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Beschlussvorlage

                                    
                                        Stadt Ulm
Beschlussvorlage

Sachbearbeitung

VGV/GF - Grünflächen

Datum

22.01.2021

Geschäftszeichen

VGV/GF-Gi, Bl, Mü

Beschlussorgan

Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau
und Umwelt

Behandlung

öffentlich

Betreff:

Öffentliche Grünflächen, Spielplätze, Verkehrsgrünflächen und
Landschaftsentwicklungsflächen in der Zuständigkeit von der Abteilung
Grünflächen
- Bericht -

Anlagen:

Flächen- und Budgetentwicklung
Budgeteinsatz Unterhalt 2020
Karte Stadt- und Themengärten

* 10
Sitzung am 11.05.2021

TOP

GD 037/21

(Anlage 1)
(Anlage 2)
(Anlage 3)

Antrag:
1. Den Bericht zur Kenntnis zu nehmen.
2. Die zur Verfügung stehenden Mittel für den Ergebnishaushalt zur Kenntnis zu nehmen.

Jung

Zur Mitzeichnung an:
BM 3, C 3, OB, SUB

Bearbeitungsvermerke Geschäftsstelle des
Gemeinderats:
Eingang OB/G
Versand an GR
Niederschrift §
Anlage Nr.

-2-

Sachdarstellung:

1.

Allgemein
Ulm ist 2015 dem Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." beigetreten, das als
ein Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen gegründet wurde.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat 2017 das
"Weißbuch Stadtgrün" mit konkreten Handlungsempfehlungen herausgegeben. Es wird
darin die besondere Bedeutung und die Funktionen des öffentlichen Grüns als
Lebensraum, Naherholungsgebiet, Klimaanlage, Ort für Biodiversität und Artenschutz,
Gartenkultur, Bildung, Gesundheit und dessen sozialen Aspekte herausgestellt
(https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/weissbuch-stadtgruen1145400).
Grünflächen prägen unsere Stadt. Sie sind ein unverzichtbarer Baustein der städtischen
Infrastruktur und bilden in ihrer Gesamtheit ein Netzwerk aus naturnahen und gestalteten
Flächen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Qualität in Hinblick auf Nutzbarkeit,
biologische Vielfalt und Ästhetik aus und besitzen ein breites Spektrum an
Ökosystemleistungen.
Dieser Bericht soll die besondere Bedeutung der öffentlichen Grünflächen, Spielplätze,
Verkehrsgrünflächen und Landschaftsentwicklungsflächen in unserer Stadt herausstellen,
zur eigenen Standortbestimmung dienen und einen Ausblick in die Zukunft geben.
Unsere Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur
Klimaresilienz. Die größeren Grün- und Parkanlagen sind als besonders klimarobust
einzuschätzen.
Neben den Flächen in der Zuständigkeit von VGV/GF gibt es weitere städtische
Grünflächen wie z.B. den Wald (LI), die Friedhöfe (FR), Grünflächen in den
Ortsverwaltungen (OV), Freianlagen um Gebäude / Sportanlagen (GM) die nicht
Gegenstand des Berichtes sind.

2.

Grünflächen in der Zuständigkeit von VGV/GF - Flächen- und Budgetentwicklung
In der Anlage 1 ist die Flächen- und Budgetentwicklung und in der Anlage 2 der
Budgeteinsatz 2020 ausführlich dargestellt.
Die Abteilung Grünflächen unterhält im Stadtgebiet ca. 642 ha Grünflächen, die
folgendermaßen unterteilt sind:
176 ha öffentliche Grünflächen (Grün- und Parkanlagen, Stadt- und Themengärten)
52 ha öffentliche Spielplatzflächen (228 Spielplätze)
220 ha Verkehrsgrünflächen
194 ha Landschaftsentwicklungsflächen
642 ha Gesamt
Im Zeitraum von 2015 - 2020 gab es einen Flächenzuwachs von ca. 10 ha und eine
Erhöhung des Budgets um ca. 157.000,- €
Der Flächenzuwachs, die Anforderungen aus Bürgerschaft, Politik und
Naturschutzverbänden, der Aufwand für neue Baumkrankheiten und den Klimawandel
werden durch Sondermittel aufgefangen, die zum Teil dauerhaft sind oder zum Teil 2020
ausgelaufen sind bzw. 2022 auslaufen.

-3Um den Unterhaltsstandard in seiner jetzigen Form beizubehalten, ist es notwendig, die
befristeten Sondermittel dauerhaft im Unterhaltsbudget bereitzustellen.
Eine weitergehende positive Entwicklung (z.B. mit zusätzlichen Angeboten für die
Naherholung, zusätzlichen Wildstaudenflächen, einer weiteren Umstellung der
Wiesenpflege in naturverträgliche Wiesenpflege, ...) ist ohne zusätzliche Haushaltsmittel
nicht möglich.
Aus dem Vergleich des in Ulm für den Unterhalt der Grünflächen zur Verfügung
stehenden Budgets mit den Kennzahlen aus dem bundesweiten Vergleichsring der
Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement ergibt sich folgendes Bild:
Bezeichnung

Budget
VGV/GF 2020

Budgetbedarf
gem. KGST

Differenz

Öffentliche Grün- und
Parkanlagen mit Spielplätzen

2.660.000,- €

3.700.000,- €

- 1.040.000,- €

Verkehrsgrünflächen

1.504.000,- €

3.870.000,- €

- 2.366.000,- €

Gesamt

4.164.000,- €
(55 %)

7.570.000,- €
(100 %)

- 3.406.000,- €
(- 45%)

Der Abteilung Grünflächen stehen demnach insgesamt für den Unterhalt der öffentlichen
Grün- und Parkanlagen mit Spielplätzen und Verkehrsgrünflächen nur knapp 55 % des
entsprechend den Kennzahlen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle sinnvollen Budgets
zur Verfügung. Die hohe Qualität der Ulmer Grünflächen wird demnach mit einem
vergleichsweise effizienten Aufwand erreicht.
Trotz des Zuwachses an öffentlichem Grün sind die Grünflächen im Hinblick auf die
steigende Einwohnerzahl in Ulm jedoch relativ gesehen rückläufig.
2015 standen 120.714 EW insgesamt 2.246.900 m² für die Naherholung (Öffentliche
Grün- und Parkanlagen mit Spielplätzen) und damit 18,61 m²/EW zur Verfügung.
2020 standen 126.329 EW insgesamt 2.271.100 m² für die Naherholung (Öffentliche
Grün- und Parkanlagen und Spielplätze) und damit 17,98 m²/EW zur Verfügung.
2020 standen demnach jedem Einwohner 0,63 m² und damit 3,39 % weniger zur
Verfügung als 2015.
Relevante Flächenzuwächse gab es in der Vergangenheit lediglich in den Neubaugebieten.
Die besonders wichtigen Grün- und Parkanlagen in der Innenstadt konnten in der
Vergangenheit größentechnisch nicht erweitert werden. Hier nimmt der Nutzungsdruck
bei steigender Einwohnerzahl stetig zu und zehrt an der guten Substanz früherer Jahre.
Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet ist der Anteil der Flächen in der Zuständigkeit von
VGV/GF mit ca. 5,4 % relativ gering:
11.868 ha
5.355 ha
2.230 ha
1.250 ha
642 ha

Stadtgebiet gesamt
Landwirtschaftliche Flächen
Wald
Verkehrsflächen
VGV/GF

100 %
45,1 %
18,8 %
10,5 %
5,4 %

-42.1.

Öffentliche Grünflächen
Die öffentlichen Grünflächen fördern die Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt
und tragen zur Daseinsvorsorge bei.
Die Corona Krise hat einen Besuchersturm auf Parkanlagen, Gärten und Spielplätze
ausgelöst und zeigt in beeindruckender Weise, wie sehr Menschen das öffentliche Grün
schätzen!

2.1.1.

Parkanlagen
Die Parkanlagen sind das Rückgrat des "Ulmer Grünsystems".
Zur Erhöhung der Biodiversität wird seit einigen Jahren die Pflege von bisher intensiv
gemähten Rasenflächen auf mehrschürige, artenreiche Wiesen umgestellt (siehe Punkt
2.4) und intensive Wechselbepflanzungen in insektenfreundliche, artenreiche
Staudenmischpflanzungen umgewandelt (siehe Punkt 2.4).
Verschiedene Themenwege bzw. Lehrpfade (z.B. Baumlehrpfad, Schmetterlingsweg,
Biberpfad, Geschichtspfad, Festungsweg, Höhenweg) informieren die Parkbesucher vor
Ort.
 Glacispark - 27,6 ha
Der Glacispark mit seinem grünen Ring um die Innenstadt ist flächenmäßig die
größte Ulmer Parkanlage. 2006 wurde im FBA das Glacisparkkonzept beschlossen.
Seither wurden zahlreiche Maßnahmen realisiert und die Parkanlage sukzessive
aufgewertet.
Das Konzept war eine relevante Grundlage der erfolgreichen Bewerbung zur
Landesgartenschau 2030.
Mit dem Instrument der Landesgartenschau besteht die Möglichkeit, die sonst nur
schwer erreichbaren Ziele in Angriff zu nehmen und insbesondere das Westglacis
zu stärken.
 Friedrichsau - 22,6 ha
1980 fand mit großem Erfolg die erste Landesgartenschau Baden-Württembergs in
der Ulmer Friedrichsau statt. Es entstand ein vielfältig genutzter Landschaftspark,
der sich bis heute wachsender Beliebtheit erfreut.
2011 wurde das 200-jährige Bestehen der Friedrichsau gefeiert, 2018 der neu
gestaltete Spielplatz an der Wielandstraße eingeweiht und die
Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Donauufers fertiggestellt.
Die Pflege des beliebtesten Ulmer Landschaftsparks ist aufwändig. Weitere
Investitionen in die Infrastruktur der hochwertigen Anlage sind erforderlich.
 Donauufer - 5,25 ha
Am Donauufer haben sich insbesondere im Innenstadtbereich ökologische und
gestalterische Mängel am Ufer und an den Aufenthalts- und Durchgangsbereichen
sowie Nutzungskonflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern herauskristallisiert.
Es wurde über eine Mehrfachbeauftragung und einem integrierten
bürgerschaftlichen Beteiligungsprozess ein Rahmenplan als Basis für eine
Aufwertung entwickelt.
Auf Basis des Rahmenplans wurde für den zentralen Bereich der Donauwiese und
des Donauschwabenufers bereits eine Entwurfsplanung erstellt und im FBA
beschlossen.

-5Die Maßnahme wurde im Zuge der Fortschreibung der Investitionsstrategie von
2020 auf die Jahre 2026 - 2029 verschoben.
 Alter Friedhof - 4,35 ha
Der Alte Friedhof wurde von 2013 - 2015 umfassend saniert und befindet sich in
einem sehr guten Zustand. Seit der Sanierung hat sich die historische Parkanlage
hervorragend entwickelt und ist eine grüne Oase mitten in der Stadt, die
insbesondere für eine ruhige Parknutzung steht.
 Kobelgraben - 1,9 ha
Der Grünzug Kobelgraben ist ein "ungeschliffenes Juwel" und schließt unmittelbar
an das Donauufer an. Im Kobelgraben befinden sich der Duft- und Tastgarten, der
Farngarten und ein Bolzplatz.
Der eigentliche Kobelgraben wird als rein technisches und zum Teil verdoltes
Bauwerk zur Hochwasserentlastung für die Blau genutzt und mündet unterhalb
der Eisenbahnbrücke in die Donau.
Die unterentwickelte Grün- und Wegeverbindung vom Hauptbahnhof zur Donau
sollte gestärkt und durch die Offenlegung und ökologische Aufwertung des
Kobelgrabens die Erlebbarkeit des Gewässers gesteigert werden.
Die Realisierung der Maßnahme ist in der Investitionsstrategie für den Zeitraum
von 2026-2029 vorgesehen.
 Karlsplatz - 1,1 ha
Der Karlsplatz wurde 1999 neugestaltet und dabei umfassend saniert.
2014 wurde der Spielbereich umgestaltet und das Spielschiff 'Karlsplatzpiraten'
aufgestellt.
Die Anlage ist sehr stark frequentiert und stellt eine sehr wichtige Parkanlage für
die Bewohner der Neustadt mit ihrer dichten Blockbebauung dar.
Das zentrale Wasserbecken ist sehr aufwändig im Unterhalt, trägt aber durch
Verdunstung viel zur Kühlung bzw. zur Verbesserung des Kleinklimas bei.
2.1.2.

Stadt- und Themengärten
 Stadtgärten (s. Karte Anlage 3)
Mit den Zielen, die Anziehungskraft der Innenstadt Ulms zu steigern, das Wohnen
in der Stadt zu fördern und sinnliche Gartenkultur erlebbar zu machen, sind bisher
sieben Stadtgärten als Ergänzungen zu den urbanen Plätzen entstanden.
Beginnend mit dem Projekt Stadtgarten "Hinter dem Brot" im Jahr 2008 konnten
zuletzt 2019 im Sanierungsgebiet Wengenviertel die Stadtgärten "Auf dem
Graben" und "Irrgängle" realisiert und den Ulmer Bürgerinnen und Bürgern
übergeben werden.
Der öffentliche Stadtgarten wurde als neues Element der städtischen Gartenkultur
etabliert und trägt mit Baumpflanzungen und artenreichen Staudenpflanzungen
zur Artenvielfalt in der Stadt bei. Das Konzept der Stadtgärten sollte fortgeführt
werden.
 Themengärten (s. Karte Anlage 3)
Die anlässlich der Landesgartenschau Ulm/Neu-Ulm 1980 entstandenen
Themengärten entlang des Donauufers wurden im Laufe der Jahre z.T. saniert und
neu bepflanzt.

-6Insbesondere der repräsentative Rosengarten, welcher in Kooperation mit den
Ulmer Rosenfreunden betreut wird, ist sehr pflegeintensiv.
2.1.3.

Spielplätze
Um die körperliche, geistige und seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in
ganzheitlicher Hinsicht, insbesondere unter dem Aspekt eines vorsorgenden
Gesundheitsschutzes zu fördern, müssen Spielplätze und Freiräume zum Spielen in
vielfältiger Ausprägung vorhanden sein und gestaltet werden. Mit der seit Jahren
andauernden Verdichtung im Stadtgebiet steigt der Bedarf an öffentlichen Spielplätzen
und Freiräumen sowie deren Qualität.
Die Stadt Ulm unterhält derzeit 228 öffentliche Kinderspielplätze, Spielplätze und
Sportanlagen, in unterschiedlichsten Ausbauformen und für unterschiedliche Nutzer- und
Altersgruppen. Sie sind gleichmäßig über die Stadt verteilt und bieten damit für alle
Familien ein gut erreichbares Angebot.
Um die Plätze in einem angemessenen Zustand zu erhalten, müssen die Spielgeräte je
nach Abnutzung und Verschleiß alle 10 bis 25 Jahre ausgetauscht oder grundsaniert
werden.
Platzflächen, Einfassungen und Einrichtungen entsprechen häufig nach 25 - 30 Jahren
nicht mehr den Bedürfnissen und Erwartungen der Bürgerschaft. Deshalb reicht in vielen
Fällen der alleinige Austausch von Spieleinrichtungen nicht aus, sondern wird die
Neugestaltung der Anlagen erforderlich. Der große Spielplatz in der Friedrichsau und die
Spielplätze in den Ehinger Anlagen können hierfür beispielhaft genannt werden.
In der Spielplatzkommission werden regelmäßig die Sanierungen von Spielplätzen
vorgestellt und Prioritäten festgelegt.
Auf Grundlage einer Zusammenstellung, die sich auf das Alter der jeweiligen Spielplätze
bezieht (Ampelliste), werden Spielplätze in der Spielplatzkommission zur Sanierung
vorgeschlagen. Im Anschluss wird der tatsächliche Bedarf an Spielflächen geprüft und
anschließend der Umfang einer Sanierung festgelegt. Dieser Prozess wird im
Sanierungsprogramm dargestellt.
Ausgehend von einem Sanierungszyklus von 30 Jahren, müssen bei 228 Spielplätzen
jährlich mindestens sieben Plätze saniert beziehungsweise neugestaltet werden. In den
vergangenen Jahren konnte mit unterschiedlichen Investitionsprogrammen und
Maßnahmen eine Zunahme des Sanierungsstaus vermieden werden. Aktuell ist ein
besonderer Sanierungsbedarf in den Ortschaften festzustellen, den es in den kommenden
Jahren abzubauen gilt.

2.1.4.

Trends
Zahlreiche neue Bewegungsformen und Sportarten wie z.B. Calisthenics, Parkour, Skaten,
Donaurunning, Mountainbike, Yoga im Park, Waldbaden stellen zusätzliche
Anforderungen an unsere Parkanlagen und beanspruchen Flächen.

2.2.

Verkehrsgrünflächen
Bei Verkehrsgrün handelt es sich um straßenbegleitende Grünflächen, welche Bestandteil
des Straßengrundstücks sind. Die Flächen sind i.d.R. sehr exponiert und Belastungen durch
Abgase, Reifenabrieb, Streusalz, Strahlungshitze etc. ausgesetzt.
Straßenbegleitgrün hat eine Immissionsschutzwirkung und bietet bei richtiger Anlage und
Pflege einer großen Anzahl von Tier- und Pflanzenarten einen (Teil-)Lebens- und
Rückzugsraum. Straßenbegleitgrün leistet einen Beitrag zur Wiedervernetzung isolierter
Lebensräume sowie zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt. Voraussetzung dafür
ist die Anbindung an bestehende Biotopstrukturen.
Böschungen, Hecken und anderen Gehölzflächen kommt dabei eine hohe Bedeutung als
Ausbreitungskorridore zu.
Insbesondere durch fachgerechte extensive Pflege und durch gezielte Pflanzung von

-7Bäumen, Sträuchern und Stauden kann die ökologische Wertigkeit inner- und außerorts
erhöht werden.
2.3.

Landschaftsentwicklungsflächen
SUB II hat im FBA am 26.05.2020 (GD 153/20) über den aktuellen Sachstand berichtet
und dabei die flächenmäßige Entwicklung dargestellt sowie die Maßnahmen der
freiwilligen Landschaftsentwicklung und der Ökokontoflächen beschrieben.
VGV/GF setzt die von SUB II vorbereiteten Maßnahmen baulich um und unterhält die
Flächen dauerhaft.
Hierbei stehen ökologische Anforderungen im Vordergrund.
Der Aufwand für den Unterhalt steigt mit den hinzukommenden Flächen an.

2.4.

Sonderprogramme öffentlicher Grünflächen
 Wiesenprogramm
In der Sitzung des FBA vom 15.08.2019 (GD 152/18) hat VGV/GF bereits ausgiebig
über das Wiesenprogramm berichtet. Die Anzahl der extensiv bewirtschafteten
Wiesenflächen hat seither nochmals zugenommen. Das Potential für weitere
Flächen ist groß, aber nur mit zusätzlichen Mitteln zu realisieren.
VGV/GF hat sich an dem Programm des Ministeriums für Verkehr BadenWürttemberg zur ökologischen Aufwertung des Straßenbegleitgrüns an
Bundesfern-, Landes- und Kreisstraßen erfolgreich beteiligt.
Allerdings läuft die Förderung des Landes 2020 aus und der Mehraufwand muss
über den städtischen Haushalt abgewickelt werden. VGV/GF hat die Mittel bereits
für den Haushalt 2021 ff angemeldet.
 Staudenprogramm
2019 wurde mit der Umsetzung eines Staudenprogrammes begonnen. Bisher
intensiv gepflegte Wechselpflanzungen wurden in naturnahe, extensive
Staudenflächen umgewandelt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die
Insektenfreundlichkeit und Trockenverträglichkeit gelegt. Bisher wurden bereits
acht Einzelflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 1.150 m² umgesetzt. Der
Blütezeitraum der Staudenflächen erstreckt sich von Februar bis Oktober.

3.

Probleme/Risiken
Durch die steigende Einwohnerzahl und ein verändertes Nutzungsverhalten hat sich ein
erhöhter Nutzungsdruck insbesondere in der Stadtmitte entwickelt.
Zahlreiche Veranstaltungen (Feste, Demonstrationen ...), Vermüllung, Vandalismus lösen
einen erhöhten Unterhaltungsaufwand aus.
Die zunehmende Lärmbelastung macht eine ruhige Parknutzung kaum noch möglich.
Die gestiegenen Ansprüche und die erhöhte Erwartungshaltung an Zustand und
Ausstattung halten mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht mehr Schritt.
Die klimatischen Veränderungen und die damit verbundenen Naturereignisse (Sturm,
Gewitter, Trockenheit, ...) sind eine weitere große Herausforderung.
Die bauliche Innenverdichtung setzt die Grünflächen erheblich unter Druck. Den
beschriebenen Problemen / Risiken muss aktiv entgegengewirkt werden.
Die vorhandenen Parkanlagen müssen stärker geschützt, in Wert gesetzt, wo möglich
erweitert bzw. neu geschaffen werden.
Klimaanpassungsstrategien (klimaresiliente Baumpflanzungen, Bewässerungsstrategie ...)
sollen entwickelt werden, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu
begegnen.

-8-

4.

Fazit/Ausblick
In einer wachsenden Stadt wie Ulm steigen einerseits die Bedeutung des Grüns für das
städtische Kleinklima, die Biodiversität und die Naherholung und andererseits der Druck
durch eine immer intensivere Nutzung, die Klimaveränderung und eine erhöhte
Erwartungshaltung in der Bürgerschaft.
Insbesondere in der Stadtmitte ist diese Entwicklung besonders deutlich zu spüren.
Der Aufwand zum Erhalt und die Weiterentwicklung steigt deutlich.
Anzustreben ist -insbesondere in der Innenstadt- zusätzliche Flächen hinzuzugewinnen
(z.B. Friedrichsau, Kobelgraben, Westglacis, Theaterviertel, Ostbahnhof etc.) bzw. Anlagen
in Wert zu setzen und weiter zu entwickeln.
"Grüne Projekte" und Entwicklungen sollten in der Stadtentwicklung künftig ein wichtiger
Baustein sein, um urbane Resilienz gesamtheitlich zu generieren. Die Entwicklungen um
die Landesgartenschau 2030 sowie verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der
Grünausstattung der Innenstadt sind hierfür gute Ansätze.
Die grüne Infrastruktur einer Stadt mit seinen vielfältigen Wohlfahrtswirkungen ist sehr
wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Gesellschaft und spielt in der
Debatte um den Erhalt der städtischen Infrastruktur eine bedeutende Rolle.