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Beschlussvorlage

                                    
                                        Stadt Ulm
Beschlussvorlage

Sachbearbeitung

ABI - Ältere, Behinderte und Integration

Datum

24.05.2012

Geschäftszeichen

ABI/ AL

Beschlussorgan

Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales

Behandlung

öffentlich

Betreff:

Gesundheitsprävention des Vereins Frauennetz West e.V.

Anlagen:

1

Sitzung am 20.06.2012

TOP
GD 246/12

Antrag:
1. Das Angebot „Gesundheitsfördermaßnahmen / - prävention für benachteiligte Mädchen
und Frauen“ als Regelangebot des Vereins Frauennetz West e.V.
zustimmend zur Kenntnis zu nehmen.
2. Der Gewährung eines jährlichen städtischen Zuschusses in Höhe von 15.000 € ab dem Jahr
2013 zuzustimmen.

Walter Lang
Genehmigt:
BM 2,C 2,OB,ZS/F

Bearbeitungsvermerke Geschäftsstelle des
Gemeinderats:
Eingang OB/G
Versand an GR
Niederschrift §
Anlage Nr.

-2-

Sachdarstellung:
1.

Zusammenfassende Darstellung der finanziellen Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:
Auswirkungen auf den Stellenplan:

ja
nein

MITTELBEDARF
MITTELBEREITSTELLUNG
1. Finanzhaushalt 2013
Auszahlungen (Bedarf):
Verfügbar:
Ggf. Mehrbedarf
Deckung Mehrbedarf bei
PRC
PS-Projekt 7
bzw. Investitionsauftrag 7

0€
€
€

€
€

ERGEBNISHAUSHALT laufend
Ordentliche Erträge
Ordentlicher Aufwand
davon Abschreibungen
Kalkulatorische Zinsen (netto)

€
15.000 €
€
€

Nettoressourcenbedarf

15.000 €

2013
innerhalb Fach-/Bereichsbudget bei
PRC 1110 / 600 (Budgetübertrag)

15.000€

fremdes Fach-/Bereichsbudget bei:
PRC

€

Mittelbedarf aus Allg. Finanzmitteln

€

2. Finanzplanung 2013 ff

Auszahlungen (Bedarf):
i.R. Finanzplanung
veranschlagte Auszahlungen
Mehrbedarf Auszahlungen über
Finanzplanung hinaus
Deckung erfolgt i.R.
Fortschreibung Finanzplanung

2.

0€

€
€

Sachdarstellung

Im Rahmen des Modellvorhabens Soziale Stadt entwickelte das Frauennetz West e.V.
(Sie´ste) in den Jahren 2008-2010 verschiedene Formen der Gesundheitsförderung für
benachteiligte Menschen in der Ulmer Weststadt. Die Maßnahmen fanden regen Zuspruch, so dass
sich das Frauennetz West e.V. entschloss, das Programm auch nach Ende des Förderprogrammes
Soziale Stadt weiter zu führen. Die Jahre 2011 und 2012 wurden durch Landesmittel BadenWürttemberg „Stärke“, Mittel des Landessportbund „ Integration durch Sport“, durch Projektmittel
„Komm in Form“ und durch einen städtischen Zuschuss in Höhe von 10.000 € sowie mit Hilfe
weiterer Sponsoren finanziert.
Da das Angebot von der Zielgruppe sehr gut nachgefragt wird, soll dieses nunmehr vom
Modellcharakter mit einer Projektfinanzierung als Regelangebot etabliert werden.

-3Inhalt und Zielgruppe des Angebotes
Der Ulmer Westen ist mit 18 % der Ulmer Bevölkerung der einwohnerstärkste Stadtteil Ulms.
Menschen mit internationalen Wurzeln nehmen hier einen Anteil von 42,5 % ein; die größte
Gruppe dieses Personenkreises ist türkischer Herkunft. Das Frauennetz West e.V. ist Trägerverein
des Mädchen- und Frauenladens Sie’ste und gründete sich Anfang der 90-iger Jahre. Es hat sich
seitdem als Treffpunkt für Bildung, Beratung, Kultur und Freizeit für Mädchen und Frauen
entwickelt.
Im Mittelpunkt der Gesundheitsfördermaßnahmen steht die Förderung von Chancengerechtigkeit
in der Gesundheitsprävention. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, damit Menschen
unterschiedlichster Herkunft ihr größtmögliches Gesundheitspotential verwirklichen können. Wie
den Anlagen entnommen werden kann, werden Kurse und Vorträge zur Ernährung und Bewegung
sowie zur Verbesserung der Psychosozialen Kompetenz organisiert. Dies geschieht in
Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von Kooperationspartnern (AG West, LIGA-Verbände,
DiTib, DLRG, ESC Ulm, Kitas, Schulen, Gesundheitsamt, Fachdienst Landwirtschaft und viele mehr).
Die Gesundheitsförderung des Vereins Frauennetz West e.V. im Kontext der Ulmer
Gesundheitsfördermaßnahmen
Eine Überprüfung durch die Stadtverwaltung hat ergeben, dass es derartige Gesundheitsangebote
stadtweit auch durch andere Anbieter gibt (vh, fbs, Krankenkassen, etc.). Die Erfahrungen sind
allerdings die, dass Frauen und Mädchen mit internationalen Wurzeln (schwerpunktmäßig aus dem
islamischen Kulturkreis) die Angebote dieser Träger nicht aufsuchen, obwohl auch hier ein
dringender Bedarf nach Beratung, Bewegung, gesunder Ernährung, Erziehungsfragen, Begegnung
und dergleichen mehr besteht. Durch das Angebot des Vereins Frauennetz West e.V. werden
Frauen und Mädchen erreicht, die sonst kaum Anschluss am öffentlichen Alltagsleben haben.
Gezielt werden für die Vorträge und Kurse auch Fachleute gesucht, die aus demselben Kulturkreis
stammen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass diese Personen als Vorbilder agieren und nach
Bedarf zweisprachig referieren können. Somit werden auch sprachlich benachteiligte Menschen
leichter erreicht.
Im Konzept Ulm- Internationale Stadt wird in Handlungsfeld 8, "Gemeinsam leben im Alltag" auf
die niederschwellige Gesundheitsprävention des Vereins Frauennetz West e.V. Bezug genommen
und auf den wichtigen Stellenwert des Projektes hingewiesen. Dort wurde auch in Aussicht gestellt,
dass sich das Land Baden-Württemberg eventuell an dem bundesweiten Programm MiMi
- Mit Migranten für Migranten - interkulturelle Gesundheit in Deutschland - beteiligt. Dies ist nicht
geschehen. Eine Überprüfung des Programmes MIMI hat allerdings ergeben, dass die dort vor allem
vorgesehene Schulung von Mentoren im Bereich der Gesundheitsförderung die Arbeit von Sie‘ste
zwar ergänzen, aber nicht ersetzen könnte.
Fazit
Das Frauennetz West e.V. leistet durch seine Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Integration und
damit für unsere internationaler werdende (Stadt-) Gesellschaft und hat sozusagen ein
Alleinstellungsmerkmal. Der Verein hat sich bereit erklärt, an den Angeboten auch Bewohnerinnen
aus anderen Stadtteilen teilnehmen zu lassen.
Zur Erhaltung dieses bewährten Angebotes ist seitens der Stadt ein jährlicher Zuschuss in Höhe von
15.000 € als Anteil an den Gesamtkosten von ca. 25.000 € erforderlich. Die Finanzierung erfolgt
bis auf weiteres aus dem Budgetübertrag des Fachbereiches BuS.
Im Übrigen wird weiterhin versucht, dass Krankenkassen sich an der Finanzierung beteiligen.