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Anlage 1 GD 429 13

                                    
                                        Protokoll Preisgerichtssitzung

Anlage 1 zu GD 429/13

Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Verteiler/Teilnehmer
Preisgericht

Anlagen
Einzelbeurteilungen der Arbeiten
Anwesenheitsliste

Beratende Mitglieder
Vorprüfung

1

Termin
Freitag, 20.09.2013
ab 09:00 Uhr
Ort
Kornhausplatz 1
(Kornhaus-Foyer),
Ulm

Begrüßung und Wahl des Vorsitzenden des Preisgerichts

Das Preisgericht tritt am 20.09.2013, um 09:00 Uhr am Kornhausplatz 1 (KornhausFoyer), Ulm zusammen.
Herr BM Alexander Wetzig begrüßt im Namen der Stadt Ulm die Anwesenden und
bedankt sich für die Bereitschaft, im Preisgericht teilzunehmen.
Auf Vorschlag von Herrn BM Alexander Wetzig wird Herr Prof. Jörg Aldinger einstimmig
bei eigener Stimmenthaltung zum Vorsitzenden des Preisgerichts gewählt. Der Vorsitzende stellt zunächst die Anwesenheit des Preisgerichts namentlich wie folgt fest:
Fachpreisrichter (mit Stimmrecht):
1

Herr Prof. Jörg Aldinger, Architekt, Stuttgart

2

Frau Jelena Bozic, Architektin, Stuttgart

3

Herr Ralf Michnick, Architekt, Stadt Ulm

4

Herr Bürgermeister Alexander Wetzig, Architekt, Stadt Ulm

5

Frau Prof. Christine Remensperger, Architektin, Stuttgart

6

Herr Alexander von Salmuth, Architekt, Stadt Ulm

Stellvertretender Fachpreisrichter
1

Herr Volker Jescheck, Architekt, Stadt Ulm

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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Sachpreisrichter (mit Stimmrecht):
1

Frau Dr. med. Karin Graf, Vertreterin Fraktion CDU
(bis 12:00 Uhr)

2

Frau Rose Goller-Nieberle, Vertreterin Fraktion FDP

3

Herr Erwin Böck, Vertreter Fraktion FWG
(entschuldigt – Vertretung Frau Malischewski)

4

Herr Michael Joukov, Vertreter Fraktion Grüne
(entschuldigt – Vertretung Frau Lambrecht)

5

Herr Hartmut Pflüger, Vertreter Fraktion SPD
(Vertretung Frau Adler ab 12:00 Uhr)

Stellvertretende Sachpreisrichter:
6

Herr Winfried Walter, Vertreter Fraktion CDU
(Vertretung Frau Dr. Graf ab 12:00 Uhr)

7

Herr Dr. Bruno Waidmann, Vertreter Fraktion FDP
(entschuldigt)

1

Frau Helga Malischewski, Vertreterin Fraktion FWG

2

Frau Ulrike Lambrecht, Vertreterin Fraktion Grüne

8

Frau Katja Adler, Vertreterin Fraktion SPD
(bis 12:00 Uhr)

Beratende Mitglieder (ohne Stimmrecht):
1

Herr Roland Häußler, Stadt Ulm (BD)

2

Herr Michael Cieszewski, Stadt Ulm (GM)
(entschuldigt)

Vorprüfung:
Drees & Sommer GmbH
Herr Andreas Schele
Frau Heike Titze
Herr Stephan Gössling
Der Vorsitzende vergewissert sich, dass keiner der Anwesenden unerlaubte Kontakte
mit Teilnehmern hatte. Er fordert dazu auf, Mutmaßungen über Verfasser zu unterlassen und bittet um vertrauliche Behandlung der Preisgerichtssitzung. Der Vorsitzende
bittet die Vorprüfung, die Protokollführung zu übernehmen.

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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

2

Bericht der Vorprüfung

Zunächst stellt Frau Titze den Aufbau und die Ergebnisse des ausführlichen Vorprüfberichts vor.
Die Abgabe der Wettbewerbspläne erfolgte von sämtlichen Teilnehmern termingerecht.
Bis zum Abgabedatum sind 21 Modelle termingerecht eingegangen.
Bei keiner der eingereichten Arbeiten wurde ein Verstoß gegen die Auslobung und die
Regularien der RPW festgestellt. Das Preisgericht beschließt einstimmig, alle 21 Arbeiten zur Beurteilung zuzulassen.
Die 21 Arbeiten werden anschließend in einem Informationsrundgang zur Kenntnis
genommen. In diesem Rundgang werden die einzelnen Arbeiten von der Vorprüfung
vorgestellt, detailliert erläutert, Rückfragen beantwortet und ohne Wertung diskutiert.
Nach Abschluss des Informationsrundgangs bedankt sich der Vorsitzende bei der Vorprüfung für die sorgfältige Analyse, Aufbereitung und Erläuterung der Ergebnisse als
Grundlage für die weitere Beurteilung.
3

Erster Wertungsrundgang

Im ersten Wertungsrundgang werden folgende Arbeiten wegen schwerwiegender
Mängel je einstimmig ausgeschieden:
1001
1008
4

Zweiter Wertungsrundgang

Im zweiten Wertungsrundgang werden, nach eingehender Diskussion insgesamt
13 Arbeiten mit folgendem Stimmverhältnissen ausgeschieden:
Tarnzahlen
1002
1003
1006
1009
1010
1011
1012
1013
1014
1016
1019
1020
1021

10 : 1
11 : 0
10 : 1
11 : 0
11 : 0
7:4
11 : 0
11 : 0
10 : 1
10 : 1
11 :0
11 : 0
11 : 0

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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Es verbleiben somit folgende Arbeiten im Verfahren:
1004
1005
1007
1015
1017
1018
Das Preisgericht bildet aus den, im Verfahren verbliebenen Arbeiten, einstimmig die
Engere Wahl.
Die Arbeiten der Engeren Wahl werden von Arbeitsgruppen vertieft untersucht und diskutiert. Die Ergebnisse werden in einem schriftlichen Protokoll niedergelegt. Im
Anschluss werden die Protokolle im gesamten Preisgericht vor den Arbeiten verlesen,
ergänzt und verändert. Die Protokolle werden durch einstimmigen Beschluss zum
Bestandteil des Rahmenprotokolls.
Das Preisgericht nimmt anschließend die Bewertung der Arbeiten der Engeren Wahl
vor. Nach intensiver Diskussion legt das Preisgericht nachgenannte Rangfolge einheitlich fest:
1. Rang:
2. Rang:
3. Rang:
4. Rang:
5. Rang:
6. Rang:

1018
1017
1007
1015
1004
1005

Die in der Auslobung genannte Verteilung der Preise und Anerkennungen wird vom
Preisgericht einstimmig wie folgt neu festgelegt:
1018
1017
1007
1015
1004

17.500 €, netto
12.500 €, netto
9.500 €, netto
7.500 €, netto
5.500 €, netto

Anerkennung: 1005

2.500 €, netto

1. Preis:
2. Preis:
3. Preis:
4. Preis:
5. Preis:

Im Anschluss legt das Preisgericht wiederum einstimmig fest, die neue Verteilung der
Preise und Anerkennung den Rängen zuzuordnen.
1. Rang
2. Rang
3. Rang
4. Rang
5. Rang
6. Rang

1. Preis
2. Preis
3. Preis
4. Preis
5. Preis
Anerkennung

1018
1017
1007
1015
1004
1005

11 : 0
11 : 0
11 : 0
11 : 0
11 : 0
11 : 0

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober die Arbeit des 1. Preises zur Grundlage der
weiteren Bearbeitung zu machen. Dabei sind die Inhalte und Anmerkungen des Protokolls zu berücksichtigen.
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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

5

Aufhebung der Anonymität und Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Anonymität der eingereichten Arbeiten wird aufgehoben. Das Preisgericht stellt
folgende Verfasser fest:
1001
1002
1003
1004
1005
1006
1007
1008
1009
1010
1011
1012
1013
1014
1015
1016
1017
1018
1019
1020
1021

OFIS arhitekti, Ljubljana (Slowenien)
Baumschlager Hutter ZT, Dornbirn (Österreich)
Scherr + Klimke, Ulm
Peter W. Schmidt, Pforzheim
ap plan, Stuttgart
BAURCONSULT Architekten Ingenieure GbR, Stuttgart
Broghammer, Jana, Wohlleber, Rottweil
Auer+Weber+Assoziierte, Stuttgart
Drei Architekten, Stuttgart
CARPUS + PARTNER AG, Ulm
hotz + architekten, Freiburg
Hascher Jehle Planungsgesellschaft mbH, Berlin
Kister Scheithauer Gross Architekten & Stadtplaner GmbH, Stuttgart
gk Gössel + Kluge, Stuttgart
Architekten BKSP, Hannover
HPP, Hentrich-Petschnigg & Partner, Köln
gmp international GmbH, Hamburg
Betz und Kock, Stuttgart
Lieb + Lieb Architekten BDA, Freudenstadt
bogevischs buero, München
bbp architekten BDA, Kiel

Das Wettbewerbsverfahren ist in ein Vergabeverfahren Freiberuflicher Leistungen VOF
eingebunden. Aus diesem Grund wird vereinbart, dass eine Veröffentlichung des Wettbewerbsergebnisses in der Presse möglich ist, sofern keine Details aus dem Vorprüfbericht nach Außen gelangen. Der Vorsitzende bittet die Mitglieder des Preisgerichts über
weitere Inhalte der Preisgerichtssitzung Stillschweigen bis zum Abschluss des VOFVerfahrens zu wahren.
Der Vorsitzende bedankt sich bei der Vorprüfung ausdrücklich für die hervorragende
Arbeit und stellt die Entlastung fest.
Der Vorsitzende bedankt sich beim Auslober und den Mitgliedern des Preisgerichts für
die engagierte, objektive und qualitätsvolle Zusammenarbeit. Im Anschluss gibt der
Vorsitzende sein Mandat an den Auslober, Herrn BM Alexander Wetzig zurück.

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Anlage 1
Einzelbeurteilung der Arbeiten

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1004
Der Entwurf erfüllt alle städtebaulichen Vorgaben.
Ein guter proportionierter 4-geschossiger kompakter Baukörper ruht auf einem 2geschossigen Sockel. Der sich über beide Sockelgeschosse an der östlichen Grundstücksgrenze erstreckende, sehr schmale Lichthof dient in erster Linie der Belichtung.
Seine räumlichen Qualitäten sind kritisch zu hinterfragen. Der Haupteingang gegenüber
der Handwerkskammer wird durch einen baukörperlichen Versprung betont. Die Eingangszone ist zwar groß bemessen, ihre Zweiteilung lässt eine räumliche Großzügigkeit vermissen. Die publikumsintensiven Bereiche im EG und 1. OG weisen funktionale
Schwächen auf. Die räumliche Trennung der Backoffice von Melde- und Anwohner im
2. OG ist zu weit. Die Splittung des Ausländercenters und der Einwohnermeldebehörde
im 1. und 2. OG sind nicht optimal gelöst. Man wünscht sich eine Reduktion der Lufträume im 1. OG zugunsten eines großzügigen, dezentralen Wartebereichs für das
Ausländeramt.
Die Teambüros im EG und 1. OG sind räumlich gut positioniert und proportioniert. Ein,
über alle Geschosse sich erstreckender Luftraum verleiht dem Verwaltungszentrum
eine angemessene räumliche Großzügigkeit. Die Ebenen 2 bis 5 stellen sich als gut
strukturierte und räumliche Einheiten dar.
Die Gliederung der Fassaden wirken noch etwas unruhig, etwas mehr Eleganz wäre
wünschenswert. Wirtschaftlich liegt der Entwurf im unteren Bereich, das ist vor allem
einer hohen BGF geschuldet. Die Bruttogeschosshöhe von 3,75 m ist zu überprüfen.
Die Arbeit ist ein positiv zu bewertendes Wettbewerbsbeitrag.

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1005
Der Entwurf hält sich im Wesentlichen an die städtebaulichen Vorgaben mit der Sichtachse aus der Mühlengasse und nutzt die Möglichkeit der Erweiterung im EG und 1.
OG nach Westen. Bemerkenswert ist der Rücksprung ab dem 4. OG entlang der Keltergasse. Kritisch wird der Abstand im 1. OG und 2. OG zur südwestlichen Grundstücksgrenze diskutiert.
Die Architektur und die Fassaden sind zurückhaltend ausgebildet, nur im eingezogenen
Eingangsbereich werden diese angemessen betont. Die Haupterschließung befindet
sich vis á vie der Handwerkskammer, entlang der Hauptfußgängerachse aus/in die
Innenstadt. Alle publikumsintensiven Bereiche befinden sich folgerichtig im EG und
1. OG – an jeweils sehr großzügig bemessenen und übersichtlichen Erschließungszonen. Kritisch ist hier die fehlende natürliche Belichtung – nicht nachvollziehbar die Möblierung. Im EG fehlt der Sozialraum sowie Lagerflächen. Sowohl im EG als auch im 1.
OG fehlen Besucher- und Mitarbeitertoiletten.
Die Möglichkeit der Unterbauung der fußläufigen Innenstadtverbindung wäre zu überprüfen. Ebenso erscheint die Anordnung eines zweiten Aufzugs zwingend.
Das Raumprogramm ist geringfügig überschritten, eine energieeffiziente und nachhaltige Bauweise – im Besonderen der Fassaden – ist möglich. Die Investitionskosten
liegen im Durchschnitt aller Arbeiten.
Insgesamt stellt die Arbeit einen Lösungsansatz dar, der auf die gestellte Aufgabe
städtebaulich und architektonisch angemessen antwortet, die Funktionen im Großen
und Ganzen erfüllt, energieeffizient und nachhaltig ist und sich auch im Bezug auf das
Budget in einem noch tolerierbaren Rahmen bewegt. Kritisch ist die ungenügende
natürliche Belichtung der Erschließungszonen im EG und 1. OG. Sehr bedenklich ist
der Bereich in diesen Geschossen an der südwestlichen Gebäudekante zur Grundstücksgrenze.

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1007
Das städtebauliche Konzept der Arbeit wird begrüßt. Den Verfassern gelingt es, das
gesamte Raumprogramm in einen klaren, sehr kompakten 6-geschossigen Baukörper
ohne erweiterte Sockelgeschosse unterzubringen.
Aus der 6-Geschossigkeit des Baukörpers ergibt sich eine längerfristig mögliche
Gebäudeerweiterung durch ein zusätzliches Geschoss. Der Haupteingang liegt richtig
an der Achse der verlängerten Mühlengasse vis-á-vis der Handelskammer. Seine leicht
zurückgesetzte Lage über zwei Geschosse hinweg führt die Besucher des Hauses in
unaufdringlicher und sympathischer Weise in das Gebäudeinnere.
Die Klarheit des Baukörpers setzt sich im Inneren in räumlich gut organisierten und
übersichtlichen Grundrissen fort. Im Erdgeschoss sind die niedrigen Informations-,
Warte- und Aufenthaltsbereiche konzentriert und dennoch großzügig mit guten Sichtbeziehungen und Orientierungsmöglichkeiten angeordnet. Die für die Öffentlichkeit
wichtige Verknüpfung zum ersten Obergeschoss ist über eine angemessene dimensionierte Deckenöffnung über der Infotheke und eine zwar bescheiden dimensionierte
aber gut gelegene zweiläufige Treppe ausreichend gegeben. Die Klarheit der Grundrissorganisation setzt sich auch in den weiteren Obergeschossen fort und wird positiv
beurteilt.
Leider führt die Kompaktheit des Baukörpers mit dem Verzicht auf Sockelgeschosse
zur funktionalen Schwächung der Bürgerdienste III, die sich entgegen der Auslobung
noch teilweise bis auf das 2. Obergeschoss erstrecken und damit sowohl den Nutzern
längere Wege zumuten, wie auch interne Betriebsabläufe erschwert. Die Verteilung der
anderen Nutzungen auf die weiteren Geschosse entspricht den funktionalen Anforderungen der Auslobung. Der über alle Geschosse hinweg durchgehende Luftraum
erzeugt eine angenehme und großzügige Innenraumsituation mit gutem Tageslicht von
oben und guter Auffindbarkeit der verschiedenen Nutzungsbereiche.
Der schlichte Auftritt des Hauses im Charakter dieser gerasterten Lochfassade
erscheint auf den ersten Blick etwas schematisch. Die Feingliederung des vorgeschlagenen Sichtziegelmauerwerkes wirkt dem freilich entgegen und führt insgesamt zu
einem dem Standort am Rande der historischen Innenstadt und einem öffentlichen
Verwaltungsgebäude angemessenen zurückhaltenden Auftritt.
Die Arbeit bewegt sich im Vergleich der anderen Arbeiten im wirtschaftlichen Bereich
unter den durchschnittlichen Kosten. Sie überzeugt insgesamt durch eine souveräne
städtebauliche und architektonische Konzeption. Die konzentrierte räumliche Organisation wird allerdings teilweise auf Kosten der Funktionalität im öffentlichen Bereich von
Bürgerdienste III erreicht.

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1015
Die Arbeit formuliert einen klaren und kompakten 5-geschossigen Solitärbaukörper, der
bewusst auf Anbauten und Sockelzonen verzichtet.
Ein weit zurückgesetztes Staffelgeschoss als Technikaufsatz wird kritisch diskutiert;
wird aber aus dem Stadtraum nicht wahrgenommen.
Die Haupterschließung zur Olgastraße hin ist denkbar, aber nicht zwingend. So wird
hier die Lage unterschiedlich diskutiert und zeigt hier auch die hohe Präsenz des Bürgerhauses zum Umfeld und zum öffentlichen Nahverkehr.
Anlieferung und Zufahrt TG erfolgen von der Westseite und sind denkbar; ein offener
Autoaufzug im Stadtraum ins UG wird dagegen hinterfragt.
Über einen plastischen Einschnitt im Baukörper zeigt sich im EG der Hauptzugang zur
öffentlichen Bürgerzone.
Die Anordnung von Infotheke und Wartezone scheint zunächst übersichtlich, zeigt
jedoch zu manchen Beratungsräumen etwas umständliche Wegebeziehungen. Das
Lager zum Fundbüro ist zu klein dimensioniert.
Die Erschließung über eine 1-läufige Treppe mit Luftraum ins Obergeschoss des Servicebereichs ist räumlich spannungsvoll, lässt aber im OG notwendige, offene Flurzonen vermissen. Wartebereiche für Besucherströme sind deutlich zu klein.
Die Ausländerbehörde als ausschließlich offene Raumstruktur wird hinsichtlich der
Nutzung und Kommunikation kritisch gesehen. Vermisst wird eine klare Gliederung in
Front- und Backoffice-Bereiche.
In den weiteren Obergeschossen ist die innere Raumorganisation in ihrer Grundstruktur
gut ausgelegt, lässt aber auch hier notwendige Kommunikationszonen vermissen.
Die eingestellte Wendeltreppe im Luftraum als öffentliche Wegeführung wird kritisch
diskutiert.
Die Arbeit lässt durch ihre Kompaktheit eine wirtschaftliche Bauweise erwarten.
Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihre angenehme Zurückhaltung. Ein differenziertes, reliefartiges und vertikal gegliedertes Fassadenkleid aus Naturstein, lässt in seiner
Außenwirkung die Nutzung als Bürgerhaus im Stadtraum angemessen erscheinen.

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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1017
Die Arbeit zeichnet sich durch eine sehr angenehme städtebauliche Körnung aus.
Volumen und Maßstäblichkeit passen sich gut in den städtischen Kontext ein. Der
würfelförmige Baukörper wird im nächsten Schritt auf sympathische Weise untergliedert, wodurch besondere Grundrisssituation entstehen (Wartesituation mit Ausblick,
Besprechungsräume mit Terrassenzugang).
Die Grundrisse sind grundsätzlich klar und übersichtlich. Der Zugang zum Gebäude
von der Verlängerung der Mühlengasse ist richtig. Nach Betreten des Gebäudes ist
eine gute Orientierung des Besuchers zu erwarten. Das durchgesteckte Atrium lässt
einen großzügigen, lichtdurchfluteten Raum entstehen. Es ist dadurch allerdings auch
mit akustischen Problemen zu rechnen. Der Frontoffice-Bereich ist sehr kompakt.
Dadurch ist dessen Zugänglichkeit erschwert. Das UG überschreitet an drei Seiten die
Grundstücksgrenze und unterbaut den umliegend öffentlichen Bereich. Der PKW-Aufzug liegt teilweise auf dem westlichen Nachbargrundstücksbereich. Die Fassadengliederung ist angemessen und angenehm. Die Kosten bewegen sich im unteren Durchschnitt.
Grundsätzlich stellt diese Arbeit einen sehr guten Beitrag zum Wettbewerb dar, mit dem
Nachteil des ausladenden Untergeschosses. Dieses ist wegen der öffentlichen Leitungsführung zu überprüfen.

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Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Einzelbeurteilung
Tarnzahl 1018
Die Verfasser setzen ein siebengeschossiges Gebäude klar an die östliche Grundstücksgrenze und betonen sympathisch die städtebaulich wichtige Wegeverbindung zur
Innenstadt. Die Westfassade verlässt überraschend das orthogonale System.
In der Grundrissdisposition wird die schräg verlaufende Gebäudekante geschickt
genutzt, um die intensiven Kundenbereiche im EG und im 1. OG fächerförmig zu öffnen
und gut von oben zu belichten. Die funktionellen Anforderungen sind überwiegend gut
erfüllt.
Die Fassadengliederung und die vorgeschlagene zweischalige Stahlbetonkonstruktion
sind ein angemessener Beitrag für den innerstädtischen Standort. Die Wirtschaftlichkeit
ist im Vergleich der Arbeiten sehr gut. Die sehr kompakte Lösung und robuste Konstruktion lassen langfristige Nachhaltigkeit erwarten.
Insgesamt ist die Arbeit ein schöner Beitrag, mit der Einschränkung, dass der schräge
Zuschnitt des Baukörpers keinen Bezug zum städtebaulichen Umfeld hat.

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Protokoll Preisgerichtssitzung
Neubau Verwaltungszentrum Bürgerdienste der Stadt Ulm
Preisgerichtssitzung
Ulm, 20.09.2013

Anlage 2
Anwesenheitsliste