auf 30 Mädchen,
wovon 23 türkischer, 1 russischer, 2 deutscher, 1 serbischer, 2 kurdischer,
1 albanischer und 1 kongolesischer Herkunft sind. Die Mädchen kamen
regelmäßig montags und/oder donnerstags. Sie gehen in die umliegenden
Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien (Klassen 7 – 9).
Neben den alltäglichen, schulischen und persönlichen Problemen stand
im Jahr 2013 ganz besonders der Schulstatus der Mädchen im Vordergrund. Dies bedeutet, das Ziel einiger Mädchen und deren Eltern
war, die nächsthöhere Schulform anzustreben. So konnte ein Mädchen
von der Förderschule in die Gemeinschaftsschule, einige von der Hauptschule in die Realschule und eine
sogar in das Gymnasium wechseln.
Ein nur Mädchen offen stehendes
Angebot ist hierbei eine Brücke, die
den Bewegungsradius und Handlungsspielraum der Mädchen erweitert und für Eltern, die in der Sorge
um das Wohlergehen ihrer Töchter
sind, ein vertrauensvolles Angebot
bietet. Das konstante Stattfinden
des Treffs, auf Wunsch auch manch-

mal in den Ferien, sowie gemeinsame Ausflüge, trugen dazu bei, dass
ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Mädchen aufgebaut werden
konnte. Die Teilnehmerzahlen des Mädchentreffs signalisieren die Notwendigkeit dieses Angebots und die Akzeptanz der Zielgruppe.
Iris Rittker

Da wir auch ein E-Piano zur Verfügung haben, ist das Einüben solcher
Tanzfiguren gut zu realisieren. Zum Abschluss des letzten Jahres besuchten wir im Ulmer Theater „Urmel aus dem Eis“, das uns allen sehr
gut gefiel. Mal sehen, ob es uns gelingt, im April eine kleine Vorführung
unserer musikalischen Arbeit zu präsentieren.
						Uta Vorwerk

Musikgruppe im Sieste
Neu im Sie’ste Programm ist seit Januar 2013 die Musikgruppe, die
immer am Montag zwischen 15.30 Uhr und 17.30 Uhr stattfindet und
von der ehemaligen Musiklehrerin Uta Vorwerk geleitet wird. Anfangs
kamen 8 Mädchen, die Jüngste war 5 Jahre, die Älteste 9 Jahre alt. Im
Verlauf des Jahres wuchs die Gruppe auf 10 bis 12 Mädchen an. Seit
diesem Jahr sind jeweils drei bis fünf Mädchen in einer Gruppe für 45
Minuten, eine ganz neue Anfängerinnengruppe und zwei fortgeschrittene Gruppen.
Jedes Mädchen bekommt eine C-Blockflöte zur Verfügung gestellt, die
es nach erfolgreicher Teilnahme an der Musikgruppe behalten darf.
Inzwischen können die fortgeschrittenen Mädchen schon die meisten
Griffe und Töne und beherrschen etliche Lieder und Übungen.

Junge Frauengruppe mit Kinderfolklore
Im Frühjahr 2013 starteten einige junge türkische Frauen eine junge
Frauengruppe mit Kinderfolklore im Sie’ste. Sie treffen sich einmal die
Woche zum gemeinsamen Teetrinken und geselligen Zusammensein,
üben folkloristische Tänze ein und organisieren verschiedene andere
Veranstaltungen, wie z.B. Flohmärkte.
					
Özlem Hoyrat
Konversationskurs Deutsch im Alltag
Seit Herbst 2013 findet ein Konversationskurs Deutsch im Alltag einmal
wöchentlich statt, der sich reger Teilnahme erfreut.
					Sieglinde Hegelau-Lipp

Jedes Mädchen führt auch eine Mappe, in der sämtliche Notenblätter
abgelegt werden. Begleitend mit dem
Blockflötenunterricht verbinden wir
grundlegende Kenntnisse der Notenschrift und der Musiklehre.
Der Mädchenladen besitzt außerdem
genügend Glockenspiele und verschiedene rhythmische Instrumente,
sodass wir auf vielfältige Weise miteinander musizieren können.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Erlernen von einfachen Kreistänzen aus
aller Welt. Bis jetzt kennen die Mädchen die Sternpolka aus Osteuropa
und einen englischen Kreistanz.

9

Kre-aktiv AG
Die Kre-aktiv AG trifft sich seit Februar 2009 in der Regel jeden dritten
Mittwoch im Monat von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Seit Anfang diesen
Jahres haben wir die Abstände der Termine verkürzt. Jetzt besteht das
Angebot im Mädchen- & Frauenladen Sie´ste alle zwei Wochen, ausgenommen in den Schulferien.
Unsere Gruppe besteht aus ca. 10 bis 15 Frauen unterschiedlichen
Alters mit und ohne Handicap. Der kulturelle und soziale Hintergrund
in unserer Gruppe ist sehr weit gefächert, was uns alle verbindet, ist
der Spaß und das Interesse an Handarbeit, Kunsthandwerk und jeder
Art kreativen Gestaltens.
Wir treffen uns, um gemeinsam zu filzen, zu stricken, zu nähen, zu häkeln
oder um andere Handarbeitsideen umzusetzen. Dabei kann entweder
an mitgebrachten eigenen Projekten gearbeitet oder an einem Angebot
aus der Gruppe teilgenommen werden.
Bei einem gemeinsamen Angebot, das meist am vorangegangenen Treffen
besprochen wird, besorgt in der Regel eine Frau aus der Gruppe das
benötigte Material für alle und die Kosten werden geteilt.
Bei unseren Treffen gibt es kein fest vorgegebenes Programm, es ist uns
wichtig, dass alle Frauen sich mit Ideen und deren Umsetzung einbringen
können. Seit 2009 beteiligt sich die Kre-aktiv AG für das Sie´ste am
Markt der kleinen Dinge. Dafür stellen wir ab Herbst gemeinsam schöne
Kleinigkeiten her, die am Markt verkauft werden und wovon ein Teil des
Erlöses dem Mädchen- & Frauenladen zugute kommen. Die Teilnahme
an den Abenden ist kostenfrei und unverbindlich. Damit soll gewährleistet werden, dass jede Frau unabhängig vom Geld- und Zeitvermögen
mit Spaß in einer Gruppe ihren Interessen nachgehen kann.
						Corinna Blum

10

Internet-Einsteigerinnen-Kurs
Seit mehr als drei Jahren bietet das Sie´ste einen Computerkurs für Internet-Einsteigerinnen in kleinen Gruppen mit persönlicher Betreuung an.
Dazu wird der Begegnungsraum des Sie´ste in einen Rechnerraum
umgewandelt. Sechs Laptops, die uns freundlicherweise das ZAWIW der
Universität Ulm für einen Zeitraum von 10 Wochen zur Verfügung stellt,
werden auf den Tischen aufgestellt.
Maximal werden 6 Teilnehmerinnen in einem Kurs angenommen.
Ist die Nachfrage größer, was bisher immer der Fall war, werden die
Kurse zeitversetzt nochmals angeboten und von zwei ehemaligen
Betriebsrätinnen ehrenamtlich betreut.
Aller Anfang ist schwer. In der ersten Stunde werden der Umgang mit
dem Laptop, der Maus und der Tastatur gelernt sowie Internet-Aufrufe geübt.
Nach dieser Einführung wird in den folgenden Stunden jeweils ein
weiteres Thema, das ein übliches Anwendungsgebiet des Internets ist,
vorgestellt und anschließend von den Teilnehmerinnen trainiert.
Die Themen sind Anwendung der
Suchmaschine Google, E-Mail-Konto
einrichten, Senden und Empfangen
von E-Mails, Einkaufen im Internet,
Preisvergleiche von Waren, das
Buchen von Urlauben und Hotels,
Surfen nach Infos und vieles mehr.
Es wird auch auf Probleme und
Gefahren im Internet hingewiesen.
Die Zahl der Teilnehmerinnen beträgt
jedes Jahr ca. 10 – 12 von unterschiedlicher Nationalität.
Charlotte Blass

Gesundheitsprävention – „Gesund sind wir stark!“
Seit 2009 führt das Frauennetz West das Programm zur Gesundheitsprävention „Gesund sind wir stark!“ durch. Der Schwerpunkt der Arbeit
konzentriert sich auf benachteiligte und bildungsferne Menschen mit
und ohne Migrationshintergrund. Die jahrelange Existenz unserer Einrichtung in der Weststadt mit der Möglichkeit, dass sich Mädchen und
Frauen in „männerfreien Räumen“ treffen können, ist bei den Kulturkreisen, die wir erreichen möchten, eine wesentliche Voraussetzung
dafür, dass unsere Angebote so gut angenommen werden. Von 2008
– 2010 wurde die Arbeit im Rahmen des Modellvorhabens „Soziale
Stadt“ für benachteiligte Menschen in der Ulmer Weststadt von der
Sanierungstreuhand Ulm finanziert. Seit 2011 konnte sie fortgeführt
werden durch Gelder der Stadt Ulm, Bundesmittel des Bundesamts für
Migration, Mittel des Landes Baden Württemberg „Stärke“, Zuschüsse
des Landessportbunds „Integration durch Sport“ und Projektmittel
„Komm in Form“ und mit Hilfe weiterer Sponsoren und Sponsorinnen.
Die Teilnehmerinnen kommen aus Ulm und zu geringem Anteil sogar
aus den Nachbargemeinden.

den sonst schwer erreichbaren Gruppen den Zugang zu sozialen
Aktivitäten zu erleichtern. Durch unsere regelmäßige Werbung über die
Einrichtungen, persönlichen Gespräche mit den Menschen und KooperationspartnerInnen und über die Medien werden unsere Angebote gut
angenommen.
Aus der bisherigen Arbeit wurde der Eindruck gewonnen, dass besonders diejenigen Frauen und Mädchen erreicht werden, die sonst kaum
Anschluss zum öffentlichen Alltagsleben finden. Gezielt werden für
die Vorträge und Kurse Fachfrauen und -männer gesucht, die aus
demselben Kulturkreis stammen. Ein wesentlicher Grund dafür ist,
dass diese Personen als Vorbilder agieren und nach Bedarf auch
zweisprachig referieren können.
Somit erreichen wir die sprachlich benachteiligten Menschen leichter.
Gleichzeitig erfahren die Referentinnen und Referenten Anerkennung für ihre Kompetenz und ihr Fachwissen.

Im Mittelpunkt unserer niederschwelligen Arbeit steht die Förderung der
Chancengleichheit in der Gesundheitsprävention. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, damit Frauen und Mädchen unterschiedlichster
Herkunft ihr größtmögliches Gesundheitspotential verwirklichen können.
Die Ulmer Weststadt ist mit 18 % der Ulmer Bevölkerung der einwohnerstärkste Stadtteil Ulms. Menschen mit Migrationshintergrund
nehmen hier einen Anteil von 42,5 % ein, die größte Gruppe der MigrantInnen sind türkischer Herkunft.
Die Gesundheitsprävention wird von zwei Koordinatorinnen und zwei
weiteren Kolleginnen gemeinsam durchgeführt. Zwei von ihnen haben
einen Migrationshintergrund. Die Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass
die Frauen ihre interkulturellen Kenntnisse, Erfahrungen und persönlichen
Beziehungen einbringen, die sie durch jahrelanges ehrenamtliches und
professionelles Engagement für soziale Belange und Chancengleichheit erworben haben. Drei von ihnen leben auch in der Weststadt.
Es werden hauptsächlich niederschwellige Angebote offeriert, um

11

Es wurden Kurse und Vorträge zur Ernährung und Bewegung und zur
Verbesserung der psychosozialen Kompetenz organisiert. Neben den Bewegungskursen, die in den drei Jahren vermehrt nachgefragt wurden,
finden wöchentliche Vorträge (außer in den Ferien) statt.
Diese beinhalteten u. a. Themen wie körperliche Gesundheit (z.B. Zähne,
Osteoporose, Vorsorge, Krebs, Hormone), psychische Gesundheit, Fragen
zur Erziehung, kindgerechte Beschäftigung, Entwicklung des Kindes,
sexueller Missbrauch, ADHS bei Kindern, einen Crashkurs Hauswirtschaft,
Ernährungsfragen, „gesundes Frühstück“, „Wissen, was drin ist“, Chancen
und Risiken in der Mediennutzung von Kindern, „Spannende Babyzeit –
Entwicklung im 1. Lebensjahr“, um nur einige zu nennen.
Bereits jetzt zeigt sich, dass nach wie vor ein hoher Bedarf an Schwimmund Radkursen besteht. Das Angebot konnte in den letzten drei Jahren
erweitert werden. Neben dem Angebot in der Jörg-Syrlin-Schule finden
seit 2012 zusätzliche Kurse während der Frauenbadezeiten im Westbad statt, die sehr gut angenommen werden. Bei den Schwimmkursen
für Kinder gibt es mittlerweile eine lange Warteliste. 2013 konnten
wir in Kooperation mit der vh in deren Weststadt-Tanzstudio Pilates-Kurse anbieten. Das Thema „Psychische Gesundheit“ stößt bei
Menschen mit Migrationshintergrund immer auf großes Interesse.
Die Besucherinnenzahlen schwanken bei Kursen zwischen 6 und 15,
bei Vorträgen zwischen 6 und 40 Teilnehmerinnen pro Veranstaltung.
Die Erfahrung zeigt, dass wir durch die immer wiederkehrenden Angebote, die Beziehungsarbeit, persönliche Kontakte und die Werbung und
Meldungen in der Zeitung immer mehr und auch neue Frauen erreichen.
Die neu gegründete Mädchenfußballmannschaft hat sich etabliert.
Seit zwei Jahren nimmt sie an Punktspielen teil und beteiligt sich oft an
Wochenenden bei Freundschaftsturnieren. Zurzeit trainieren zweimal
pro Woche sommers wie winters 12 bis 15 Mädchen aus vielen Nationalitäten im Alter zwischen 9 und 15 Jahren. Sie treffen sich regelmäßig vor
den Punktspielen zur Besprechung im Sie’ste. Im Dezember 2013 hat Frau
Bürgermeisterin Mann die Patenschaft für die Mädchen übernommen.

12

Die meisten Veranstaltungen finden in unseren Räumen statt bzw.
werden in enger Zusammenarbeit bei den KooperationspartnerInnen
durchgeführt. In Absprache mit den Einrichtungen können viele Fachfrauen und -männer ihre Vortrags- und Beratungsangebote teilweise
ehrenamtlich oder im Rahmen ihrer Arbeitszeit bei den Einrichtungen
zur Verfügung stellen, anfallende Honorare bestreiten wir aus den
eingangs genannten Mitteln. Somit entstehen für uns keine weiteren
Honorarkosten für die Referentinnen, Kinderbetreuung und Übersetzerinnen. Die Teilnehmerinnen lernen so gleichzeitig die Einrichtungen der
Kooperationspartner kennen und können bei Interesse gezielt dort
weitere Angebote wahrnehmen. Weiterhin konnten auch Referentinnen
der Universitätsklinik Ulm und freiberuflich tätige Personen aus dem
Gesundheits- und Finanzbereich zur Mitarbeit gewonnen werden.
Wir bieten außerhalb der Ferien und neben den Bewegungskursen
mindestens einmal wöchentlich einen Vortrag bzw. Gesprächskreis an.
An den Schwimmkursen, die wir in Kooperation mit der DLRG offerieren,
können pro Kurs immer 8 Frauen oder Kinder im Lehrschwimmbecken
der Jörg-Syrlin-Grundschule teilnehmen. So haben über diesen Weg
bislang 72 Frauen und 72 Kinder in den drei Jahren schwimmen gelernt. Der Großteil der TeilnehmerInnen besitzt einen internationalen
Hintergrund und ist Lobby-Card-BesitzerIn. Bei den Schwimmkursen für
Migrantinnen aus Nicht-EU-Ländern im Westbad während der Frauenbadezeiten herrscht eine große Nachfrage. Auch die Radkurse wurden in
den drei Jahren vermehrt nachgefragt. So bieten wir statt zwei Kursen seit
2012 nun vier Kurse für je 10 Teilnehmerinnen im Jahr an. Weitere
Bewegungskurse wie Yoga und Aqua Fitness gehören zum regelmäßigen
Programm. Eine Gruppe von Frauen, die sich nach einem NordicWalking-Kurs zusammengetan hat, bietet nachhaltig seit Jahren
weiteren Interessentinnen die Möglichkeit zum Mitlaufen.
Einmal im Jahr referiert Frau Dr. Tumani von der Universität Ulm, um
das Thema: „Wege zum psychischen Wohlbefinden in der Familie“
aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Hier ist die Nachfrage sehr groß. Sehr gut wird auch der Gesprächskreis „Krankheit
verstehen und bewältigen“ und der Frühstückstreff zu Erziehungsfragen
für Mütter angenommen. Die Begleitperson ist Vertrauensfrau und

Dolmetscherin. Trotz guter Resonanz müssen die Teilnehmerinnen
gelegentlich an die Termine erinnert werden. Bei vielen Veranstaltungen
ist es notwendig, ergänzend eine Kinderbetreuung zu organisieren.
Das Interesse an Vorträgen über gesunde Ernährung allgemein und zum
gesunden Frühstück in den Kindertageseinrichtungen ist kontinuierlich
gleich geblieben. Die Vorträge werden gerne besucht und haben nachhaltige Wirkungen. Erzieherinnen berichten, dass die Vesperboxen jetzt
mit gesünderen Lebensmittel gefüllt werden. Durch Unterstützung der
Schule für Diätassistenz konnten verschiedene Themen zur Ernährung
im Sie’ste und in den Einrichtungen durchgeführt werden.
Zu Kochkursen allein ließen sich die Frauen selten motivieren. Leider
mussten auch Kochkurse krankheitsbedingt im Jahr 2013 für längere
Zeit ausfallen. Es gelang uns, über den „Crashkurs Hauswirtschaft“
Praxistipps zur gesunden Ernährung zu vermitteln. Dieser Kurs wurde
zum ersten Mal im Herbst 2013 von Mitarbeiterinnen des Landratsamtes
Alb-Donau-Kreis durchgeführt und sehr gut angenommen.
2010 und 2011 fand ein Jahr lang eine „Esspedition mit Pippi“ mit
Grundschülerinnen während des Mädchencafés statt. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis, dem Verein für Zirkuskünste
(Serrando) wurden alle zwei Wochen die Mädchen in Ernährung und
Bewegung geschult. Die Finanzierung erfolgte über das Projekt
„Komm in Form“, einer Initiative für clevere Ernährung in BadenWürttemberg. Ein vorliegendes Konzept für einen „Gesprächskreis
für pflegende Angehörige“ in zweiwöchentlichem Rhythmus in unseren
Räumen in Zusammenarbeit mit einer Fachfrau und den Paritätischen
Sozialdiensten Ulm konnte leider nicht umgesetzt werden.
Seit fünf Jahren bieten wir Aktionen zur Gesundheitsprävention
für Frauen und Mädchen an. Die Kontinuität und das aufgebaute
Vertrauen zu den Teilnehmerinnen schafft ein Klima für die Erweiterung
der Angebote. Wir sehen daher den Bedarf, die Angebote zu modifizieren und zu ergänzen, um damit mehr Nachhaltigkeit zu bewirken. Alle
Programmveränderungen sind nachfrageabhängig und werden mit den
KooperationspartnerInnen abgesprochen.
			
Rukiye Kaplan | Sigrid Räkel-Rehner

Wöchentliche regelmäßige Öffnungszeiten im Mädchen- &
Frauenladen Sie‘ste (ohne Gesundheitsprävention)
25
Stunden
17

14,5

2011

2012

2013

Entwicklung der Angebote zur Gesundheitsprävention im
Mädchen- & Frauenladen Sie‘ste
Anzahl der Angebote
28
27
24
21
16
13
10
7

6

2011
Vorträge

2012
Kurse

2013
Bewegungsangebote

13

Berichte von den Präventionsangeboten
Müttertreff mit kleinem Frühstück und
Impulsen für den Erziehungsalltag
Zweimal im Jahr treffen sich an 5 Vormittagen im Sie’ste bis zu 18 Mütter
bei Kaffee, Tee und Brezeln. Einige brachten noch ihre Kleinkinder mit.
Fast alle Mütter hatten einen Migrationshintergrund, ein großer Teil
kam ursprünglich aus der Türkei. Eine Mitarbeiterin, Rukiye Kaplan von
Sie’ste, übersetzte, wenn es notwendig war, in die türkische Sprache.
An den einzelnen Vormittagen wurden zusammen mit den Müttern ganz
praktische Fragen besprochen wie z.B. sie ihr Kind loben und eine gute
Beziehung aufbauen können, wie wichtig es ist, das Kind anzuschauen,
wenn man was von ihm möchte und nicht z.B. aus der Küche heraus
von Weitem zu rufen, was es tun soll. Und wie wichtig es ist, selbst zu
überlegen, wie viel Fernsehen gut für das Kind ist und welche Grenzen
sinnvoll erscheinen und sich nicht einfach immer wieder überreden
zu lassen.
Die Mütter setzten sich trotz der Sprachschwierigkeiten und den anfänglichen Hemmungen ganz offen mit den unterschiedlichen Themen
auseinander und brachten ihre konkreten Schwierigkeiten nach kurzer
Zeit vertrauensvoll ein. Sie erlebten einerseits, dass sie von den anderen
Müttern ernst genommen und unterstützt wurden. Andererseits bekamen
sie durch Rollenspiele, in denen wir Lösungen für Alltagssituationen
ausprobierten, konkrete Ideen zu Möglichkeiten von Veränderungen.
Die Mütter berichteten immer wieder, dass sie zu Hause nun ihren Kindern
besser zuhören und sie besser verstehen könnten, sie aber auch deutlicher ihren Kindern sagen könnten, was sie sich anders wünschen.
Die Beziehung zwischen ihnen und ihren Kindern wurde entspannter.
Die Mütter strahlten, als sie dies berichteten und wollten alle eine Fortsetzung. Mich beeindruckte an diesen Vormittagen, dass es mit sehr
großem persönlichen Einsatz von Frau Kaplan jeweils gelang, so viele
unterschiedliche Mütter über einen längeren Zeitraum an einen Tisch
zu bringen. Nach jedem Müttertreff kam ich ganz begeistert in die Beratungsstelle zurück. Eine solch sprachlich bunte, ehrliche Auseinandersetzung mit Erziehungsthemen und den großen Wunsch der Mütter,
es für ihre Kinder gut zu machen, habe ich bisher noch kaum erlebt.
Regine Reisinger
					

14

Krankheit verstehen und bewältigen
Seit Mai 2011 trifft sich die Gruppe „Krankheit Verstehen und Bewältigen“
im Sie’ste. Rukiye Kaplan als Dolmetscherin und ich als pensionierte
Allgemeinärztin treffen uns mit 6 – 8 meist türkischen Frauen, die schon
viele Jahre in Deutschland leben, Kinder großgezogen haben und zum
Teil schon Enkelkinder betreuen, die aber trotz Sprachkurs nur einfaches
Deutsch sprechen. Damit können sie sich bei schwierigen persönlichen
und gesundheitlichen Fragen nur wenig Hilfe bei den Ärzten und
Ärztinnen holen. Sie leiden an zum Teil schweren organischen, aber
auch psychosomatischen und psychischen Erkrankungen: Hochdruck,
Herzinsuffizienz, Diabetes, Kolitis ulcerosa, rheumatische Erkrankungen,
Asthma, Osteoporose, Knie- und Hüftgelenksarthrosen und Wirbelsäulenerkrankungen und traumatische Beschwerden, Anpassungsstörungen
und Depressionen.
Sie hatten viele Ärzte und Ärztinnen aufgesucht und trugen viele Ängste
und Enttäuschungen mit sich herum. Es gab Situationen, wo die Übersetzung eines Satzes 10 minütige Ausführungen von Rukiye Kaplan zur
Folge hatte, neben längeren Erörterungen durch die anderen Frauen.
Aus diesen Diskussionen habe auch ich viel gelernt.
Oft habe ich die Art der Krankheit, die Untersuchungsmethoden und die
Behandlungen erklärt, was viel Angst genommen hat und es den Frauen
leichter machte, mit ihrem Arzt als mündige Patientin zu reden.
Was hat sich verändert? Eine Frau konnte die Behinderung ihres Kindes
akzeptieren und ihm aktiv helfen, ohne sich schuldig oder überfordert
zu fühlen und eine neue Schwangerschaft begrüßen, einer Frau gelang
es, die Enttäuschung über den Vater ihres Kindes zu überwinden, auch
mehr für sich selbst sorgen und nach einem neuen Partner Ausschau
halten, eine Frau konnte aus einer schweren Depression wieder auftauchen, konnte lernen, sich nicht für die Probleme der erwachsenen
Kinder verantwortlich zu fühlen, worüber die Kinder sehr froh sind.
Einige konnten ihre Enttäuschungen zumindest teilen und die Energie
finden, einen Sprachkurs oder eine neue Arbeit anzufangen.
					Dr. Helga Mohs-Jahnke

Crashkurs Hauswirtschaft
Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem – denkt so manch eine, aber
in der Realität sieht es oft anders aus. Deshalb bietet das Landratsamt
Alb-Donau-Kreis – Bereich Hauswirtschaft – einen Crashkurs Hauswirtschaft an. Der Crashkurs Hauswirtschaft bietet gerade für Personen in
besonderen Lebenssituationen gute Möglichkeiten, um die Arbeit im
Haushalt zu überdenken, zu vereinfachen und falsche Gewohnheiten zu
ändern. Er beinhaltet Treffen an fünf Vormittagen und fand zum ersten
Mal im Herbst 2013 statt. Bei jedem Treffen startete frau mit einem
reichhaltigen gesunden Frühstück, das jedes Mal verschiedene Ideen und
Rezepte zum Mitnehmen für das Frühstück, im Kindergarten oder in der
Schule beinhaltete.

Spannende Babyzeit
– Entwicklung im ersten Lebensjahr
Die Kurse sind mit 6 – 12 Müttern und Babys (vereinzelt Vätern) mit
vielfältigem sozioökonomischem Hintergrund gut belegt. Neben den
theoretischen Inhalten zur gesunden Ernährung im ersten Lebensjahr
spielt auch die Analyse der Produkte der Babynahrungsindustrie eine
große Rolle.

Beim ersten Treffen ging es darum, im Alltag schnell, günstig und gesund
zu kochen. Dabei ist nicht das Rezept entscheidend, sondern es fängt bei
der Speiseplanung an und geht über den Einkauf bis hin zur richtigen
Lagerung der Lebensmittel. Zum Schluss wurde das Gelernte mit der Zubereitung verschiedener Gerichte in die Praxis umgesetzt.
Der zweite Vormittag war der Ernährung gewidmet: Was braucht unser
Körper, was brauchen Kinder, damit sie gesund aufwachsen? Es wurde
allen schnell klar, dass die Werbung uns oft das Gegenteil suggeriert.
Eine wichtige Einsicht kam den Müttern: Den Kindern ein gutes Vorbild
sein und das vorleben, was man selbst möchte.
Am dritten Vormittag stand das Thema: „Wie kann ich meinen Haushalt
organisieren“ auf dem Programm, wie kann in weniger Zeit, mit weniger
Kraft und Geld alle Arbeit erledigt werden. Als gutes Instrument wurden
Arbeits- und Wochenpläne erstellt und erläutert.
Das Thema des letzten Treffen war: Wie kann ich schnell und effektiv
putzen, welche Putzmittel sind sinnvoll? Nachdem einige Waschmittel
und die Waschprogramme erklärt wurden, war klar, dass sie ihren Waschmitteleinkauf und ihr Waschverhalten in Zukunft ändern werden, um die
Textilien zu schonen und für die Umwelt und den Geldbeutel Gutes zu tun.
Der Kurs endete schließlich mit einem Bauernhofbesuch: Das Melken
mit einem Roboter, das Futter der Kühe, die viele Arbeit – für viele war
es das erste Mal, dass sie einen Bauernhof so hautnah erlebten.
					
Ulrike Bahmer

Mit viel Spaß werden die Breie selber gekocht und probiert. Der direkte
sensorische Vergleich mit gekaufter Gläschenkost führt zu einer
informierten Entscheidung darüber, was Mütter ihren Babys als Beikost geben wollen. Die einzelnen individuellen Fragen zum Stillen und
Ernährung der anwesenden Babys werden ebenso behandelt wie der
Entwicklungsstand von Monat zu Monat. Auch nach dem Kurs melden
sich die Mütter häufig mit ihren Fragen und Problemen.
Hedwig Pogadl
					

Was sind Kohlenhydrate, hinter welchen Bezeichnungen versteckt sich
der übermäßige Zucker in den Produkten? Wieviel Eiweiß und Fett
braucht ein Baby, ab wann sind welche Gemüse- und Obstsorten
sinnvoll…?

15

Mädchenfußball
2010 wurde erneut eine Mädchenfußballmannschaft im Rahmen
der Gesundheitsprävention in der Weststadt initiiert. In den ersten zwei
Jahren trafen sich über 25 Mädchen regelmäßig zweimal wöchentlich, die
meistens von zwei Trainerinnen angeleitet wurden. Das Training findet
auf den Plätzen des ESC-Ulm statt und im Winter zuerst in der Albrecht
Berblinger-Realschule, heute im Sportzentrum Oberer Kuhberg.
!

Die Eltern bzw. die Mädchen haben internationale Wurzeln (Portugal,
Italien, Türkei, Bosnien, Kroatien, Serbien, Russland, Montenegro), aber
es sind natürlich auch Mädchen aus Deutschland dabei. Sie besuchen
Schulen wie die Albrecht-Berblinger-Gemeinschaftsschule, AdalbertStifter-Schule, Anna-Essinger-Realschule und -Gymnasium, PestalozziSchule, Waldorfschule am Illerblick und Elly-Heuß-Realschule.
Es kristallisierte sich mit der Zeit eine Stammmannschaft heraus, in
der auch heute noch teilweise Mädchen aus der Anfangszeit spielen.
Im Jahr 2012 wurde zum 1. Mal an der Punkterunde teilgenommen
(D-Jugend). Jetzt sind immer regelmäßig 12 – 15 Mädchen zum Training
da, von denen 10 zur Mannschaft gehören, die an der Punkterunde und
an den Turnieren (Halle wie auch Feld) teilnehmen. Der regelmäßige
Trainingsbesuch macht sich langsam bemerkbar, es werden teilweise
Erfolge in der Punkterunde als auch bei den Turnieren erzielt. Wenn man
bedenkt, dass wir mit Mädchen spielen, die noch D-Jugend wären,
kann man dies einen respektablen Erfolg nennen. Auf der Abschlusstabelle der letzten Saison erzielten sie den respektablen Platz 5. Seit
Sommer 2013 treffen sich die Mädchen mit den Trainerinnen regelmäßig vor den Spielen zur Besprechung im Sie’ste. Dies stärkt
ihr Selbstvertrauen und die Konzentration auf das kommende Spiel.
Zur großen Freude der Mannschaft und der Initiatorinnen übernahm
die Sozialbürgermeisterin, Iris Mann im November 2013 die Patenschaft für die Mannschaft. Es konnte nur gelingen durch die Kooperation
mit dem ESC Ulm und dem Landessportbund „Integration durch Sport“.
Dieses niederschwellige Angebot für die Mädchen in diesem Alter
fördert ihren Teamgeist, die Freundschaftsbildung und ihr Selbst-bewusstsein. Natürlich ist es auch ein wichtiger Schritt zu regelmäßigen körperlichen Aktivitäten.
Silvia Delfmann | Manuela Fesseler

16

Radkurs
Haben Sie schon gesehen, dass in der Weststadt Frauen unterschiedlichen Alters und verschiedener Nationen miteinander radfahren?
Diese konnten bis dahin nicht mit ihren Enkeln oder ihren Familien
gemeinsam Radtouren planen und ausführen. Außerdem war einkaufen
oder zur Arbeit fahren für sie nicht mit dem Fahrrad möglich.
Zwei mal im Jahr finden im Frühjahr und im Herbst Radfahrkurse für
Frauen statt. Die Kurse werden wöchentlich an zwei Wochentagen über
mehrere Wochen im Frühjahr und Herbst abgehalten. 2013 wurde ein
zusätzlicher Intensiv-Kurs auch an Samstagen angeboten. In Kooperation
mit dem Inseltreff Weststadt können die Freiflächen vor dem Jugendhaus zum Erlernen des Radfahrens genutzt werden.
Der Kurs beinhaltet eine Fahrt auf dem Verkehrsübungsplatz in Wiblingen,
um sich mit den Verkehrsregeln und Schildern vertraut zu machen.
Auf Wunsch der Teilnehmerinnen werden gemeinsam im Sie‘ste Fragebögen der Verkehrspolizei ausgefüllt. Zum Abschluss findet ein Ausflug
nach Blaustein statt, der mit einem Eisessen gekrönt wird.
Das Bundesamt für Migration fördert diese niederschwelligen Frauenkurse für Frauen aus Nicht-EU-Ländern. Somit haben in diesen drei
Jahren 60 – 70 Frauen Radfahren gelernt. Manche mussten auch einen
Kurs doppelt belegen, da die Stunden für einen Kurs nicht ausreichten.
Auch wenn die Kursteilnehmerinnen manchmal den Mut verloren hatten,
wurden sie von den Sie’ste Frauen immer wieder unterstützt.
Nach kleineren Verletzungen, Muskelkater, blauen Flecken und Mutlosigkeit kippte häufiger die Stimmung. Mit Freudenschreien konnten
sie aber nach einem Kurs meistens ganz stolz sagen „Ich kann Rad
fahren“!
Inzwischen berichteten viele Frauen, dass sie sich ein eigenes Rad
gekauft und viel erlebt haben beim Radfahren mit ihren Freunden,
Freundinnen und Familien. Eine Frau erzählte ganz stolz, dass sie
ein Rad von ihrem Mann geschenkt bekommen hat.
Hatice Sirin | Gabi Ringelstetter-Talpa | Canan Karakus

Frauenschwimmen
DLRG-Schwimmkurse im Lehrschwimmbecken der Jörg-Syrlin
Grundschule
Es gibt viele Migranten, Migrantinnen und Kinder, die hier in Deutschland leben, die aufgrund ihrer Herkunft und Religion nicht die Möglichkeit
haben, öffentliche Schwimmbäder zu besuchen und somit auch nicht die
Chance haben, Schwimmen zu erlernen.
Daher bietet die DLRG in Kooperation mit dem Mädchen- & Frauenladen
Sie’ste seit einigen Jahren vor allem für diese Frauen jeden Mittwoch von
19 – 20 Uhr einen Schwimmkurs an, für Kinder von 18 – 19 Uhr, der
ausschließlich von geschulten Frauen der DLRG geleitet wird. Hierfür
dient ein kleines Lehrschwimmbecken der Jörg-Syrlin-Schule, das zum
Erlernen des Schwimmens gut geeignet ist. Ein weiterer großer Vorteil
besteht darin, dass das Schwimmbad etwas abgelegen von der Straße
ist und nur wenig Fensterfronten besitzt. Somit kommt es kaum vor, dass
Fremde am Schwimmbad vorbeilaufen und hineinschauen, was für einige
Frauen auch ein Problem wäre.
Es gibt drei Kurse mit jeweils 10 Unterrichtsstunden im Jahr. Die
Kursgröße beträgt ca. 6 – 8 Frauen. Die Kurse sind immer ausgebucht
und die Erfolgsquote der Frauen, die regelmäßig zum Unterricht
kommen, liegt bei ca. 90 %, was sehr hoch ist. Wir haben über die Jahre
festgestellt, dass die größte Hürde für diese Frauen darin besteht, auch
wirklich zur ersten Unterrichtsstunde zu erscheinen, da sie meist sehr
große Angst vor dem Wasser haben und vor dem, was im Schwimmkurs wohl auf sie zukommt. Ist dieser erste Schritt geschafft, haben die
Frauen viel Spaß im Wasser und genießen diese Schwimmstunde sehr.
Die meisten Frauen stellen auch ganz schnell fest, dass „schwimmen
lernen“ gar nicht so schwer ist und es kommt immer wieder vereinzelt vor, dass Frauen bereits nach der ersten oder zweiten Stunde die
ersten Schwimmzüge alleine machen. Leider gibt es aber immer wieder
einige wenige Frauen, die sehr unregelmäßig oder nach einigen Stunden
gar nicht mehr kommen, was sehr schade ist. Die Gründe dafür sind für
uns schwer nachvollziehbar. Zum Glück ist das nicht die Regel und die
meisten Frauen geben am Ende des Kurses zum Ausdruck, wie froh sie
sind, diesen Kurs gemacht zu haben und wie toll es ist, jetzt schwimmen
zu können. 				
Ulrike Fritz

Schwimmkurse im Westbad
montags 10.30 – 13.30 Uhr
während der Frauenbadezeiten
Wegen großer Nachfrage werden seit 2012 zusätzlich im Ulmer Westbad Frauenschwimmkurse während der Frauenbadezeiten angeboten.
Erleichtert wird dies durch Zuschüsse des Bundesamtes für Migration.
So fanden 2011 zwei Kurse, 2012 bereits drei Kurse statt. Seit 2013 werden
zweimal 2 Kurse jeweils im Frühjahr und im Herbst durchgeführt. Am
Anfang nahmen fast ausschließlich türkische Frauen teil. In der Zwischenzeit hat sich das geändert. Es kommen Frauen aus Brasilien, dem
Iran, Afganistan, Nigeria, Indien, Eritrea und dem ehemaligen Russland.
Die Ängste, die alle gemeinsam hatten, werden abgebaut. Bei älteren
Frauen dauert das Schwimmenlernen etwas länger, bei der Jugend
geht es recht schnell. Am Anfang sind sie sehr skeptisch, später lachen
und freuen sie sich, wenn sie es zum ersten Mal geschafft haben, die
Beine vom Boden weg zubringen. Zur Stärkung der Muskulatur gehört
zur jeder Unterrichtsstunde die Wassergymnastik. Sie erfreut sich sehr
großer Beliebtheit.
Es ist nicht nur der Schwimmkurs, der die Frauen bewegt, ins Westbad
zu kommen. Es sind die Gespräche untereinander, das Lachen, die
Hilfe am Ticketschalter, die Anerkennung und die Freude, wenn man
Schwimmen gelernt hat. Es stärkt den Körper und die Persönlichkeit.
Auch untereinander helfen sich die Frauen.
Nach dem Schwimmkurs finden noch häufig weitere gemeinsame Treffen
statt. Wir kommen jeden Montag gerne zum Schwimmkurs, da es auch
für uns eine Bereicherung ist und wir sehen, wie offen und herzlich der
Umgang untereinander ist.
Susanne Mayer | Rukiye Kaplan

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Finanzielle Situation
In Balance mit Pilates
Im Jahr 2013 startete ich wegen großer Nachfrage mit zwei Kursen
Pilates in der Begegnungszone vom Sie’ste.
Die Nutzung der Begegnungszone war immer mit einer großen Räumaktion von Tischen und Stühlen verbunden, damit die Stunde starten
konnte. So war es wunderbar, dass die weiteren Kurse im Herbst im
vh-Tanzstudio statt finden konnten.
Der Pilates Kurs bietet den Frauen die Möglichkeit, ein gesundes,
entspanntes Körperbewusstsein zu entwickeln, ihre Flexibilität in der
Wirbelsäule und im gesamten Körper zu steigern und durch die Stärkung
der Rumpfmuskulatur auch ihre Haltung zu ändern und somit auch ihr
äußeres Erscheinungsbild. Oft werden sie dadurch auch selbstbewusster.
Die Teilnehmerinnen erkennen die Wichtigkeit der Bewegung im Alltag
zur Prävention und für das körperliche und seelische Wohlbefinden.
Abgesehen von der Körperarbeit, bietet dieser Kurs aber auch einen
Raum der Kommunikation, der Begegnung, des Austausches in deutscher
Sprache und deutscher Kultur. Der vertraute Raum, die lockere Atmosphäre hilft den Teilnehmerinnen sowohl körperliche Scham wie auch
sprachliche Hemmungen abzubauen und zusätzlich ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Das Auftreten in der Gruppe wird selbstbewusster. Die meisten Frauen
erfahren zum ersten Mal, die Wichtigkeit, „Zeit für sich zu haben und zu
nehmen“ und Teil einer außerfamiliären Gruppe zu sein.
Rebekka Antoniadou

18

Der Verein Frauennetz West e.V. war finanziell dank der jährlichen städtischen Zuschüsse für den laufenden Geschäftsbetrieb, der Zuschüsse des
Bundesamtes für Migration, der städtischen Mittel für die Gesundheitsförderung, der Finanzierung „Starke Mädchen“, der städtischen Kontaktstelle
für Migration, dem Landesprogramm „Stärke“ und Landessportbund
„Integration durch Sport“ gut aufgestellt (vgl. nebenstehende Tabelle).
Die Mitgliedsbeiträge stiegen kontinuierlich auf fast 2.000 € pro Jahr
an, die Einnahmen durch Eigenbeiträge und Kostenersatz, z.B. Internationales Frauencafé, Starke-Mädchen-Treff u.a. betrugen im Dreijahresdurchschnitt 3.876 € pro Jahr. Des Weiteren kamen jährlich im Schnitt
Zuschüsse von der Landesbank Baden-Württemberg für Hausaufgabenbetreuung in Höhe von 1.015 € dazu.
Die Einnahmen bei Schwimm-, Rad- und anderen Kursen und Veranstaltungen im Rahmen der Gesundheitsförderung stiegen von 2.300 € (2011)
auf über 4.000 € (2013) an. Durch Vermietungen der Räume im 1.OG.
hatten wir pro Jahr durchschnittlich Einnahmen von 1.200 €.
Durch Spenden verschiedener Ulmer Firmen, der Aktion 100.000,
private Spenden, von Vereinen und dem Erlös aus dem jährlichen Verkauf
von Selbsthergestelltem konnten wir unseren Etat um 6.000 € aufstocken.
Die Deckung der laufenden Kosten wie Miete, Nebenkosten und Reinigung betrug im Dreijahresschnitt jährlich 19.350 €. Die Ausgaben für die
Angebote im Sie`ste und andere Veranstaltungen sind auf der Einnahmenund Ausgabenseite ausgeglichen. Die Kosten für Verwaltung, Koordination und Beziehungsarbeit und für unsere angestellte Mitarbeiterin betrugen
im Dreijahresschnitt 17.650 €. Mehrkosten entstanden 2013 durch verschiedene Neuanschaffungen im Bereich Einrichtung und Instandhaltungen
wie Büroschränke, Laptop, neues Geschirr, Musikinstrumente und einem
Pavillon für Veranstaltungen in Höhe von 2.500 €. Für Werbung, Grafik
und eine Stellenanzeige in der Südwestpresse hatten wir 2013 Kosten in
Höhe von 1.050 €. Für unser Steuerbüro und Verwaltung mussten wir
2013 5.110 € aufwenden, darin sind die Ausgaben für die Jahresabschlüsse
von 2010/11/12 enthalten. Dank der Rücklagen aus den vorherigen
Jahren und gutem finanziellen Wirtschaften können wir gesichert und
positiv in die kommenden Jahre blicken. 		
Christl Flaig

Einnahmen

2011

2012

2013

Städt. Zuschuss

39.500,00 €

40.883,00 €

40.883,00 €

Gesundheitsförderung

12.989,53 €

10.000,00 €

17.000,00 €

3.318,00 €

6.485,30 €

6.547,02 €

Stärke
Zuschuss Bürgerstiftung
Zuschuss Starke Mädchen

4.000,00 €
7.288,97 €

Niederschwellige Frauenkurse
BAMF
Verein Sport für Alle

Ausgaben

2011

2012

2013

Miete

16.557,26 €

16.980,10 €

16.965,00 €

Gesundheitsförderung

23.133,10 €

16.364,78 €

18.054,25 €

Stärke

2.067,71 €

6.431,38 €

6.591,04 €

Honorare HB, MC, FF, FC*

5.999,79 €

4.297,10 €

4.151,65 €

6.000,00 €

8.000,00 €

Honorare Starke Mädchen

4.320,85 €

7.645,48 €

5.600,00 €

5.250,00 €

Niederschwellige Frauenkurse
BAMF

2.613,32 €

7.851,12 €

19.649,37 €

12.687,05 €

20.615,75 €

1.200,00 €

1.199,40 €

1.061,40 €

MB / HB-Nichteinzug

212,00 €

343,00 €

Hausaufgabenrückzahlung
L-Bank

312,33 €

50,00 €

Vermietungen

1.350,00 €

1.040,00 €

1.220,00 €

Personal,Verwaltung,
Koordination, Beziehungsarbeit

Hausaufgabenbeiträge

1.535,00 €

1.085,00 €

1.842,25 €

Reinigung

LB-Bank Hausaufgaben

1.541,64 €

706,44 €

800,00 €

LOS Projektzahlung aus 2011
Fachtag AK Mädchen

2.375,61 €
450,00 €

500,00 €

650,00 €

Kantine & Veranstaltungen

2.387,87 €

2.179,75 €

2.600,93 €

Kursgebühren GF

2.300,00 €

2.693,50 €

4.028,44 €

703,00 €

1.575,50 €

Markt der kleinen Dinge / Bazar

Nebenkosten,Versicherung,
SWU etc.

1.327,30 €

1.097,20 €

1.640,38 €

Steuerbüro,Verwaltung,Büro,
Telefon

1.236,34 €

1.224,41 €

5.117,61 €

Kantine & Veranstaltungen

2.112,25 €

1.672,67 €

1.801,98 €

203,42 €

2.517,10 €

Aktion 100.000 SWP

3.000,00 €

1.000,00 €

1.500,00 €

Spenden

3.795,83 €

1.104,46 €

2.715,00 €

Einrichtung & Instandhaltung

573,62 €

Mitgliedsbeiträge

1.888,90 €

1.929,90 €

1.979,60 €

Arbeitskreis Mädchen

450,00 €

63,10 €

190,00 €

vh im Quartier

394,00 €

Computerkurs
Komm in Form

544,01 €

Flyer, Werbung, Grafik

Buchverkauf

165,00 €

Sonstige Ausgaben / diverse

Zuschuss Frauenbüro Jubiläum

500,00 €

PC Kosten & Zubehör

Rückzahlung Unitedprint

290,85 €

Spende Borreliosestiftung
82.554,75 €

88.399,06 €

97.072,59 €

922,85 €

720,66 €

165,00 €

471,11 €

1.594,01 €

493,93 €

SWP Stellenanzeige
Supervision / Fortb

Summe

1.578,45 €

472,50 €

Summe

504,85 €
500,00 €
50,00 €
76.829,49 €

72.297,87

97.018,81 €

* HB Hausaufgaben
* MC Mädchencafe
* FF Frauenfrühstück
* FC Int. Frauencafe

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Personelle Situation

Perspektiven

Im Berichtszeitraum gab es einige personelle Veränderungen im Mädchen- & Frauenladen Sie’ste. Die Teilzeitstelle wurde aufgrund eines
Personalwechsels umgestaltet. Im Moment ist die personelle Situation sehr
vielgestaltig: Neben einer festangestellten pädagogischen Mitarbeiterin mit einer 24 %-Stelle und mehreren geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen sind viele Honorarkräfte im Sie`ste tätig.

Im Zuge der weiter fortschreitenden Umstrukturierung zur Ganztagsschule
wird die bereits sehr positiv angelaufenen Kooperation mit der AlbrechtBerblinger-Grundschule pro Jahr um eine weitere Klasse ausgebaut und
evtl. mit anderen Schulen erweitert.

Wie in den Jahren zuvor arbeitet im Rahmen der Vernetzung eine hauptamtliche Mitarbeiterin des Jugendhaus Inseltreff Weststadt 10 Wochenstunden im Frauennetz West e.V. mit. Der Stundenaufwand für Geschäftsführung und Beziehungsarbeit beläuft sich auf etwa 15 Stunden pro
Woche.
Im Bereich Mädchen- und Frauenarbeit fallen folgende Wochenstunden an:
6 h für die Hausaufgabenbetreuung, 3 h für das Internationale Frauencafé,
5 h für die Betreuung des Lerntreffs, 3 h für das Frauenfrühstück, 3 h
für das Mädchencafé und 1,5 h für die Kooperation mit der AlbrechtBerblinger-Grundschule. Insgesamt sind es regelmäßig 21,5 Wochenstunden, in denen Angebote stattfinden. Diese werden mit Ausnahme
von zweien von jeweils von zwei bis drei Fachkräften oder Betreuerinnen geleitet.
Im Bereich der Gesundheitsprävention werden von den vier Honorarkräften und anderen im Durchschnitt 24 Stunden pro Woche für
Koordination, Organisation, Werbung, Kinderbetreuung usw. geleistet.
Durch die Honorartätigkeiten und die umfangreiche ehrenamtliche
Arbeit wie z.B. Hausaufgabenbetreuung, Computerkursen oder bei
der Kre-Aktiv AG konnten wir die Angebote im Sie´ste im vollen
Umfang aufrechterhalten und erweitern und der großen Anzahl von
Aktivitäten und den steigenden Besucherinnenzahlen gerecht werden.

Seit 2013 gibt es auch wieder einen Konversationskurs im Sie’ste, bei
dem Deutsch im Alltag geübt wird. Ebenso bieten wir seit Neuestem
einen kostenlosen Alphabetisierungskurs für Frauen zweimal pro
Woche an, der von einer türkischen Frau ehrenamtlich geleitet wird.
Beide Kurse erfreuen sich eines regen Zulaufs und werden gut angenommen. Für 2014 steht ein spezieller Förderkurs für Schülerinnen
der weiterführenden Schulen in den Fächern Englisch und Französisch
auf dem Programm, der sich auf besonders interessierte und sprachbegabte Schülerinnen mit internationalen Wurzeln konzentrieren wird.
Durch Kontakte mit Herrn Gueye, dem Leiter der Koordinierungsstelle
Internationale Stadt, wird es eine gemeinsame Veranstaltung mit
dem Generationentreff Ulm/Neu-Ulm im Oktober 2014 geben.
Der Kre-Aktiv-Treff beteiligt sich mit vielen neu hinzugekommenen
Frauen seit Herbst 2013 an dem europäischen Projekt “Die gewollte
Donau“. Viele Kilometer Häkelband wurden schon in 50 x 50 cm-Quadrate
im Sie’ste und auch zu Hause verstrickt.
Die Angebote der Gesundheitsprävention werden gut nachgefragt und
angenommen, sie konnten in den drei Jahren ausgebaut werden. Durch
Parallelveranstaltungen stießen wir zeitweise mit unseren Räumlichkeiten
an unsere Grenzen. Wir bemühen uns gerade, weitere Bewegungsangebote in passenderen anderen Räumen anzubieten.
Da die Nachfrage bei den Kinderschwimmkursen so groß ist und wir
eine lange Warteliste haben, befinden wir uns im Gespräch mit dem
Präsidenten des SSV Ulm über die Nutzung dessen Bades und werden
zusätzlich Kontakt mit der Adalbert-Stifter-Schule aufnehmen.
2014 wird im Mai wieder ein Klausurtag für alle Mitgliedsfrauen veranstaltet werden, bei dem wir Konzepte und Ideen für die Gestaltung des
Mädchen- und Frauenladens reflektieren und weiterentwickeln wollen.

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Was können Eltern tun, um das Selbstbewusstsein
ihrer Kinder zu stärken?

Was können Eltern tun, um das Selbstbewusstsein
ihrer Kinder zu stärken?

Sie’ste | Mädchen- & Frauenladen
Moltkestraße 72 | 89077 Ulm
Telefon Sie‘ste
0731 | 335 34
Rukiye Kaplan
0731 | 322 29
Sigrid Räkel-Rehner 0731 | 938 61 24
info@sieste.de | www.sieste.de
Kontaktzeiten
Dienstag 9 – 17 Uhr
Mittwoch 14 – 17 Uhr
Freitag
9 – 13 Uhr
Spendenkonto Frauennetz West e. V.
IBAN DE80 6305 0000 0006 5631 01
BIC SOLADES1ULM

1

Wagnerstraße

Moltkestra
ße

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Westplatz

Sedanstraße

Ulm
Weststadt

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