Navigation überspringen

Beschlussvorlage

                                    
                                        Stadt Ulm
Beschlussvorlage

Sachbearbeitung

BS- Bildung und Sport

Datum

15.12.2011

Geschäftszeichen

BS-Se

Vorberatung

Schulbeirat

Sitzung am 26.04.2012

TOP

Beschlussorgan

Gemeinderat

Sitzung am 09.05.2012

TOP

Behandlung

öffentlich

Betreff:

Bildungsoffensive

Anlagen:

3

GD 002/12

Antrag:
1.

Vom Bericht Kenntnis zu nehmen.

2.

Die im Haushaltsplan 2012 für die Bildungsoffensive vorgesehenen Haushaltsmittel in
Höhe von insgesamt 7.249.000 Euro werden für nachfolgende Maßnahmen verwendet:
Vorschulischer Bereich
a) für den Ausbau u3-Betreuung in Höhe von 2.615.000 Euro (netto) - Sonderfaktor
2009 + 2010
b) zur Umsetzung Aufsichtspflicht in Höhe von 150.000 Euro,
c) zur Umsetzung des Orientierungsplans in Kindergärten in Höhe von 80.000 Euro
(netto),
d) für das Bildungshaus 3 - 10 in Höhe von 77.500 Euro,
e) für den Ausbau Kinderbetreuung 2011 in Höhe von 1.420.000 Euro,
f)

für den Ausbau Kinderbetreuung 2012 in Höhe von 823.000 Euro (netto),

g) Teilnahme am Bundesprojekt Frühe Chancen in Höhe von 250.000 Euro.

Genehmigt:
BM 2,FAM,KITA,OB,ZS/F

Bearbeitungsvermerke Geschäftsstelle des
Gemeinderats:
Eingang OB/G
Versand an GR
Niederschrift §
Anlage Nr.

-2-

Schulischer Bereich
h) für die Verlässliche Grundschule in Höhe von 383.000 Euro,
i)

für die Ganztagesbetreuung an Ulmer Schulen in Höhe von 679.000 Euro,

j)

zur laufenden Erhöhung Schuletat in Höhe von 150.000 Euro,

k) für das Projekt Jugendberufshelfer in Höhe von 45.000 Euro,
l)

für die Schulsozialarbeit in Höhe von 381.500 Euro,

m) für die Fortsetzung des Projekts Starthilfe/Ausbildungsreife in Höhe von 75.000 Euro,
n) für die Durchführung der Bildungsmesse in Höhe von 35.000 Euro,
o) für das Bildungsbüro i.R. der Bildungsregion Ulm (brutto) in Höhe von 85.000 Euro.

3.

Soweit die Maßnahmen der Bildungsoffensive finanzielle Auswirkungen, auch auf
künftige Haushaltsjahre haben, stehen sie unter einem Finanzierungsvorbehalt. Konkret ist
über die Durchführung und Finanzierung (insgesamt und für das jeweils betreffende
Haushaltsjahr) im Rahmen der Eckwerte und der Haushaltsberatung zu beschließen. Die
Verwaltung wird beauftragt, rechtzeitig die finanziellen Auswirkungen im Einzelnen
darzustellen.

gez. Sabine Mayer-Dölle

gez. Gerhard Semler

-3-

Sachdarstellung:

Inhaltsverzeichnis
des Bildungsberichts 2012
Seite
Anlagenverzeichnis

4

Zusammenfassung

5

I. Beschlussfassungen und Anträge

6

A) Größere Investitionsmaßnahmen im Schulbereich
B)

6

Konkrete Beschlüsse der Förderung und Betreuung von Kindern und
Jugendlichen im Vorschul- und Schulalter

6

C) Weitere Anträge der Gemeinderatsfraktionen

7

II. Die Bildungsregion Ulm

10

Es wird auf die GD 142/12 zum Thema verwiesen
III. Bildungsoffensive II

10

1.

Grundschul-BBE

10

2.

Verstärkte Förderung
bildungsfernen Milieus

von

Kindern

und

Jugendlichen

aus
13

3.

Übergänge

14

4.

Inklusion von Kindern und Jugendlichen

15

5.

Berufliche Bildung

15

IV. Schulentwicklung und Jugendhilfebericht

18

1.

Grundschulkindalter

18

2.

Jugend-/junges Erwachsenenalter

18

3.

Erwachsenenalter

20

V. Darstellung der Ist-Situation anhand von Kennzahlen

Anlagenverzeichnis

21

-4Anlage 1

1a - 1ff Gemeinderatsanträge

Anlage 2

Bauliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Schulraum- und
Sporthallenversorgung

Anlage 3

Darstellung der Ist-Situation anhand von Kennzahlen
Teilbereich 1 Zugang zu Bildung ermöglichen - vorschulischer Bereich
Kennzahl 1.1
Kinder mit Sprachdefiziten und Förderbedarf bei der
Einschulungsuntersuchung
Kennzahl 1.2
Betreuung unter 3-Jähriger
Anzahl belegter Betreuungsplätze bis unter 3 Jahren
Kennzahl 1.3
Anteil Ganztagesbetreuung 3 bis Schuleintritt
Teilbereich 2 Bildungspotentiale ausschöpfen - Schulpflichtige
Kennzahl 2.1
Übergangsquoten
Kennzahl 2.1.1
Übertritte in Werkrealschulen
(bis Schuljahr 2009/10: Hauptschulen mit Werkrealschulen)
Kennzahl 2.1.2
Übertritte in Realschulen
Kennzahl 2.1.3
Übertritte in Gymnasien
Kennzahl 2.2
Inanspruchnahme Betreuungsangeboten an Grundschulen
(Verlässliche Grundschule, Flexible Nachmittagsbetreuung,
Ganztagesgrundschule)
Teilbereich 3 Übergang Schule - Beruf
Kennzahl 3.1
Anteil Schulabgänger/-innen aus Werkrealschulen (bis
Schuljahr 2009/10 Hauptschulen mit Werkrealschulen) in
städtischer Trägerschaft und Anteil der Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss

-5-

Sachdarstellung:

Zusammenfassung
Kennzahlen

Indikatoren

Teilbereich 1
1.2.
Zugang zu Bildung
ermöglichen –
1.2
vorschulischer
Bereich
1.3
Teilbereich 2
2.1.1
Bildungspotentiale
ausschöpfen –
Schulpflichtige
2.1.2
2.1.3
2.2
2.3.2

2.4.1

2.4.2

2.4.3

2.4.4

Teilbereich 3
3.1
Übergang Schule –
Beruf
3.4

Anteil belegter Betreuungsplätze bis
unter 3 Jahre in Prozent
Anteil belegter Plätze bei
lizenzierten Tagesmüttern in
Prozent
Anteil Ganztagesbetreuung 3 –
Schuleintritt in Prozent
Übertritte in Werkrealschulen (bis SJ
2009/10: Haupt- mit
Werkrealschulen) in Prozent
Übertritte in Realschulen in Prozent

Differenz
2011 zu
2000

2000/
2001

2011/
2012

5,3

20,6

+ 15,3

1,2

3,6

+ 2,4

13

22

+9

32,8

21,4

- 11,4

28,9

28,6

- 0,3

38,3

49,9

+ 11,6

41,7

+ 31,3

57,3

+ 12,6

16,6

- 7,5

26,3

-2,4

53,0

+ 10,8

4,1

-0,9

4,0

- 9,1

44,9

+ 10,5

Übertritte in Gymnasien in Prozent
Inanspruchnahme Verlässliche
Grundschule in Prozent
10,4
Teilnehmende Schüler/-innen
Ganztagesbetreuung
SJ 03/04
Werkrealschulen in Prozent
44,7
Verteilung auf Schularten
(Klassenstufe 5 – 10)
24,1
Werkrealschule in Prozent
Verteilung auf Schularten
(Klassenstufe 5 – 10) Realschulen
28,7
in Prozent
Verteilung auf Schularten
(Klassenstufe 5 – 10) Gymnasien in
42,2
Prozent
Verteilung auf Schularten
(Klassenstufe 5 – 10) Sonderschulen
5,0
in Prozent
Anteil Schulabgänger/-innen aus
Werkrealschulen (bis SJ 2009/10:
13,1
Haupt- mit Werkrealschulen) ohne
Hauptschulabschluss in Prozent
Abiturientenquote an allgemeinbildenden Gymnasien in Prozent
34,4

Wertung

-6-

I.

Beschlussfassungen und Anträge:
Ausgehend von den Vorgaben der Klausurtagung vom 14./15.09.2000 (GD 289/00) sowie
den Beschlussfassungen des Ulmer Gemeinderats vom 14.02.2001 (GD 42/01), vom
20.02.2002 (GD 34/02), vom 12.02.2003 (GD 12/03), vom 11.02.2004 (GD 02/04), vom
23.02.2005 (GD 02/05), vom 15.02.2006 (GD 02/06), vom 14.02.2007 (GD
02/07),13.02.2008 (GD 02/08), vom 11.02.2009 (GD 02/09), vom 10.02.2010 (GD 02/10)
und vom 16.02.2011 (GD 02/11) wurden im Jahre 2011 folgende Themenbereiche in den
zuständigen Gremien des Ulmer Gemeinderats beraten bzw. entsprechende Beschlüsse
herbeigeführt:

A)

Größere Investitionsmaßnahmen im Schulbereich:
Kindertagesstätte/Bildungshaus Eselsberg
Neubau (Raumprogramm)
Sporthalle beim Kepler- und Humboldt-Gymnasium
Neubau (Raumprogramm)
Robert-Bosch- und Ferdinand-von-Steinbeis-Schule
Erweiterung und Sanierung der Gewerblichen Schulen

B)

Konkrete Beschlüsse der Förderung und Betreuung von Kindern und
Jugendlichen im Vorschul- und Schulalter
-

Schulzentrum Ulm-Wiblingen, Albert-Einstein-Gymnasium
Einführung von Latein als 2. Fremdsprache (GD 008/11)

-

Mittelfristige Kindertagesstättenplanung 2011 bis 2016
(GD 077/11)

-

Friedrich-List-Schule, Kaufmännische Schule
Einrichtung eines Ganztagesangebots im Kaufmännischen Berufskolleg I (GD
112/11)

-

Friedrich-List-Schule, Kaufmännische Schule
Einrichtung eines Schulversuchs "WG-Internationale Wirtschaft" mit
Zusatzqualifikation (GD 062/11)

-

Änderung der Satzung über die Gewährung eines Zuschusses zu den notwendigen
Schülerbeförderungskosten (GD 245/11)

-

Bildungsregion Ulm
Sachstandsbericht des Bildungsbüros Ulm (GD 175/11)

-

Bildung, Betreuung und Erziehung - Projekt Grundschul-BBE (GD 175/11)

-

Ausbau und Erweiterung der Schulsozialarbeit an Realschulen und Werkrealschulen
(GD 227/11)

-7-

1. Kindertagesstättenbericht - Steuerung 2011/12
Bedarfsplanung - Umsetzungsmanagement - Qualitätsreport (GD 205/11)

-

Kinder- und Jugendhilfe im demografischen Wandel
Herausforderungen und Perspektiven in der Stadt Ulm (GD 187/11)

-

Schulzentrum Nord, Eduard-Mörike-Grund- und Werkrealschule
Einrichtung einer offenen Ganztagesgrundschule (GD 311/11)

-

Ganzheitliche Sprachförderung in Ulmer Kindertageseinrichtungen Trägerübergreifende Konzeption (GD 289/11)

-

"Bildung offensiv 2012" - trägerübergreifendes Qualifizierungsprogramm für
pädagogische Fachkräfte (GD 309/11)

-

Schulzentrum Hochsträß-Söflingen, Außenstelle Meinloh-WRS
Aufhebung nach § 30 Abs. 3 Schulgesetz (GD 336/11)

C)

Weitere Anträge der Gemeinderatsfraktionen:
Neben den bereits zur Gemeinderatssitzung am 16.02.2011 vorliegenden Anträgen
wurden im Rahmen der Beratung noch weitere Anträge eingebracht:
-

Antrag der Stadträtin Dr. Karin Graf und des Stadtrats Winfried Walter (CDUFraktion) vom 17.01.2011 betr. Schulgebäude und Kindergarten in Unterweiler
(siehe Anlage 1a).
Auf die Stellungnahme vom 25.03.2011 wird verwiesen (siehe Anlage 1b)

-

Antrag des Stadtrats Herbert Dörfler (CDU-Fraktion) vom 02.02.2011 betr.
Parkplatzproblem am Schulzentrum am Kuhberg (siehe Anlage 1c).
Auf die Stellungnahme vom 18.03.2011 wird verwiesen (siehe Anlage 1d).

-

Antrag der Stadträtin Barbara Münch und des Stadtrats Dr. Thomas Kienle (CDUFraktion), vom 08.02.2011 betr. Suchtprävention (siehe Anlage 1e).
Auf die Stellungnahme vom 07.03.2011 (siehe Anlage 1f) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtin Barbara Münch und der Stadträte Dr. Thomas Kienle und
Dr. Michael Lang (CDU-Fraktion) vom 15.02.2011 betr. Stärkung der
Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen (siehe Anlage 1g).
Auf die Stellungnahme vom 18.02.2011 (siehe Anlage 1h) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtinnen Dr. Karin Graf und Barbara Münch und des Stadtrats
Christof Nagel (CDU-Fraktion) vom 15.02.2011 betr. "Lange Nacht der Ausbildung"
(siehe Anlage 1i).
Auf die Stellungnahme vom 25.02.2011 (siehe Anlage 1j) und vom 05.05.2011
(siehe Anlage 1k) wird verwiesen.

-8-

Antrag der Stadträtinnen Dorothee Kühne und Lisa Schanz und des Stadtrats
Hartmut Pflüger (SPD-Fraktion) vom 15.04.2011 betr. Bauliche Perspektiven für die
Friedrich-List-Schule (siehe Anlage 1l).
Auf die Stellungnahme vom 27.05.2011 (siehe Anlage 1m) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtin Barbara Münch und des Stadtrats Dr. Thomas Kienle (CDUFraktion vom 22.05.2011 betr. Anmeldung Grundschule am Tannenplatz (siehe
Anlage 1n).
Auf die Stellungnahme vom 26.05.2011 (siehe Anlage 1o) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtinnen Ulrike Lambrecht und Annette Weinreich und des
Stadtrats Michael Joukov (GRÜNE-Fraktion) vom 01.06.2011 betr. Erhalt des
Schwimmbads an der Adalbert-Stifter-Schule (siehe Anlage 1p).
Behandlung im zuständigen Fachbereichsausschuss 2012.

-

Antrag der Stadträtin Barbara Münch und des Stadtrats Christof Nagel (CDUFraktion) vom 04.06.2011 betr. Stärkung der Angebote für Jugendliche durch
zusätzliche Gelder des Bildungspakets (siehe Anlage 1q)
Behandlung im Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales vom 29.06.2011

-

Antrag der Stadträtin Ulrike Lambrecht (GRÜNE-Fraktion) vom 03.06.2011 betr.
Antrag zum Monitoring Bildungsbüro und Antrag der Stadträte Dorothee Kühne,
Dr. Susanne Grimm, Lisa Schanz und Dr. Haydar Süslü vom 14.06.2011 (siehe
Anlage 1r)
Behandlung im Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales II. Quartal 2012

-

Antrag der Stadträte Gerhard Bühler und Walter Grees vom 06.08.2011 betr.
Entwicklung der Gutenbergschule in Jungingen (siehe Anlage 1s)
Behandlung im Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales III. Quartal

-

Antrag der Stadträtinnen Birgit Schäfer-Oelmayer, Ulrike Lambrecht und Annette
Weinreich (GRÜNE-Fraktion) vom 14.09.2011 betr. Antrag zur Adalbert-StifterSchule (siehe Anlage 1t)
Behandlung im zuständigen Fachbereichsausschuss 2012

-

Antrag der Stadträtinnen und Stadträte der CDU-Fraktion vom 14.09.2011 betr.
Reinigung von Schulen (siehe Anlage 1u)
Auf die Stellungnahme vom 15.10.2011 wird verwiesen (siehe Anlage 1v)

-

Antrag der Stadträtinnen Helga Malischewski, Hanni Zehendner und der Stadträte
Reinhold Eichhorrn, Gerhard Bühler, Timo Ried, Karl Faßnacht, Erwin Böck, Reinhard
Kuntz, Walter Grees, Dr. Rüdiger Reck und Ralf Milde (FWG-Fraktion) vom

-929.09.2011 betr. Realisierung eines Stadtteil-Schwimmbades am Eselsberg (siehe
Anlage 1w)
Behandlung im zuständigen Fachbereichsausschuss 2012

-

Antrag der Stadträtinnen Birgit Schäfer-Oelmayer, Annette Weinreich, Ulrike
Lambrecht, Siyou Ngnoubamdjum und der Stadträte Konstantin Kontzinos, Richard
Böker und Michael Joukov (GRÜNE-Fraktion) vom 04.10.2011 betr. Antrag zur
Schulreinigung (siehe Anlage 1x)
Auf die Stellungnahme vom 15.10.2011 (siehe Anlage 1y) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtinnen Dr. Karin Graf und Barbara Münch (CDU-Fraktion) vom
02.11.2011 betr. Sprachfördermaßnahmen (siehe Anlage 1 z)
Behandlung im Internationalen Ausschuss am 22.11.2011.

-

Antrag der Stadträtin Barbara Münch und des Stadtrats Dr. Thomas Kienle (CDUFraktion) vom 09.11.2011 betr. Sanierung und Unterhalt von Schulen (siehe Anlage
1aa)
Auf die Stellungnahme vom 08.12.2011 (siehe Anlage 1 bb) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtinnen Jessica Kulitz, Dr. Karin Graf, Barbara Münch und der
Stadträte Winfried Walter, Christof Nagel, Dr. Michael Lang, Dr. Thomas Kienle, Dr.
H.W. Roth, Herbert Dörfler und Siegfried Keppler (CDU-Fraktion) vom 28.11.2011
betr. Schulreinigung (siehe Anlage 1cc) und der Stadträtinnen Birgit SchäferOelmayer, Annette Weinreich, Ulrike Lambrecht, Siyou Ngnoubamdjum,
Konstantinos Kontzinos, Dr. Richard Böker und Michael Joukov (GRÜNE-Fraktio)n
vom 08.12.2011 (siehe Anlage 1 dd)
Auf die Stellungnahme vom 06.12.2011 (siehe Anlage 1 ee) wird verwiesen.

-

Antrag der Stadträtinnen Dorothee Kühne und Lisa Schanz sowie des Stadtrats
Kriechbaum (SPD-Fraktion) vom 15.12.2011 betr. Meinloh-Schule in Söflingen
(siehe Anlage 1ff)
Behandlung im zuständigen Fachbereichsausschuss 2012.

- 10 -

II. Die Bildungsregion Ulm
Impulse für die Ulmer Bildungslandschaft

Auf die GD 142/12 wird verwiesen.

III. Bildungsoffensive II
Wie bereits in der Klausurtagung des Gemeinderats vom 01.10.2010 (Stadtentwicklung im
demografischen Wandel) dargestellt, konzentriert sich die Bildungsoffensive II auf folgende
wesentlichen Themenkreise:
1. Grundschul-BBE - Ausbau des Ganztagsangebots
2. Verstärkte Förderung von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Milieus, mit
Migrationshintergrund in das schulische und berufliche Leben, damit deren Bildungsbiographie und
der Übergang ins Berufsleben gelingt.
3. Übergänge: Kindertagesstätte / Grundschule, Grundschule / weiterführende Schule und Schule /
Beruf bzw. Studium
4. Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in das schulische und berufliche
Leben
5. Berufliche Bildung

Laufende Projekte

1.

Grundschul-BBE - Ausbau des Ganztagsschulangebots

1.1.
Steigender Betreuungsbedarf
Veränderte familiäre Strukturen, die gute Ausbildung von Frauen, Einkommenssituation und
Wirtschaftsstandort i.V.m. demographischem Wandel, sind die wesentlichen Gründe für eine
steigende Nachfrage und Akzeptanz von Ganztagsbetreuungsplätzen für Kinder in
unterschiedlichen Altersstufen. Daraus ergeben sich veränderte, völlig neue Anforderungen an die
Schulen, Jugendhilfe und außerschulischen Angebote, z.B. in den Bereichen Kultur, Sport, Natur,
offene Jugendarbeit. Der Beschluss der damaligen Landesregierung Baden-Württemberg vom
20.02.2006, wonach bis 2015 der Ausbau von bis zu 40% der allgemeinbildenden Schulen zu

- 11 Ganztagesschulen gefördert wird, ist eine Reaktion auf diese Veränderungen. Die derzeitige
Landesregierung hat angekündigt, einen Schritt weiter zu gehen und die Ganztagsschulen im
Schulgesetz zu verankern, was längst überfällig ist. Die Gesetzesänderung soll zum Schuljahr
2013/14 in Kraft treten.
Im Rahmen der Ulmer Bildungsoffensive gestaltete die Stadt Ulm den Veränderungsprozess mit
folgenden Maßnahmen:
- der flächendeckenden Einrichtung der Verlässlichen Grundschule,
- dem Ausbau der Flexiblen Nachmittagsbetreuung1,
- Schülerhortplätzen, die allerdings nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der Schülerschaft
ausreichten,
- dem flächendeckenden Konzept BBE, Ausbau der Ganztagsschule mit dem Schwerpunkt
Grundschule - Einrichtung mindestens einer Ganztags-Grundschule bzw. Grundschule mit
ganztägigem Betreuungsangebot pro Sozialraum -.

1.2. Grundschul-BBE
Das seit 2010 laufende Projekt „Bildung, Betreuung und Erziehung an Grundschulen (GS-BBE)“ hat
zum Ziel, dass dem Ausbau des Ganztagsbetreuungsangebots in Kindertagesstätten (KiBu) ein
nahtloser Übergang in ein Ganztagsbetreuungsangebot in der GS folgen soll. Es ist eine inhaltliche
Weiterentwicklung der Bildungsoffensive II. Die Umsetzung erfolgt in Etappen2 und ist abhängig
von der Finanzlage der Stadt. Der Schwerpunkt liegt auf der Ganztagsbetreuung von Kindern im
Grundschulalter; der Auftrag lautet:
Sozialraumorientierte Ausweitung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen in städtischer
Trägerschaft sowie bedarfsgerechter Ausbau der gebundenen/teilgebundenen Ganztags-GS in
Trägerschaft des Landes / der Schulen vor Ort.

Zielrichtungen:

x Enge Vernetzung und Kooperation der Akteure vor Ort. Stichwort: Bildungsregion.
x Bedarfsgerechte Umsetzung in den Sozialräumen in jeweiliger Abstimmung mit den Akteuren
vor Ort

1.3. Aktueller Stand
Die folgende Übersicht in Tabellenform zeigt, dass sich die Grundschulen in unterschiedlichen
Stadien der Entwicklung befinden.
Aktuell gibt es in jedem Sozialraum mehrere Grundschulen mit ganztägigem Betreuungsangebot,
ab kommendem Schuljahr (2012/13) wird es in jedem Sozialraum eine Ganztagsschule geben.

1

Betreuungszeiten: Verlässliche Grundschule von 7:30 bis 13/14:00 Uhr; Flexible Nachmittagsbetreuung von 7:30 bis 16/17:00 Uhr.
Etappen der Umsetzung des Projekts Grundschul-BBE: 1) Betreuungsbedarf decken, 2) Bis Schuljahr 2012/13: pro Sozialraum mind.
eine Schule mit Ganztagsangebot/eine GTS; 3) Bis Schuljahr 2015/16: 40% der Grundschulen sollen GTS sein.
2

- 12 -

Betreuungsangebote an Grundschulen in städtischer Trägerschaft
- Stand: Dezember 2011 -

Ausgangslage
Betreuung/GTS
im Schuljahr 2010/11

Martin-Schaffner-GS

GTS

GTS

GTS

Spitalhof-GS

GTS

GTS

GTS

Michelsberg

VGS

VGS

VGS

Friedrichsau-GS

VGS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

GS am Eichenplatz

VGS

VGS

VGS

Eduard-Mörike-GS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

Gutenberg GS

VGS

VGS

VGS + Flex. NB

Schönenberg GS

VGS

VGS

VGS

Bildungshaus Ulmer Spatz

GTS

GTS

GTS

Albrecht-Berblinger-GS

VGS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

Jörg-Syrlin-GS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

Meinloh-GS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

GS Eggingen

VGS

VGS

VGS

VGS

VGS

VGS (*)

GS Einsingen

VGS

VGS

VGS

GS Grimmelfingen

VGS

VGS

VGS

VGS (Kl. 1+2) &

VGS (Kl. 1+2) &

VGS (Klassen 1+2) &

GTS (Kl. 3+4)

GTS (Kl. 3+4)

GTS (Klassen 3+4)

Hans-Multscher-GS

VGS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

Maria-Sibylla-Merian-GS

VGS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

VGS

VGS

VGS + Flex. NB

Riedlen-GS (Bildungshaus)

VGS

VGS

VGS + Flex. NB

Sägefeld-GS

VGS

VGS

VGS

Tannenplatz-GS

VGS + Flex. NB

VGS + Flex. NB

GTS

GS Unterweiler

VGS

VGS

VGS

Sozialraum 3

Betreuung/GTS
im Schuljahr
2009/10

Sozialraum 1

Aktueller Stand

Sozialraum 2

SozialGrundschulen
raum in städtischer Trägerschaft

GS Ermingen

Sozialraum 4

(Bildungshaus)

Adalbert-Stifter-GS

Sozialraum 5

Regenbogen-GS
(Bildungshaus)

Betreuung/GTS
im Schuljahr 2011/12

- 13 Zusammenfassung
(gesamtes Stadtgebiet)

3 GTS + A-Stifter
4 x Flex. NB
21 x VGS

3 GTS + A-Stifter
8 x Flex. NB
21 x VGS

4 GTS + A-Stifter
10 x Flex. NB
20 x VGS

(*) AG-Angebote am Nachmittag

VGS
=
Flex. NB =
GTS
=

Verlässliche Grundschule
Flexible Nachmittagsbetreuung
Ganztagesschule

Die demographischen Veränderungen, zunehmende Heterogenität der Kinder und Jugendlichen,
der wachsende Bedarf an Ganztagsbetreuungsangeboten sowie Anforderungen des
Wirtschaftsstandorts erfordern einen Umdenkprozess in der Bildungslandschaft. Die bestehende
Schullandschaft ist nur bedingt in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Es gibt 3 maßgebende Ebenen, auf denen Veränderung stattfinden muss:
•

Chancengerechtigkeit
Schulkonzepte, die eine individuelle Talentförderung von Kindern und Jugendlichen mit
unterschiedlichem Förderbedarf ermöglichen

•

Ganztagsschule
Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für den Wirtschaftsstandort und für mehr
Chancengerechtigkeit bedarf es Ganztagsschulangeboten in allen Schularten. Je nach
Bedarf in den Sozialräumen sind möglichst gebundene und teilgebundene
Ganztagsschulangebote zu realisieren. Der Schwerpunkt liegt zunächst im Bereich BBE GS.

•

Inklusion
In der Praxis bezieht sich das Thema nicht nur auf Menschen mit Behinderung. Es geht
darum, Verschiedenheit von Kindern und Jugendlichen insgesamt zu meistern.

2.

Verstärkte Förderung von Kindern und Jugendlichen aus
bildungsfernen Mileus

Die Zahl von Kindern aus bildungsfernen Milieus mit einem intensiven individuellen Förderbedarf
liegt bei rd. 20 %. Es betrifft deutsche Kinder und Jugendliche und vermehrt solche mit
internationalen Wurzeln. Ziel ist es, entspsrechend der individuellen Möglichkeiten einen optimalen
Bildungsabschluss zu ermöglichen. Hierzu bedarf es einer frühen individuellen Förderung,
Ganztags- und Gemeinschaftsschulangeboten.
Im Bericht "Ulm: internationale Stadt", GD 003/12, wird das Thema Bildung in einem eigenen
Handlungsfeld mit zugeordneten Handlungsempfehlungen vertieft.
Folgende Ziele werden definiert:
9 Unser Ziel ist es, dass internationale Kinder und Jugendliche in gleichem Maße wie
Einheimische gerechte Chancen auf Teilhabe am Bildungssystem in Deutschland haben und
durch individuelle Förderung in vergleichbarer Weise Bildungsfortschritte erzielen.
9 Unser Ziel ist es, dass in Ulm eine Kultur der Mehrsprachigkeit gepflegt wird, in der die
deutsche Sprache die Grundlage für Kommunikation, Verständigung und die erfolgreiche

- 14 Beteiligung am Bildungssystem ist, Mehrsprachigkeit aber dennoch öffentlich sichtbar ist
und als Potential und Gewinn für unsere Stadt wahrgenommen wird.
9 Es ist unser Ziel, dass sprachliche Bildung von Geburt an bis ins Alter ermöglicht und
wahrgenommen wird.
9 Es ist unser Ziel, dass durch politische Bildung und Menschenrechtsbildung Kinder und
Jugendliche demokratische Werte, Menschen- und Grundrechte als unveräußerliche Werte
begreifen und diesen Wertekonsens ebenso wie Erwachsene im Alltag leben.
In den Handlungsempfehlungen wird u.a. empfohlen

9 der Ausbau von Angeboten zur Lernbegleitung und sprachlichen Bildung für
Jugendliche an weiterführenden Schulen als offene Lerntreffs (Schlüsselprojekt 2/HE
Nr.23)
9 die systematische Information von internationalen Eltern unterschiedlicher Ethnien
über das Bildungssystem in Deutschland in kultursensiblen Formen der Ansprache
sowie Verstetigung laufender, erfolgreicher Projekte (HE Nr.33),
9 die Einbeziehung von Brückenpersonen, Tandem-/Mentorenmodellen und
Migrantencommunities in die Elternarbeit u.a. an Kindergärten und Schulen unter
Ausbau bestehender erfolgreicher Ansätze, z.B. an Grundschulen (HE Nr. 25),
9 die Einbindung des Personals der Nachmittagsbetreuung an Schulen in
Fortbildungsangebote für Lehrkräfte bzw. Erzieherinnen und Erzieher (HE Nr.28
sowie ausführlich Diskussionspapier Sprachliche Bildung im Anhang zur GD 003/12)
9 die Gewinnung weiterer Schulen zur Teilnahme am internationalen Netzwerk
"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (HE Nr.32) .
Das neue Integrationsministerium Baden-Württemberg legt einen seiner politischen Schwerpunkte
auf die Erleichterung des Zugangs zu Bildung und Ausbildung für internationale Kinder und
Jugendliche, wobei für 2012 die Elternarbeit im Sinne einer Beratung und Einbindung in den
Mittelpunkt gerückt wird. Hier weisen die Eltern-Lehrer-Tandems an vier Ulmer Pilotgrundschulen
(Hans-Multscher-GS, Eduard-Mörike-GS, GS am Tannenplatz, Martin-Schaffner-GS) nach knapp
einem Jahr ihrer Arbeit sehr gute Erfolge auf. An allen vier Schulen ist es durch großes Engagement
der Beteiligten gelungen, Eltern in breitem Umfange anzusprechen. Die beteiligten Schulen sehen
die Arbeit der Tandems einhellig als gewinnbringend und sinnvoll an. Die Koordinierung der
Tandems erfolgt inzwischen durch das Staatliche Schulamt Biberach.
Im Jahr 2011 wurden im Wege einer gemeinsamen Ausschreibung von BS und KAM in
Kooperation mit der städtischen Sozialplanung 15 Projekte zur Stärkung der interkulturellen
Kompetenz von Schulen und bei Trägern außerschulischer Ferienbetreuung über Landesmittel
gefördert. Es beteiligten sich 7 Schulen und 8 Träger aus dem Bereich der außerschulischen
Ferienbetreuung. Die Ausschreibung sollte es angesichts des hohen Anteils internationaler Kinder
und Jugendlicher in Ulm den Projektträgern ermöglichen, Formen und Methoden zur Verankerung
von Interkulturalität als Grundprinzip in Schule und Ferienbetreuung zu erproben. Die dabei
erzielten Ergebnisse können nun in die weitere Arbeit der Projektträger einfließen.

- 15 -

3.

Übergänge

Damit Bildungsbiographien durchgängig positiv gelingen, ausgehend von den jeweiligen
individuellen persönlichen und familiären Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen, sind die
Übergänge besonders wichtig. Bereits vorhandene Ansätze zu systematisieren und zunächst die
Priorität auf den Übergang Kita / GS zu setzen, ist Aufgabe des Bildungsbüros (s. GD 141/12).

4.

Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in das
schulische und berufliche Leben

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat nach langen internen Diskussionen im Februar 2011 einen
Entwurf zur Weiterentwicklung ihrer Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung von 1994
beschlossen. Dieser Entwurf trägt nun die Überschrift „Inklusive Bildung von Kindern und
Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" und soll Leitschnur für die Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention werden.
Integration unterscheidet zwischen Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Die
Inklusion geht von der Verschiedenheit von Kindern / Jugendlichen aus, die individuelle
Förderbedürfnisse haben, denen Schule gerecht werden muss. Es wird von dem Recht aller Kinder /
Jugendlichen ausgegangen, unabhängig ihrer Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie ihrer
ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft, miteinander und voneinander zu lernen. Kinder
haben sich nicht den Bedingungen von Schule anzupassen, sondern Schule den Kindern.
Entscheidend für eine Entwicklung in Richtung eines inklusiven Bildungssystems ist ein
Umdenkprozess und eine veränderte Haltung, insbesondere der Eltern und Lehrkräfte. Aus-, Fortund Weiterbildung der Lehrkräfte müssen sich der Veränderung stellen.
Die Stadt Ulm arbeitet derzeit mit dem Staatlichen Schulamt Biberach, als eine von mehreren
Schwerpunktregionen, an der Novellierung des Schulgesetzes sowie am Umsetzungsprozess
intensiv mit. Auf Initiative der Stadt Ulm und Einladung des Landkreis-, Städte- und Gemeindetages
und des Kultusministeriums kamen 11/2011 ins Ulmer Stadthaus rund 300 Personen aus Politik,
Kommunalverwaltung und Schulverwaltung zu einer überregionalen Veranstaltung zusammen, um
grundsätzliche Fragen zur Thematik "Inklusion im Bildungsbereich" aus unterschiedlichen
Perspektiven zu erörtern und erste Erfahrungen auszutauschen . Ziel ist es, die auf unterschiedlicher
Ebene gewonnenen Erkenntnisse für die anstehende Schulgesetzänderung zu nutzen. Dabei hat
sich gezeigt, dass die frühzeitige Einbindung aller Kosten- und Leistungsträger einen
entscheidenden Erfolgsfaktor darstellt. Ebenso zeigt die bisherige Praxis zunehmend, dass die
vereinzelt von Eltern gewünschte wohnortnahe, zieldifferente Einzelinklusion für Kinder und
Jugendliche mit einem umfassenden Förder-, Unterstützungs- und Betreuungsbedarf fachlich und
finanziell oft schwer zu realisieren ist. Integrationsklassen sind in einer Übergangsphase ein
sinnvoller Zwischenschritt. Sozialraumorientierte Lösungen und Standorte von
Gemeinschaftsschulen sind richtungsweisend.
Die ersten Bildungswegekonferenzen haben seit Schuljahresbeginn 2011/12 stattgefunden, an
denen nun auch die zuständigen städtischen Abteilungen als Schulträger mit eingebunden sind.

- 16 -

5.

Berufliche Bildung

Die grün-rote Landesregierung setzt neue bildungspolitische Schwerpunkte. Der Wegfall der
verbindlichen Grundschulempfehlung wird sich erst in fünf bis sechs Jahren auf den Bereich der
beruflichen Bildung und der Beruflichen Schulen auswirken. Bei der neuen Gemeinschaftsschule
verhält es sich ähnlich. Die ersten Schüler/-innen werden diese mit einem Mittleren
Bildungsabschluss zum Sommer 2018 verlassen. Trotzdem ist bereits jetzt an den
Schulanmeldungen für weiterführende Schulen absehbar, welche Dynamik entsteht in Richtung
zweigliedriges Schulsystem. Für die berufliche Bildung ist es von großer Bedeutung, welcher Anteil
der Absolventen einer Gemeinschaftsschule in eine duale Ausbildung eintritt oder in eine
gymnasiale Oberstufe wechselt, also keine Ausbildung absolviert.
Rasch wird sich die gestoppte Kooperation in Klasse 10 der Werkrealschule mit der Zweijährigen
Berufsfachschule auswirken. Aufgrund des Rückgangs der Anmeldungen an WRS um rd. 55 %
stellt sich die Frage, ob die berufliche Orientierung weiterhin auf einem hohen Niveau möglich sein
wird. Mit dem Wegfall der Notenhürde von Klasse 9 der Werkrealschule nach Klasse 10 der
Werkrealschule wird die Zahl der Schüler/-innen in der Klasse 10 der Werkrealschule zunehmen und
in den Zweijährigen Berufsfachschulen, auch in Trägerschaft der Stadt Ulm, eher abnehmen.
Der verstärkte Übergang von Schülern/-innen der Klasse 9 der Werkrealschule in die Klasse 10 der
Werkrealschule wird zu weniger Absolventen mit Hauptschulabschluss führen, die zum September
2012 eine Lehre beginnen. Dies wird sich im kommenden Herbst wohl besonders in den
handwerklichen Berufen negativ auswirken.
Berufliche Schulen werden in Zukunft auf zwei Säulen stehen. Die eine Säule ist das Duale System
mit der Schulart Berufsschule und den darauf aufbauenden Fachschulen (Meisterschulen und
Technikerschulen). Die andere Säule stellen die Beruflichen Gymnasien dar. Die weiteren Schularten
an den Beruflichen Schulen, z.B. die Zweijährige Berufsfachschule und die Berufskollegs sowie der
Zweite Bildungsweg, werden in ihrer Bedeutung abnehmen.
Der Landtag von Baden-Württemberg hat eine Enquetekommission "Fit fürs Leben in der
Wissensgesellschaft - Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung" eingerichtet. In ihrem
Abschlussbericht vom Dezember 2010 wird der "bedarfsgerechte" Ausbau der Kapazität von
Beruflichen Gymnasien empfohlen. Zum laufenden Schuljahr 2011/2012, d.h. zum September
2011, wurden daher landesweit bereits 100 zusätzliche Eingangsklassen eingerichtet. Davon ging je
eine Klasse an die Friedrich-List-Schule Ulm, die Robert-Bosch-Schule Ulm und die
Valckenburgschule Ulm (Träger: Alb-Donau-Kreis). Auch im Jahr zuvor, d.h. zum September 2010,
wies das Regierungspräsidium Tübingen der Friedrich-List-Schule Ulm und der Robert-Bosch-Schule
Ulm jeweils bereits eine zusätzliche Eingangsklasse zu.
Zum kommenden Schuljahr 2012/13 werden weitere 50 Eingangsklassen an den Beruflichen
Gymnasien in Baden-Württemberg eingerichtet. Die Stadt Ulm erhält für die in ihrer Trägerschaft
befindlichen Beruflichen Schulen je eine für die Robert-Bosch-Schule (Gewerbliche Schule) und eine
für die Friedrich-List-Schule (Kaufmännische Schule). Daneben erhält auch die Valckenburgschule
Ulm eine weitere Eingangsklasse. An der Friedrich-List-Schule Ulm wird es daher ab September
2012 acht Eingangsklassen im Wirtschaftsgymnasium geben und an der Robert-Bosch-Schule Ulm
sieben Eingangsklassen im Technischen Gymnasium. Zusätzlich wird ab September 2012 an der
Robert-Bosch-Schule Ulm ein sechsjähriges Technisches Gymnasium (Klassenstufen 8 bis 13) neu
eingerichtet und an der Friedrich-List-Schule Ulm ein sechsjähriges Wirtschaftsgymnasium.
Um die Struktur der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm zu stärken, wird das Profil „Gestaltungsund Medientechnik“ am Technischen Gymnasium der Robert-Bosch-Schule Ulm beginnend mit den

- 17 beiden neuen Eingangsklassen ab September 2012 an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm
verlagert. Ohne diese Verlagerung hätte die Robert-Bosch-Schule Ulm trotz Bezug des neuen
Erweiterungsbaus für die Gewerblichen Schulen im September 2013 den starken Ausbau des
Technischen Gymnasiums räumlich nicht bewältigen können. Zudem hätten zusätzliche
naturwissenschaftliche Räume geschaffen werden müssen.
Mit dem vorstehend erläuterten Ausbau der Beruflichen Gymnasien an den Beruflichen Schulen in
der Trägerschaft der Stadt Ulm werden diese weiter zukunftssicher gestaltet und ausgebaut sowie
das bisher schon sehr gute Bildungsangebot in der Region weiter gestärkt.
Ziel der Landesregierung ist es, künftig jedem/r Schüler/-in, der/die die Zulassungsvoraussetzungen
erfüllt, einen Schulplatz in einem Beruflichen Gymnasium zu gewähren. Ein Rechtsanspruch auf
einen Schulplatz an einem bestimmten Beruflichen Gymnasium wird allerdings nicht bestehen.
Der Ausbau der Beruflichen Gymnasien darf sich allerdings nicht gravierend auf die Zahl der jungen
Menschen auswirken, die eine duale Ausbildung beginnen. Daher muss der Attraktivität der dualen
Ausbildung ein besonderes Augenmerk gelten. Geeignete Maßnahmen dafür sind im
Abschlussbericht der Enquetekommission "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft - Berufliche
Schulen, Aus- und Weiterbildung" beschrieben. Diese teilen sich in zwei Bereiche auf:
• Individuelle Unterstützungssysteme und zusätzlicher Förderunterricht für die schwächeren
Auszubildenden, damit ein erfolgreicher Ausbildungsabschluss gewährleistet werden kann. Die
Förderung von leistungsschwächeren Berufsschülern und die Vermeidung von
Ausbildungsabbrüchen sind schon jetzt für die beruflichen Schulen ein Schwerpunktthema.
• Zusatzangebote für die leistungsstärkeren Auszubildenden. Englisch als fortgeführte
Fremdsprache in der Berufsschule ist in einer globalen Welt eine Notwendigkeit und für die
leistungsstärkeren Auszubildenden sind Zusatzangebote zur Erlangung der Fachhochschulreife
innerhalb der Ausbildungszeit ein attraktives Angebot, um eine duale Ausbildung zu beginnen.
Die Beruflichen Schulen in der Trägerschaft der Stadt Ulm sind in die Umsetzung der
Handlungsempfehlungen der Enquetekommission intensiv eingebunden.
Die Beruflichen Schulen, meistern seit Jahren Heterogenität, was nur wenig im Bewusstsein der
Bevölkerung verankert ist. Inklusion ist für sie gelebte Praxis. Die beruflichen Schulen sind in
Zukunft noch stärker als bisher als "Schulen der Inklusion und des Aufstiegs" gefordert. Kein
junger Mensch darf auf dem Weg in den Beruf verloren gehen. Ein zentrales Bildungsziel der
beruflichen Schulen ist es, dass junge Menschen im Beruf Fuß fassen. Damit dies gelingt, sind
vertiefte Berufsorientierung und Förderung der Ausbildungsreife sowie der Personal- und
Sozialkompetenz erforderlich.
Junge Menschen können über Angebote, wie Vorqualifizierungsjahr Arbeit - Beruf (VAB) /
Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) / Berufseinstiegsjahr (BEJ) berufspraktische Kenntnisse und
Fertigkeiten, vermittelt werden. Hierbei ist auch eine Ausweitung betrieblicher Praxisphasen
während dieser einjährigen schulischen Ausbildung sinnvoll. Im Hinblick auf die gesellschaftliche
Entwicklung und der zunehmend festzustellenden Defizite bei der Ausbildungsreife, aber auch
sonstigen Problemlagen der Jugendlichen ist Schulsozialarbeit besonders an beruflichen Schulen
unverzichtbar.
Die Handlungsempfehlungen der Enquetekommission "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung" sehen vor, dass VAB, BVJ und BEJ innerhalb von drei
Jahren zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich für die
Zweijährige Berufsfachschulen und einige Formen des Berufskollegs ab.
Zum September 2013 kann voraussichtlich der Erweiterungsbau der Gewerblichen Schulen Ulm
bezogen werden. Damit wird der vorhandenen Raumnot an diesen Schulen Rechnung getragen.

- 18 Ein Teil des Erweiterungsbaus wird wahrscheinlich in den ersten Jahren für die Auslagerung von
Klassen aus den zur Sanierung anstehenden Bestandsgebäuden, vor allem aus den Hauptgebäuden
B1 und S1, benötigt werden. Dadurch kann sich der Umzug der Abteilung Gesundheit der
Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm von der Pionierkaserne auf den Kuhberg zeitlich nach hinten
schieben.
Um dem gestiegenen Raumbedarf der Friedrich-List-Schule Ulm Rechnung zu tragen, werden
derzeit verschiedene Möglichkeiten für bauliche Erweiterungen erörtert. In einer Übergangszeit ist
die Nutzung von Räumen außerhalb der bestehenden Schulgebäude erforderlich.

IV. Schulentwicklung und Jugendhilfebericht

1.

Grundschulkindalter

1.1.

Weitere Maßnahmen im Grundschulbereich

Mit dem Ausbau der Grundschulen zu Schulen mit Ganztagesplätzen wird durch die Jugendhilfe
die Maßnahme der Hilfe zur Erziehung nach §29 SGB VIII, Soziale Gruppenarbeit (SGA), konzipiert
und an Grundschulen eingerichtet. Grundschulkinder mit entsprechendem Hilfebedarf nehmen
nach Antragstellung der Eltern an einer in der Schule eingerichteten SGA teil. Die Maßnahme wird
von den kooperierenden Erziehungshilfeträgern in Ulm umgesetzt und durchgeführt. Bisher wurde
die SGA nach § 29 SGB VIII bei Bedarf veranlasst und angeboten.
Die Kinder- und Familienarbeit in den Begegnungsstätten und Jugendhäusern der Abt. Familie,
Kinder und Jugendliche hat im Jahr 2010 362 Angebote für Familien und 422 Angebote für Kinder

- 19 durchgeführt. In regelmäßigen Treffen werden Gesprächskreise für Eltern und Spielangebote für
Kinder organisiert, ebenso wie gemeinsame Freizeitaktivitäten mit pädagogischem Effekt.
Rund 18 Prozent der Kontakte in den Einrichtungen machen Kinder im Grundschulalter aus.
Ferienfreizeiten, wie Spielmobil, 'Bau'Spielplatz und andere erlebnispädagogische Angebote, der
städtischen Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit finden in den Oster-, Pfingst-,
Sommer- und Herbstferien statt. Es sind rund 350 Plätze eingerichtet. Insgesamt haben im Jahr
2010 etwa 1300 Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren teilgenommen.

2.

Jugend-/junges Erwachsenenalter

2.1.

Hilfe für Schüler/-innen der weiterführenden Schulen (innen-/außerschulisch) Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Erziehungshilfe

Schulsozialarbeit an den Werkrealschulen, früher Hauptschulen, ist schon lange installiert und
etabliert. Für die Realschulen wurden diese Stellen seit 2009 eingerichtet.
Die jeweiligen Angebote in der Schule werden mit den Schulleitungen vereinbart und durch eine
Kooperationsvereinbarung gesichert.
Die Schulsozialarbeit hat folgende Kernaufgaben:
- Einzelfallhilfe und Sozialpädagogische Begleitung von Schülern
- Sozialpädagogische Gruppenarbeit
- Elternarbeit
- Kooperation und Unterstützung von Lehrkräften
Die Aufgabenfelder Offener Bereich / Schülertreff und Hilfen beim Übergang Schule - Ausbildung
müssen entsprechend der Wahrnehmung durch Dritte (Berufseinstiegsbegleitung der Agentur für
Arbeit, pädagogische Assistenten, etc.) kontinuierlich abgesprochen und vereinbart werden.
Insbesondere bei drohenden Unterrichts- bzw. Schulausschlüssen ist die Zusammenarbeit der
Schulleitung mit der Schulsozialarbeit und dem Kommunalen Sozialen Dienst (KSD) erforderlich. Mit
dem Prinzip der Sozialraumorientierung in den erzieherischen Hilfen nach SGB VIII müssen
frühzeitig Maßnahmen eingesetzt werden, die Schulkinder ein Verbleiben vor Ort ermöglichen. In
enger Zusammenarbeit können hier Lösungswege über die Hilfen zur Erziehung gefunden werden.
Die Funktion der bisherigen AG 'Schwierige Schüler' wurde im Jahr 2011 erweitert. Am
Schulprojekt 'WERK 11' (Wiedereingliederung in Regelklassen) sind das Staatliche Schulamt, der
Soziale Dienst, die Wirtschaftliche Jugendhilfe und Lehrkräfte beteiligt. Bei Schulverweigerung,
drohendem Schulausschluss oder bei besonders lang anhaltenden Verhaltensauffälligkeiten ist das
Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche, die vorübergehend keine Regelschule besuchen können,
individuell zu unterrichten und zu fördern.
In dieser sogenannten 'Clearingphase' werden Schulkinder zeitlich begrenzt (6 Wochen/Schüler), in
geschützten Rahmen (Kleingruppe) betreut und unterrichtet. Die Kinder bleiben der Stammschule
zugeordnet.
Im Jahr 2010 nahmen 18 Schulkinder, 2011 21 teil.
In den Werkrealschulen wird seit 2008 die Soziale Gruppenarbeit nach § 29 SGB VIII über die
Erziehungshilfeträger in Ulm in- und außerhalb der Schule angeboten. Diese Konzepte wurden mit
dem Gedanken der 'nahen' und frühzeitigen Hilfe aufgebaut.
Des Weiteren kommen bei Bedarf die Hilfen zur Erziehung nach §§27 ff SGB VIII zum Tragen.

- 20 -

Die Kooperation der Offenen Jugendarbeit mit der Schule wurde seit 2009 intensiviert. Die
Mitarbeitenden der Offenen Jugendarbeit bieten sozialpädagogische Freizeitgestaltung in der
Schule oder arbeiten mit Schulklassen in ihren Einrichtungen (Jugendhäusern und
Begegnungsstätten) in Form der außerschulischen Bildung in kreativer, musischer aber auch in
gruppendynamischer Gruppenarbeit.
Die neun Einrichtungen wurden im Jahr 2010 von 1335 Stammbesuchern besucht. Das sind etwa
11 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus der Altersgruppe von sechs bis achtzehn Jahren in
Ulm.

2.2.

Übergänge nach der Schulzeit
- Übergang Schule - Ausbildung
- ESF-Projekt & weitere (Einzel-)Initiativen

Das auf drei Jahre angelegte Modellprogramm "Jugend stärken" soll ein, für nicht (mehr)
erreichbare Jugendliche und junge Erwachsene (bis unter 27 Jahre), passgenaues und möglichst
durchgängiges Fördersystem am Übergang von der Schule in die Ausbildung schaffen. Ein
"Verlorengehen" der sogenannten 'Rand'-Zielgruppe soll verhindert werden. Netzwerke an den
Schnittstellen Schule - SGB II/III (Leistungsförderung)- SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) sollen
intensiviert und die Aufgaben der kommunalen Jugendhilfe nach § 13 SGB VIII gestärkt werden.
Niederschwellige, motivierende Angebote werden entwickelt. Ausführliche Information und
Beratung der Jugendlichen über ihre Fördermöglichkeiten wird im Einzelfall bis zur Unterbringung
in Ausbildung angestrebt

Im System der Jugendberufshilfe an den Schulen ist derzeit eine Erweiterung der
Berufseinstiegsbegleitung im Rahmen der Bildungsketten-Initiative des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung vorgesehen. Dieses Angebot umfasst an den jeweiligen Einsatzorten eine
nahezu identische Aufgabenwahrnehmung, wie das Projekt "Jugendberufshelfer" an den
Hauptschulen".

In der Mobilen Jugendarbeit zeigt sich, dass die Einzelfälle immer mehr durch Multiproblemlagen
gekennzeichnet sind. Insbesondere spielt hierbei die Perspektivlosigkeit der jungen Menschen,
gerade durch Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, eine wichtige Rolle. Dies betrifft zum einen
Jugendliche, die nach Beendigung der Schule in berufsvorbereitende Maßnahmen kommen und
zum anderen junge Erwachsene, die durch eine fehlende Ausbildung Schwierigkeiten auf dem
Arbeitsmarkt haben.
Mit individueller Einzelfallhilfe und Begleitung erreichte die Mobile Jugendarbeit im Jahr 2010 295
junge Menschen. Es werden Hilfen zur Lösung aller persönlichen Probleme angeboten, unter
anderem Unterstützung und Begleitung bei Fragen der Ausbildungs- bzw. Berufssuche. Zugang zu
institutionellen Hilfeangeboten wird vermittelt.

3.

Erwachsenenalter

3.1.

Elternbildung: Familienbildungsstätte Ulm e.V., KAM (Elternmentoren), FAM ("Stärke")

- 21 -

Die Räume des Jugendhaus Büchsenstadel und der Begegnungsstätte im Sozialzentrum Wiblingen
werden für Sprachkurse genutzt, die durch die Kontaktstelle für Integration organisiert werden. Für
die teilnehmenden Frauen mit Migrationshintergrund wird, soweit notwendig, Kinderbetreuung
organisiert.
Im Jahr 2010 wurden in beiden Einrichtungen fast 300 Kursangebote durchgeführt. Die
Kursgruppengröße liegt zwischen 30 und 40 Personen.
Im September 2008 startete das Programm „STÄRKE“ der Landesregierung Baden-Württemberg
mit einem vielfältigen Angebot der Ulmer Bildungsträger und Jugendhilfeeinrichtungen zur
Stärkung der elterlichen Kompetenz. STÄRKE vertieft die Zusammenarbeit der
Bildungseinrichtungen mit anderen professionellen Diensten und Angehörigen freier Berufe, die für
die Gesundheit der Familien Sorge tragen, Kinder betreuen, erziehen und bilden sowie vor
Missbrauch und Gewalt schützen.
STÄRKE enthält zwei Komponenten: die Ausgabe von Familien- und Elternbildungsgutscheinen an
alle Eltern und Angebote zu weiterer Unterstützung von Familien in besonderen Lebenslagen,
wobei begleitend Hausbesuche durchgeführt werden können. Als zusätzliche Unterstützung wurde
im Jahr 2010 die Durchführung von Elternbildungs- und erholungsmaßnahmen eingeführt.
24 Bildungs- und freie Jugendhilfeträger in Ulm bieten Kurse zur Elternbildung in Erziehungsfragen
an. Im Jahr 2010 wurden in 38 Gutscheinkursen 316 Gutscheine von Eltern eingelöst. Das bedeutet
eine Quote von 29 Prozent an den jährlichen Geburten und eine erhebliche Steigerung zu den
Vorjahren. Es fanden 20 Kurse für Familien in besonderen Lebenslagen statt, an denen sich 203
Personen beteiligten. Begleitend wurden acht Hausbesuche durchgeführt. An einer Elternbildungsund Erholungsmaßnahme, durchgeführt von der Begegnungsstätte im Sozialzentrum Wiblingen,
nahmen sieben Familien mit insgesamt 18 Kindern teil.
Im Jahr 2011 werden die Landesmittel von über 90.000 € voraussichtlich komplett ausgeschöpft.
Die Angebote sind in allen Komponenten nochmals gestiegen. Erstmals konnten Werbemittel für
Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden.

V.

Darstellung der Ist-Situation anhand von Kennzahlen und
Gegenüberstellung der Empfehlungen der PH Weingarten
(2009)

Die Ausgangslage und künftige Situation wurde umfassend im Rahmen der Klausurtagung des
Gemeinderats zur Stadtentwicklung im Demographischen Wandel am 01.10.2010 (GD 350/10)
dargestellt.
Darüber hinaus werden wiederum ausgesuchte Kennzahlen und deren Entwicklung seit der
Beschlussfassung der Bildungsoffensive im Rahmen der Klausurtagung im Jahre 2000 dargestellt
und anhand der Empfehlungen der PH Weingarten im Rahmen deren Evaluation der
Bildungsoffensive der aktuelle Stand in Anlage 3 gegenüber gestellt.

- 22 -