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Anlage 2_Sachbericht_Sie"ste_2010_final_29 08 2011-ges

                                    
                                        Anlage 2

Bericht
&
Abrechnung der städtischen Mittel

für das
Frauennetz West e.V.
als Träger des
Mädchen- & Frauenladen „Sie´ste“

Berichtszeitraum: Januar 2010 bis Dezember 2010

Inhaltsübersicht:

1.

Einführung

2.

Verlauf der Arbeit und die Aktivitäten

2.1

Im Frauennetz West e.V.

2.2

In der Vernetzung

2.3

Im Mädchen- & Frauenladen

2.4

Finanzielle Situation

2.5

Personelle Situation

3.

Perspektiven

Anlagen:

Abrechnung der Zuschüsse
Wirkungskennzahlen
Abschlussbericht des Projektes Gesundheitsförderung bei Benachteiligte
Schaubild Vernetzung
Schaubild Anzahl der Besucherinnen
Infoblatt über die Angebote im „Sie´ste“

1.

Einführung

Das Frauennetz West. e.V. ist seit 20 Jahren in der Weststadt aktiv und
eröffnete im Dezember 1991 den Mädchen- & Frauenladen „Sie´ste“. Das
„Sie´ste“ ist mit seiner gemeinwesenorientierten Arbeit im Stadtteil zu
einer konstanten Einrichtung geworden.
Das Projekt Gesundheitsförderung für Benachteiligte wurde drei Jahre
über die Soziale Stadt gefördert und kann 2011 durch die Stadt Ulm und
weiterer Sponsoren weitergeführt werden. Detaillierte Berichte und die
Abrechnung sind an die Sanierungstreuhand abgegeben worden. Der
Abschlussbericht 2008-2010 ist in der Anlage beigefügt.
2.

Verlauf der Aktivitäten

2.1

Im Frauennetz West e.V.

Das Frauennetz West e.V. ist Trägerin des Mädchen- & Frauenladen
„Sie´ste“. Unsere vordringlichste Aufgabe ist es den Betrieb und die
Angebote im „Sie´ste“ zu planen, zu organisieren und zum Teil
durchzuführen. Belange, Wünsche und Bedürfnisse von Frauen und
Mädchen im Stadtteil, insbesondere derer, die nicht deutscher Herkunft
sind, werden bei unseren Angeboten berücksichtigt.
Im Frauennetz arbeiten die Frauen ehrenamtlich mit.
Es finden monatliche Sitzungen statt, an denen alle interessierten
Mitgliedsfrauen teilnehmen.
Themenschwerpunkte im Berichtsjahr:
•
Programme und Angebote des „Sie´ste“ wurden reflektiert, ergänzt
und abgestimmt, personelle Angelegenheiten wurden besprochen
und entschieden.
•
Festlegung darüber, wer in welchen örtlichen Gremien und
Projekten mitarbeitet und wer die Kontakte zu den vernetzten
Einrichtungen hält. Die Vertreterinnen hatten die Aufgabe
regelmäßig Bericht zu erstatten.
•
Projekt Gesundheitsförderung
•
Klausurtagung
•
Effektivere und weniger zeitaufwendigere Möglichkeiten der
Kassenführung und Prüfung
•
Buchprojekt "Aufbruch nach Deutschland - Ankommen in Ulm",
Werbung, Verkauf
•
Öffentlichkeitsarbeit
•
Sinnvolle und effektive Nutzung der Mittel, Mitgliederwerbung,
Sponsorensuche
•
Betreuung der Mitgliedsfrauen und Interessentinnen
•
stärkere Einbindung von Migrantinnen in die Arbeit des
Frauennetzes

•
•

Reflektion und Planung der Arbeit des Frauennetz
Vorbereitung und Durchführung der jährlich
Mitgliederversammlung

stattfindenden

Die Aufgaben und die Arbeit des Frauennetzes im Jahr 2010 waren
geprägt durch die umfangreiche Arbeit am Projekt Gesundheitsförderung
und den „Regelbetrieb“ im Mädchen- & Frauenladen Sie´ste.
Im Rahmen der Sozialen Stadt beantragte die Sanierungstreuhand Ulm
Mittel für den Stadtteilschrank, der zahlreiche Einzelprojekte beinhaltet.
Eines dieser Einzelprojekte ist die Gesundheitsförderung bei
Benachteiligten, für das wir uns beworben hatten und im Frühsommer
2007 eine Konzeption erstellten. Bis 2010 erhalten wir für dieses Projekt
Fördergelder. Während des Berichtsjahres hat das Projektteam (bestehend
aus 4 Frauen, 2 mit Migrationshintergrund) nach Möglichkeiten gesucht,
wie das Projekt weitergeführt werden kann. Durch Sponsoren und Spende
wird es auch in 2011 im Bereich Gesundheitsförderung Angebote geben.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit in 2010 war die
Öffentlichkeitsarbeit. Hier verstärkten wir unsere Zusammenarbeit mit der
Presse und so erschienen zahlreiche Artikel über unsere Aktivitäten und
über Sponsoren in der Südwest Presse.
Außerdem entschloss sich das Frauennetz, um hier im Stadtteil alle
Bewohnerschichten über uns zu informieren, ein Straßenfest mit einem
kleinen Flohmarkt zu organisieren. Leider waren die Kosten der Stadt für
die Beschilderung der Straßensperrung so hoch, dass wir kaum einen Erlös
hatten.
Wir hatten beim - Markt der kleinen Dinge - im Haus der Begegnung zum
fünften Mal einen Verkaufsstand. Der Erlös floss auch dieses Jahr in
unsere Hausaufgabenbetreuung.
2.2

In der Vernetzung

Es ist uns ein Anliegen, Strukturen in der Weststadt so zu gestalten, dass
sie effektiv sind und die Interessen von Mädchen und Frauen angemessen
berücksichtigt werden
Die Vernetzung wurde in den Berichten der letzten Jahre ausführlich
beschrieben.
Über die aktuelle Arbeit des Frauennetzes in verschieden Gremien gibt das
Schaubild in der Anlage einen Überblick. Das Schaubild zeigt, wie
umfangreich unsere Mitarbeit ist. Diese wird zum Teil ehrenamtlich, zum
Teil hauptamtlich wahrgenommen.
Durch das Projekt Gesundheitsförderung wurden die Kontakte zu den
Migrantenvereinen, den Sportvereinen und zu den Einrichtungen im
Stadtteil
noch
erweitert.
Die
eigentliche
Vernetzung
der
Gesundheitsförderung ist im Schaubild nicht enthalten, es wäre zu
umfangreich.

Die Zusammenarbeit mit den Vernetzungspartnern war sehr positiv.
Besonders zu erwähnen ist hier die kontinuierliche, gute Zusammenarbeit
mit dem Jugendhaus Inseltreff Weststadt und der Kontaktstelle.
Durch die räumliche Nähe des Weststadthauses besteht ein guter
Informationsaustausch und die Zusammenarbeit ist sehr gut. Seit vielen
Jahren war eine Mitgliedsfrau (nicht immer die gleiche) des Frauennetzes
im Vorstand der AG West vertreten. Zur Wahl in 2010 hat sich aus
zeitlichen Gründen keine Frau aus unseren Reihen zur Verfügung gestellt.
Die Interessengemeinschaft Kinder und Jugendliche in der Weststadt
plante auch im Berichtsjahr wieder gemeinsame Aktionen mit dem
Spielmobil und den B(l)auspielplatz. Sie stellte einen gemeinsamen Antrag
um besondere Angebote in den Einrichtungen durch Mittel von Stärken vor
Ort, vorher LOS, durchführen zu können.
Durch die positiven Zustimmungen und die guten Erfahrungen aus der
Verköstigung der Kinder und Mitarbeiter bei der Ferienaktion
B(l)auspielplatz beteiligten wir uns auch dieses Jahr wieder und unsere
Mitarbeiterin übernahm den Bereich der Verpflegung. Für die
entsprechenden Tage stellte sie einen Menüplan zusammen, plante das
Mittagessen und die Zwischenmalzeiten, organisierte den Einkauf und
kochte dann zusammen mit 4-6 Kindern ein warmes Mittagessen. Als
Zwischenmalzeit gab es viel Obst und Gemüse.
In der Koordinierunsgruppe im Sozialraum arbeiten wir weiterhin mit.
Zum ersten Mal fand in den Herbstferien 2010 für Jungen und Mädchen
die geschlechterspezifische Aktion - Feuerrot und Neonblau - statt. Bei der
Suche von Sponsoren brachten wir unser Wissen und unsere Kontakte aus
den Mädchenwochenaktionen ein. Außerdem beteiligten wir uns bei der
Programmplanung und bei der Durchführung dieser Aktion.
Auch im Ulmer Frauenforum arbeiten wir in zahlreichen Arbeitskreisen und
in der Funktion als Sprecherin aktiv mit. Mit Rukiye Kaplan ist seit 2010 die
erste Migrantin im Sprechergremium vertreten.
Die Mitarbeit in überregionalen Einrichtungen konnte aus Zeitmangel und
finanziellen Gründen auch in diesem Jahr nicht wahrgenommen werden.
Wir sind Mitglied in der LAG Mädchen.
2.3

Im Mädchen- & Frauenladen „Sie´ste“

Die Hausaufgabenbetreuung wurde in diesem Jahr auch 4 Mal in der
Woche durchgeführt und wir können nicht mehr als 12 Mädchen sinnvoll
betreuen.
Im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung führen wir auch regelmäßige
Elterngespräche, um den Eltern Anleitung zu geben wie sie ihr Kind
unterstützen können, um sie zu ermuntern mit den Lehrerinnen Gespräche
zu führen oder um sie in Erziehungsfragen zu beraten.

Die regelmäßige Teilnahme an der Hausaufgabenbetreuung konnte
geringfügig gesteigert werden.
Seit zwei Jahren unterstützt uns eine Ehrenamtliche an einem Tag bei der
Hausaufgabenbetreuung. Wir erhalten immer wieder Anfragen von
Frauen, die während ihrer Arbeitslosigkeit etwas tun wollen. Das finden
wir toll und wir bieten ihnen die Möglichkeit in der Betreuung. Wenn diese
Frauen dann, was ja gut ist, wieder eine Arbeitsstelle finden, hören sie
auf, das führt zu einer Fluktuation, die zwar bei der zusätzlichen
Betreuung keine gravierenden Auswirkungen hat, aber für die reguläre
Betreuung ungeeignet wäre.
Mit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis wurde im Rahmen des
Mädchencafes eine interkulturelle Konzeption für ein Modelprojekt
erarbeitet und gestartet. Schwerpunkt unserer „Esspedition mit Pippi“ ist,
bei den Mädels Spaß an guter Ernährung zu entwickeln, Informationen
über Nahrungsmittel und ihre Verarbeitung kindgerecht und unter
Berücksichtigung ihrer entsprechenden interkulturellen Essgewohnheiten
zu vermitteln und ihren Spaß an der Bewegung zu fördern. Finanziert
wurde das Projekt vom Land BW über die Initiative „Komm in Form“.
Serrando, Verein für Zirkuskünste in Ulm e.V. war weiterer
Kooperationspartner des Projektes und nutzte unsere Räumlichkeiten für
sein Angebot. Die Kontakte entstanden über die Gesundheitsförderung.
Da unsere Mädels in der warmen Jahreszeit gerne auf dem Spielplatz
Sonnenschein sind, spielen wir dort gemeinsam mit allen Kindern, die sich
dort aufhallten. Wir erreichen durch diese Aktionen mehr Kinder und
tragen so dazu bei, dass zumindest in den Sommermonaten der Spielplatz
unregelmäßig betreut wird.
Da durch das Projekt - Esspedition mit Pippi - unsere frei verfügbaren
Nachmittage um 10 Nachmittage gekürzt waren, war die Beteiligung der
Mädels an der Programmgestaltung zahlenmäßig niedriger, da aber das
Projekt von den Mädels sehr gut angenommen wurde und sie ihr Wissen
aktiv erweitern konnten ist das unserer Meinung nach ein guter Ersatz
(Wirkungskennzahl 2.2).
Unser internationales Frauencafe ist für unsere türkischen Besucherinnen
eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen und Informationen.
An diesen Nachmittagen fanden einige Vorträge mit Referentinnen von
außen statt und zahlreiche Gesprächsrunden, die sich am Bedarf der
Besucherinnen orientieren. Themenschwerpunkte sind: Gesundheit,
Fragen zur Schule, Erziehung, Kommunalpolitik, Religion, Ausländerpolitik,
Stadtteilarbeit, Sport und Vereine und zur Zukunftsperspektive hier
lebender Migrantinnen und ihrer Familien.
Im Frauenfrühstück treffen sich Frauen unterschiedlichsten Alters und
Nationalität und tauschen sich aus. Durch die neuen Räume sind Frauen
aus der Nachbarschaft neugierig geworden, besuchen uns und es finden
immer wieder auch Rollstuhlfahrerinnen den Weg ins Sie´ste. Es finden
2010 auch mehr Frauen türkischer Herkunft den Weg zum Frühstück.
Beide Frauentreffs und das Mädchencafe sind im Umfang gleich geblieben.
Unsere Angebote für die Frauen und Mädchen wurden sehr gut besucht.

Immer wieder nutzen unsere Besucherinnen aber auch andere Frauen aus
dem Stadtteil, unsere Treffs um sich in den verschiedensten Bereichen
Beratung zu holen. Es ist immer eine Erstberatung, wie Hilfe beim
Ausfüllen von Formularen, Frage nach Anlaufstellen oder Erziehungs- und
Schulberatung. In einigen Fällen war es notwendig eine Dolmetscherin
einzubeziehen.
Seit Oktober 2006 trifft sich bei uns regelmäßig wöchentlich eine
Frauengruppe die Kreativangebote, vor allem Filzen, durchführt und alle
Bewohnerinnen des Stadtteils dazu einlädt und ihr enormes und kreatives
Wissen weitergibt.
Seit 2009 bietet diese Gruppe ehrenamtlich einmal im Monat am
Mittwochabend von 18.00 bis 20.00 Uhr einen Kreativabend an, an dem
auch Dinge hergestellt werden für den Verkauf beim Markt der kleinen
Dinge. Mehrere Frauen mit körperlicher bzw. geistiger Behinderung (aus
der Nachbarschaft und der Lebenshilfe) besuchen dieses Angebot, unter
anderem auch Rollstuhlfahrerinnen. Dieses Angebot wird sehr gut
angenommen.
Aus dem ersten Nordic Walking Kurs der im Rahmen der
Gesundheitsförderung durchgeführt wurde, entwickelte sich ein
regelmäßiger offener Lauftreff der in den Wintermonaten ab 17.00 Uhr
und in der Sommerzeit ab 17.30 Uhr am Sie´ste startet.
Ein Modellcomputerkurs Frauen 50+ zur Nutzung des Internets wurde
2009 in Cooperation mit dem ZAWiW (Konzeption und Organisation) und
mehreren ehrenamtlichen Frauen (Organisation und Durchführung)
entwickelt. Da der Bedarf dieses Kurses bei unseren Migrantinnen sehr
groß war, fanden auch 2010 Kurse statt.
In der Begegnungszone konnte kein weiterer regelmäßiger Treff zum
Austausch durch ehrenamtliche Frauen entwickelt werden, da Vorträge
und Kurse zur Gesundheitsförderung auch in der Begegnungszone statt
fanden (Wirkungskennzahl 4.3)
In 2010 führten wir keinen Ausflug durch. Wir besuchten aber
Ausstellungen in Ulmer Museen und der vh.
Im November 2010 haben wir gemeinsam mit einer Moderatorin unseren
Klausurtag durchgeführt. Bedingt durch die mögliche Strukturänderung im
Schulbereich beschäftigten wir uns mit der Frage: Zukunft gemeinsam
gestalten – wohin wollen wir uns entwickeln? Ziel des Klausurtages war
ein Grundgerüst für die Arbeit 2011 zu entwickeln.
Im Rahmen des Projektes Gesundheitsförderung bei Benachteiligten
werden unsere Räume von der Projektgruppe regelmäßig genutzt und es
fanden zahlreiche Kurse und Vorträge hier statt.

Auch 2010 führt die Kontaktstelle für die ausländische Bürgerschaft in
unseren Räumen Deutschkurse durch. Unter anderem nahmen Mütter von
Mädels der Hausaufgabenbetreuung dieses Angebot an.
Die Räumlichkeiten des Sie´ste werden außerdem von der Türkischdeutschen Frauenfreundschaftsgruppe und ihrer Folkloregruppen genutzt.
Diese feierte am 9. Oktober ihr 20-jähriges Jubiläum im Sie´ste. Anlässlich
dieses Jubiläums wurde die 1995 von den türkischen Frauen erarbeitete
Ausstellung „Frauen in der Türkei“ - Auseinandersetzung mit einem
Klischee - konserviert, gerahmt und im Sie´ste gezeigt. Eine anschauliche
Ausstellung über Trachten und ihre historische Bedeutung aus dem
türkischen Raum fand viel Bewunderung. Sie wurde von einer Frau in
jahrelanger Recherche zusammengetragen und in vielen Nähstunden
anschaulich gestaltet. Viele Besucher/innen kamen zum feiern.
Es fanden Sitzungen zahlreicher Arbeitsgruppen im Sie´ste statt, u.a. von
Tatmotiv Ehre, den Sprecherinnen und Arbeitskreisen des Ulmer
Frauenforums, Sitzungen der IG Kinder und Jugendliche West, der KGSR
West, Kooperationspartner/innen der Gesundheitsförderung.
Bedingt durch die neuen Räume und weiteren Angeboten haben wir nach
der Eröffnung (2008) viele neue Nutzerinnen gewonnen.
Aus dem in der Anlage beigelegten Schaubild wird ersichtlich, dass die
Zahl der Besucherinnen im letzten Jahr gestiegen ist, enthalten sind
Vorträge und Kurse der Gesundheitsförderung die im Sie´ste stattfanden.
Nicht in der Statistik enthalten sind Aktionen außerhalb des Sie´ste und
Teilnehmerinnen die im Rahmen der Gesundheitsförderung an Vorträgen
und Kursen in anderen Treffs, Vereinen und Einrichtungen sich treffen.
2.4

Finanzielle Situation

Ein Großteil der Mittel, die wir von der Stadt erhalten haben, wurde für
Miete, die Finanzierung der Teilzeitstelle und Honorare verwendet. Von
Einzelpersonen erhielten wir Spenden, vom Land einen Zuschuss für die
Hausaufgabenbetreuung, außerdem erheben wir Unkostenbeiträge von
unseren
Besucherinnen
fürs
Frauenfrühstück,
Mädchencafe,
Internationales Frauencafe und für die Hausaufgabenbetreuung.
Durch sparsames Wirtschaften und zusätzliche ehrenamtliche Tätigkeiten
konnten wir die Teilzeitstelle halten und die Honorarkräfte finanziert und
so eine Kontinuität unserer Arbeit im „Sie´ste“ gewährleisten.
Die Einnahmen und Ausgaben unserer Abrechnung sind recht
ausgewogen, wenn berücksichtigt wird, dass wir Ende 2010
Sponsorengelder für die Gesundheitsförderung für 2011 erhielten und wir
noch Anspruch auf Mittel von Stärke vor Ort haben, die erst nach
Projektabrechnung in 2011 ausbezahlt werden, aber vom Frauennetz
ausgelegt wurden.

Da die Räume im ersten Stock schwerpunktmäßig für die Angebote des
Projektes Gesundheitsförderung genutzt werden, sie aber einen eigenen
Eingang haben ist auch die Nutzung durch Männer unproblematisch.
Außerdem sind sie getrennt von unserem Büro (Datenschutz) und unseren
Materialien. Deshalb bietet sich dort auch die Möglichkeit, diese Räume
unterzuvermieten, um sie besser zu nutzen und um finanzielle Mittel zu
erhalten. Dies wurde mit der UWS abgeklärt. Für diese Räume wurde ein
Vermietungskonzept ausgearbeitet.
2.5

Personelle Situation

Im Berichtszeitraum haben wir durch den Zuschuss der Stadt die
Teilzeitstelle im „Sie´ste“ halten können. Weiterhin standen uns, im
Rahmen der vernetzten Arbeit, die 10 Std./Woche einer hauptamtlichen
Mitarbeiterin vom Jugendhaus Inseltreff Weststadt zur Verfügung, auf die
wir auch weiterhin nicht verzichten können. Durch die Honorartätigkeiten
und die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit konnten wir die Angebote im
„Sie´ste“ in vollem Umfang aufrecht erhalten und der großen Anzahl von
Aktivitäten und Besucherinnen gerecht werden.
3.

Perspektiven

Da das Sie´ste nun barrierefrei erreicht werden kann und auch eine
Behindertentoilette vorhanden ist, ist es unser Ziel diesem Personenkreis
die Möglichkeiten in unserer Einrichtung bekannt zu machen.
Bis 2011 werden die Schwerpunkte des Frauennetzes sein:
•
unsere neue Konzeption auch Raumkonzeption weiter zu
entwickeln.
•
In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt findet im Mädchencafe
das Projekt Esspedition mit Pippi bis April 2011 statt
•
Mädchentreff für Jugendliche iniziieren
•
Gesundheitsförderung bei Benachteiligten: Angebote entwickeln
und durchführen, erschließen von finanziellen Mitteln
In Kooperation mit Einrichtungen der IG Kinder und Jugendlichen in der
Weststadt werden auch 2011 gemeinsame Angebote für Kinder und
Jugendliche im Bereich Sport, Bildung und Freizeit auch in den Ferien
geplant und durchgeführt.
Im Stadtteil kommt mehr als ein Drittel der Bewohnerinnen nicht aus dem
deutschsprachigen Kulturkreis. Es gibt, bis auf das türkische Theater
Ulüm, kaum Möglichkeiten diese Bevölkerungsgruppe an Kultur heran zu
führen und noch weniger Möglichkeiten sich kulturell zu betätigen. Kinder
und Jugendliche erhalten dabei zu wenig Förderung. Mit interessierten
Frauen und entsprechenden Organisationen werden wir versuchen im
Stadtteil auf kultureller Ebene Möglichkeiten der Partizipation und
Beteiligung zu schaffen. Erste Schritte wie gemeinsame Teilnahme an
Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, Angebote unserer Kreaktiv AG sind
bereits unternommen.

In 2011 ist auch wieder ein Ausflug geplant.
Wir sind bestrebt, dass sich in unserer Begegnungszone Angebote zum
kulturellen Austausch etablieren.

Für die Zuschüsse und die Unterstützung bedanken wir uns bei
der Stadt und dem Gemeinderat recht herzlich und hoffen auf
weitere Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag:

Sigrid Räkel-Rehner
Vorstandfrau

Christl Flaig
Kassenführung

Schaubild: Anzahl der Besucherinnen

6000
5000
4000
3000
2000
1000
0

1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Das Schaubild zeigt die Entwicklung der Besucherinnen auf die Jahre bezogen.

140
120
100
80
60
40
20
0
1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Das Schaubild zeigt die Entwicklung unserer wöchentlichen Besucherinnen.

Vernetzungsschaubild
Frauennetz West e.V.

AG West

Mitglied sind/es arbeiten mit
Türkisch-deutsche
Frauenfreundschaftsgruppe
Einzelfrauen
Inseltreff Weststadt
KreAktiv AG

IG Kinder & Jugendliche

Forum, Arbeitskreise

Gemeinsame Aktionen, Angebote
und Projekte in der Weststadt

Inseltreff Weststadt

Vernetzung, gemeinsame Projekte

Weststadthaus
Mädchen- &
Frauenladen
Sie´ste

Kontakte, Angebote
Informationsaustausch,

Koordinierungsgruppe im
Sozialraum
Soziale Stadt

Träger einzelner Projekte

AK Mädchen
Projekt
Gesundheitsförderung

Vorbereitung und Abrechnung
Mädchenwoche
Mädchenleitlinien
alternativ

Feuerrot+Neonblau
Vorbereitung und Angebot

Ulmer Frauenforum
Mitglied, Sprecherin,
Mitarbeit in AKs

8. März Gruppe

LAG Mädchen

Stand : 05/10

Abschußbericht des Projekts – 2010
I.

Angaben zum Projekt

Projektname

Gesundheitsförderung

Projektträger
Ansprechpartnerinnen

Frauennetz West e.V.

II.

Sigrid Räkel-Rehner, Rukiye Kaplan

Projektergebnisse im Zeitraum von 01.01. bis 31.12.2010

1.
Projektkonzept/
Projektverlauf
(Wurde eine Veränderung
des Konzepts vorgenommen,
wenn ja, weshalb?)

•
•

•
•
•
•
•
•

2.
Auf welchen Zielen
liegt der Schwerpunkt der
Projektarbeit?

•

•
•
•
•
•
•

Planung und Durchführung notwendiger,
niederschwelliger Angebote
Vernetzung der im Gesundheitsbereich tätigen
Personen und Einrichtungen in der Weststadt zur
gegenseitigen Information über Angebote,
Informationsveranstaltungen und zur Planung
gemeinsamer Angebote
Förderung der Präsenz von Selbsthilfegruppen und
die Integration von betroffenen Migrantinnen
Förderung der Integration von besonders
Benachteiligten in Sport- und Freizeitvereinen
Esskulturen fördern und gesund gestalten
Stärkung der psychosozialen Kompetenz der Frauen
mit Migrationshintergrund
Förderung von Referentinnen und Referenten mit
Migrationshintergrund als Vorbildfunktion
Einbeziehung der im Stadtteil aktiven
Migrantenvereine zur Gewinnung und Schulung von
Multiplikatorinnen

Planung und Durchführung niederschwelliger
Angebote im Bereich Ernährung, Bewegung und
Referate, um die psychosoziale Kompetenz zu
verbessern
Planung und Durchführung niederschwelliger
Angebote in unserer Einrichtung und der
Kooperationspartner/Innen
Förderung der Integration von besonders
Benachteiligten im Sportverein
Organisation einer Mädchenfußballmannschaft
Esskulturen fördern und gesund gestalten
Stärkung der psychosozialen Kompetenz der Frauen
mit Migrationshintergrund
Förderung von Referentinnen und Referenten mit
Migrationshintergrund als Vorbildfunktion

Modellvorhaben Soziale Stadt
2007 - 2010
3.
Teilnehmer/
Teilnehmerinnen
weiblich/männlich
Altersstruktur
Nationalität/Migrationshintergrund
Besonderheiten

•

über 90% der Teilnehmer/innen waren weiblich

•

über 80% hatten einen Migrationshintergrund

•

die Altersstruktur lag zwischen 7 - 75 Jahren

4.
Gruppengröße
Anzahl der Teilnehmer/innen
je Gruppe

•

23 Vorträge

•

2 Vorträge mit 3 weiteren Kursterminen

•

12 Kurse

•

Kurse: 3-8 Personen, bedingt durch die Größe der
Räume und des Lehrschwimmbeckens

•

20-30 Mädchen beim Fußballtraining

•

Vorträge: 5 -60 Personen

•

Projekt „Komm in Form“ des Landes BadenWürttemberg über gesunde Ernährung für
Grundschülerinnen mit weiteren
Kooperationspartnern

5.
Kontinuität der
Teilnahme
Anzahl der Abbrüche
Gründe für Abbrüche

•

3 Kurse fanden nicht statt

6.
Beschreiben Sie
den momentanen Stand
der Zielerreichung

•

70 Frauen haben Schwimmen gelernt, 20 Frauen
Rad fahren; hier ist die Nachfrage sehr groß

•

Vorträge und Kurse wurden im allgemeinen gut
besucht

•

12 Familien konnten motiviert werden, im
Sportverein Mitglied zu werden

•

20 – 30 Mädels konnten zum Fußballtraining
motiviert werden

•

Kontinuität der Angebote führte zur erhöhten
Nachfrage und Zunahme der Teilnehmerinnen

Gründe könnten sein: Geringes Interesse, fehlende
Einsicht der Notwendigkeit, finanzielle Probleme

•
7.
Wie bewerten Sie
das Projekt insgesamt?

2

Die Gesundheitsförderung wurde von einem Team von 4
Frauen gemeinsam durchgeführt. Zwei von ihnen haben
einen Migrationshintergrund. Die Arbeit zeichnete sich
dadurch aus, dass die Frauen, die auch in der Weststadt
leben, ihre interkulturellen Kenntnisse, Erfahrungen und
persönlichen Beziehungen einbrachten, die sie durch

Modellvorhaben Soziale Stadt
2007 - 2010
jahrelanges ehrenamtliches und professionelles
Engagement für soziale Belange und Chancengleichheit
erworben hatten. Wir konnten Frauen motivieren und zum
Mitmachen aktivieren, die im Alltag besondere Belastungen
bewältigen müssen oder von Chancenungleichheit betroffen
sind. Für sie waren die Angebote oft der erste Anstoß sich
mit der Gesundheitsprävention zu beschäftigen. Wir haben
somit den Eindruck gewonnen, dass besonders die Frauen
und Mädchen erreicht wurden, die sonst wenig Anschluss
ans öffentliche Leben haben.
Dies geschah durch intensive regelmäßige Werbung in den
Einrichtungen, persönliche Ansprache der Multiplikatorinnen
und Teilnehmenden, besonders durch die Mitarbeiterinnen
mit türkischem Migrationshintergrund - der sog.
Brückenpersonen.
Die Veranstaltungen fanden in unserer Einrichtung statt oder
in den Einrichtungen der Kooperationspartner. Bei den
Kooperationspartnern fanden die gewünschten Vorträge
meistens im Rahmen der regelmäßigen Treffen statt. Häufig
wurden die Veranstaltungen zweisprachig abgehalten.
Gezielt wurden für die Vorträge und Kurse Fachfrauen- und
Männer gesucht, die selbst aus dem Kulturkreis stammen.
Ein wesentlicher Grund dafür war, dass diese Personen als
Vorbilder agierten und nach Bedarf zweisprachig referieren
konnten. Somit erreichten wir sprachlich benachteiligte
Menschen leichter. Auch war es für die Referenten und
Referentinnen eine Anerkennung ihrer Kompetenz und ihres
Fachwissens.
Gerade die Vorträge im psychosozialen Bereich wurden gut
besucht und deshalb mehrmals angeboten: Beispiele: Wie
Erziehung (wieder) Freude macht, Unruhige Kinder fordern
Elternhaus und Schule heraus, Mein Kind kommt in die
Schule, Wege zum psychischen Wohlbefinden in der
Familie. Die Gespräche mit der Frauenärztin führten zum
gegenseitigen besseren Verständnis.
Das Sie’ste bot in lockerer Atmosphäre eine gute Plattform,
die Frauen wurden ernst genommen und ihnen zugehört.
Die Informationen und der Erfahrungsaustausch mit anderen
eröffnete ihnen oft einen anderen Blick auf die Erziehung
und nahm ihnen das sog. „schlechte Gewissen“.
Die Ernährungsvorträge führten dazu, dass in den darauf
folgenden Treffen dieses Thema weiter intensiviert werden
konnte.
Ca. 70 Frauen haben in unseren Kursen Schwimmen
gelernt und 20 Frauen Radfahren! Es konnte erreicht
werden, dass die Stadt Ulm ab Februar 2011 Badezeiten
speziell für Frauen im Westbad anbietet.
Bei der großen Nachfrage ist es wichtig, dass weiterhin
ermäßigte Kurse angeboten werden, weil die Frauen es sich
nicht leisten können. Auch brauchen sie Unterstützung und
Begleitung zu den Kursen.
Durch Gespräche mit Schulleitungen, Sportlehrerinnen,
3

Modellvorhaben Soziale Stadt
2007 - 2010
Lehrern und Eltern gründete sich eine neue Trainingsgruppe
Mädchenfußball im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Einmal
wöchentlich treffen sich zwischen 20-30 Mädchen zum
Kicken (Vereinsgelände des ESC in der Weststadt) und
werden von zwei Frauen trainiert. Mädchen erhielten eine
Chance Fußball zu spielen, dass sie in ihrem
Selbstbewusstsein stärken wird und die Eltern (besonders
die Väter) mit Stolz erfüllt.
12 Familien konnten als neue Mitglieder im Sportverein
gewonnen werden.
Durch das breit gefächerte niederschwellige Angebot zur
Gesundheitsförderung ist es uns gelungen, viele Frauen
besonders mit Migrationshintergrund zu erreichen. Wir
meinen, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten konnten,
den Gesundheitszustand der im Stadtteil lebenden Familien
zu verbessern. Dies wurde uns auch in einer
Nachbesprechung mit den Kooperationspartnern bestätigt.

8.
Einschätzung des
Projekts über die gesamte
Laufzeit gesehen?
9.
Nachhaltigkeit
Welche Ergebnisse,
Wirkungen bleiben nach
Projektende?

10.
Nennen Sie die
wichtigsten Kooperationspartner und stellen Sie
deren Mitwirkung dar.
4

Siehe Punkt 7.

•

Die psychosoziale Kompetenz der Besucherinnen
konnte verbessert werden

•

Das Wissen zu den unterschiedlichsten
Gesundheitsthemen wurde erweitert

•

Erhöhung der Lebensqualität durch den Erwerb der
Fähigkeit zum Schwimmen

•

Radfahren können, heißt: mehr Bewegung, mehr
Mobilität, mehr Flexibilität, mehr Selbstständigkeit,
mehr Unabhängigkeit für die Frauen

•

Badezeiten speziell für Frauen

•

Mädchenfußballtraining

•

Integration und Wahrnehmung von Angeboten im
Sportverein

•

Wöchentlicher Lauftreff

•

Initiierung weiterer Schwimmkurse für Frauen durch
einen anderen Anbieter

•

Das kontinuierliche, regelmäßige Angebot führte zu
mehr Vertrauen und mehr Besucherinnen im dritten
Jahr des Projektes

Referentinnen und Referenten:
Ärzt/innen, Physiotherapeutinnen, Psychotherapeutinnen,
Psychologinnen, Pädagoginnen, Krankenschwestern,
Sporttherapeutinnen, Sozialpädagogen/innen,

Modellvorhaben Soziale Stadt
2007 - 2010
Ernährungsberaterinnen, Sprecherin der Frauenselbsthilfe
nach Krebs, Verbraucherberaterin
Kooperationspartner/innen:
AG-West, Dichterviertel-Treff, DiTib, AWO, Kath.
Kindergarten Heilig Geist, Kindergarten St. Elisabeth,
Gesundheitsamt, Landratsamt Alb-Donau-Kreis, Universität
Ulm, DLRG, ESC, Beratungsstelle für Schwangerschaftsund Familienfragen, Schulen in der Weststadt

01.02.2011

5